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Wiesenburg Traditionskuchen im Kesselgrund schnell vergriffen
Lokales Potsdam-Mittelmark Wiesenburg Traditionskuchen im Kesselgrund schnell vergriffen
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14:18 14.07.2019
Beim Dorffest in Jeserigerhütten gab es am Sonnabend viel zu erleben. Kinder begeisterte das historich Karussell, das per Hand gedreht werden muss. Quelle: Eva Loth
Jeserigerhütten

 „Irgendwie wirkt das heute alles kleiner hier“, sagt Karin Zimmermann am Sonnabend auf dem Dorffest in Jeserigerhütten. Sie und ihre beiden Schwestern – Karola Spiesecke und Anita Loth – sind in dem kleinen Dörfchen geboren und aufgewachsen.

Gesellig gefeiert wurde am Sonnabend das Dorffest in Jeserigerhütten. Langweilig wurde es dabei nicht.

Und wann immer sich die Möglichkeit biete, seien sie auf dem alljährlichen Dorffest mit dabei. „Es ist schon sehr spannend“, sagt Anita Loth. „Man sieht in die Gesichter und überlegt, ob man denjenigen kennt.“ Aber nach einem kleinen Tipp klappe das meist. Es sei schön, alte Bekannte wieder zu treffen, erzählen die Schwestern.

Auch sie werden von den „Alteingesessenen“ wiedererkannt. Wie von Käthe Strauch. Sie kam als Lehrerin nach Jeserigerhütten und unterrichtete auch Karin Zimmermann. Bis Mitte der 1970er- Jahre hatte fast jedes Dorf der Region noch seine eigene Schule, in der zumindest bis zur vierten Klasse unterrichtet wurde, erzählt die ehemalige Dorflehrerin.

Mit Tischen und Stühlen auf Sportplatz gezogen

Sie kennt auch die Historie des Dorffestes. „Das entstand eigentlich aus einem Sportfest.“ Dieses fand immer auf dem alten Sportplatz am Ortsausgang in Richtung Mützdorf statt. Käthe Strauch kümmerte sich um alles, was mit den Kindern zu tun hatte, ihr Mann Siegfried organisierte mit anderen den sportlichen Teil. „Da sind wir mit Tischen, Stühlen, Essen und Trinken bis auf den Sportplatz gezogen“, erinnert sich Käthe Strauch.

Neben Dreikampf und anderen Sportarten wurde auch Fußball gespielt. „Da standen sich mal zwei Mannschaften gegenüber, die vorher noch nie Fußball gespielt hatten“, erzählt Siegfried Strauch. „Das war schon sehr lustig.“

Beim Dorffest in Jeserigerhütten gab es am Sonnabend viel zu erzählen. Auch Siegfried und Käthe Strauch (vorn), die lange Jahre selbst zu den Organistoren zählten, gefiel das. Quelle: Eva Loth

Das Engagement der Strauchs hat sich bis in den Ruhestand fortgesetzt. „Aber nun ist genug“, sagt Käthe Strauch. Jetzt trifft sie sich noch regelmäßig in einer kleinen Rentnergruppe. Manchmal einfach nur zum Schnattern, manchmal zum Grillen oder zum Kaffeeklatsch. Früher hat die Truppe auch noch viele Fahrten gemacht.

Neues Fest nach der Wende

Das Dorffest in der jetzigen Form entstand erst nach der Wende, erzählen die Strauchs. Der Kesselgrund, wo es heute stattfindet, war früher wirklich ein Grund. Wahrscheinlich wurden dort mal Kies abgebaut und auch Holzkohle hergestellt. „So entstanden kleine Abhänge, auf denen die Kinder früher Schlitten gefahren sind.“ Daran erinnert sich auch Karola Spiesecke noch. Nach der Wende wurde der Grund dann aufgefüllt und mit Hilfe von Landschaftsarchitekten zum Festplatz umgestaltet.

Inzwischen wurde die ganze Organisation des Festes von den Jüngeren übernommen. Am Kuchen-Buffet konnten Besucher nach Herzenslust schlemmen. „Es gibt immer noch unsere Traditionskuchen, wie Frankfurter Kranz, die Hannchen-Jensen-Torte und Quarktorte“, erzählt Karola Schmidt-Malohn, die den Stand mit betreut. Gäste müssten sich ranhalten, wenn sie ein besonderes Stück abhaben wollen.

Kuchen und Torten finden reißend Absatz

Auch wenn sich die älteren Dorfbewohner teilweise etwas zurückgezogen haben aus der Organisation des Festes, „das Backen lassen sie sich nicht nehmen“, heißt es am Stand. Die 20 Kuchen und Torten fanden dort reißenden Absatz.

Die Linedancer des Dorfes sind mit Spaß bei der Sache. Quelle: Eva Loth

An der Kaffeetafel sorgte das Blasorchester der Freiwilligen Feuerwehr Görzke für musikalische Umrahmung. Zudem gab es Abwechslung beim Bogenschießen, Büchsenwerfen und am Glücksrad. Die Kinder hatten besonders Spaß an dem per Hand betriebenen historischen Karussell. Höhepunkt des Festes war ferner der Auftritt der Linedancer. Diese Hobbygruppe hat sich in Jeserigerhütten gebildet. Die Akteure sind mit viel Spaß bei der Sache. „Wir ziehen heute also noch in den wilden Westen“, sagt Karola Schmidt-Malohn schmunzelnd.

Von Eva Loth

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