Wiesenburger Revierposten hat jetzt Büro in ehemaliger Drahtzieherei
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Wiesenburg Revierposten hat neue Adresse und kurze Wege
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Wiesenburger Revierposten hat jetzt Büro in ehemaliger Drahtzieherei

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07:03 25.08.2020
Neue Adresse: Der Wiesenburger Revierposten Jürk Schreyer hat ein Büro auf dem Gelände der ehemaligen Drahtzieherei. Quelle: René Gaffron
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Wiesenburg

Revierposten Jürg Schreyer hat ab sofort eine neue Adresse. Sein 20-Quadratmeter-Büro befindet sich im Erdgeschoss des Verwaltungsgebäudes auf dem Gelände der ehemaligen Drahtzieherei Wiesenburg. Dort hält er wöchentlich einmal eine Sprechzeit ab _ dienstags von 15 bis 18 Uhr. „Darüber hinaus können Termine vereinbart werden“, sagt der 53-Jährige.

Das ging zuletzt nicht ohne Weiteres. Seit 2018 residierte der Dorfpolizist zwar zentral mit unter dem Dach der Orangerie. Doch die Kammer selbst hatte vermutlich nur ein Drittel der jetzt zur Verfügung stehenden Fläche. Besucher konnten kaum Platz nehmen. Die wegen der Covid-19-Pandemie aktuell gültigen Abstandsregeln wären erst recht nicht umsetzbar gewesen, heißt es. Die Dienststelle um jeden Preis in der Ortsmitte anzusiedeln hat sich als nicht richtig erwiesen.

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Bürgermeister hat Pläne

„Die Zusammenarbeit mit der Kommune allgemein sowie mit Ordnungsamt und freiwilliger Feuerwehr speziell erfolgt trotzdem auf kurzem Wege“, erklärt Jürg Schreyer. Geht es nach Marco Beckendorf (die Linke), Bürgermeister der Gemeinde Wiesenburg/Mark, nimmt bezieht die Polizei schon einmal ihren Posten auf dem ehemaligen Betriebsgelände, wo künftig bald wieder mehr Leben herrschen soll.

Polizeiposten, wo früher Draht produziert wurde. Quelle: René Gaffron

Nach der Abwicklung der Schweißdraht-Herstellung vor zwei Jahren mühen sich Politik und Verwaltung, den Standort zu revitalisieren. Einige Gewerbetreibende haben schon leer stehende Hallen und Garagen gemietet. Für die weiteren Büros in dem Zweigeschosser werden noch Mieter gesucht. Die Beleuchtung – auf dem Abschnitt der Görzker Straße im vorigen Winter des öfteren defekt –sollte bis zum Beginn der dunklen Jahreszeit geprüft sein, lautet die Forderung des Ortsbeirates.

Kriminalität nimmt ab

Er sieht die Angelegenheit ansonsten gelassen. „Wer den Weg zur Polizei sucht, wird ihn finden“, ist Dorfchef Norbert Hesse gewiss. Er war jahrelang selbst Beamter Im Revier Bad Belzig.

Mithin sind Wiesenburg und Umgebung kein Hort der Kriminalität. Ausnahmen wie die im Frühjahr ausgehobene Cannabis-Plantage auf dem Gelände des früheren Kreisbetriebes für Landtechnik (KfL) bestätigen die Regel. Die Zahl der Anzeigen ist laut Statistik jedenfalls rückläufig: Gab es 2018 noch 126 Delikte waren es im vergangenen Jahr drei weniger. Dafür steigt die Aufklärungsquote von 57 auf 65 Prozent.

Nähe zum Bürger ist effektiv

„Das kann maßgeblich mit der Bürgernähe begründet werden“, sagt Silvio Geist. Wie der Leiter des Polizeireviers Bad Belzig berichtet, wurden 18 sogenannte Rohheitsdelikte angezeigt. 37-mal wurden Einbrüche und Diebstähle gemeldet, Tendenz leicht fallend. „In der Sprechzeit werden häufiger Nachfragen zu Betrugsmaschen gestellt, die besonders Konjunktur über das Internet haben“, berichten die Polizisten. Das ist in Wiesenburg wie allerorten ein zunehmender Ärger, berichten die Beamten.

Nehmen das neue Wiesenburg Domizil in Augenschein: Silvio Geist, Leiter des Reviers Bad Belzig, und Repo Jürg Schreyer ()rechts). Quelle: René Gaffron

Freilich wird das Büro der Revierposten nicht nur zur klassischen Anzeige aufgesucht. Mitunter gibt es auch Hinweise, wo –auch in Abstimmung mit Jens-Uwe Werner im Rathaus –Ordnung und Sicherheit noch hergestellt werden müssen. Oder die Revierpolizisten geben sogar präventiven Rat. Diese Dienstleistungen können die Einwohner freilich nicht nur am Dienstagnachmittag in Anspruch nehmen, sondern nötigenfalls auch per Telefon außerhalb der Sprechzeit

Revierposten der Polizei in der Gemeinde Wiesenburg/Mark unter 0151/59 07 38 16.

Von René Gaffron