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Wiesenburg Sparkurs zahlt sich endlich aus
Lokales Potsdam-Mittelmark Wiesenburg Sparkurs zahlt sich endlich aus
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16:45 04.04.2019
Die Sonne geht auf: Das Geld für die Sanierung des Hortpavillons auf dem Hof der Wiesenburger Grundschule „Am Schlosspark“ ist da.
Die Sonne geht auf: Das Geld für die Sanierung des Hortpavillons auf dem Hof der Wiesenburger Grundschule „Am Schlosspark“ ist da. Quelle: René Gaffron
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Wiesenburg

Der Sparkurs der vergangenen fünf Jahre zahlt sich aus. Die Gemeinde Wiesenburg/Mark kann die schon seit längerem günstige Zinslage nutzen und investieren. Das kündigt Bürgermeister Marco Beckendorf (die Linke) an. „Die Kommunalaufsicht des Kreises hat den Etat für dieses Jahr bestätigt“, sagt er auf MAZ-Anfrage. Einzige Auflage: Der Kassenkredit von knapp 900 000 Euro soll bis 2022 zurückgezahlt werden.

Zuvor musste jedoch erst einmal der nunmehr 10,7 Millionen Euro umfassende Finanzhaushalt ausgeglichen werden. Dies wurde erreicht, weil zum einen die eigenen Einnahmen aus Steuern und Schlüsselzuweisungen des Landes Brandenburg langsam, aber stetig steigen. Zum anderen wurden nicht weniger als 26 Maßnahmen zur Haushaltskonsolidierung umgesetzt. Die Erhöhungen der Mieten, Friedhofs- und Verwaltungsgebühren, von Grund- und Gewerbesteuer sind als Beispiel zu nennen. Nicht minder werden im Vorbericht des Zahlenwerkes die Streichung von Subventionen für das Schulessen oder der Abschluss günstigerer Lieferverträge für Strom und Gas erwähnt, die zum Lückenschluss beigetragen haben.

Förderfonds werden genutzt

In der Zwischenzeit hat sich allerdings ein erheblicher Investitionsstau gebildet. „Dabei ist die Kommune eigentlich verpflichtet, ihre Infrastruktur zu erhalten und zu verbessern“, sagt Kornelia Feldmann. Wie die Kämmerin den Parlamentariern aber erklärt hat, sprudeln zumindest die Geldquellen etwas mehr als in der jüngeren Vergangenheit. Zumal die Gemeinde Wiesenburg/Mark traditionsgemäß Förderfonds in Größenordnungen für sich erschließt, um ihre großen Vorhaben umzusetzen.

Dies trifft zu, wenn beispielsweise die Renovierung des Hortpavillons und der dritte Abschnitt der energetischen Sanierung der Grundschule „Am Schlosspark“ realisiert werden. Darüber hinaus stehen die Beschaffung eines weiteren Löschfahrzeugs, der Bau einer Feuerwehr-Garage in Mützdorf und von Toiletten am Gerätehaus Lehnsdorf auf der Agenda. Nicht zuletzt sind die Sanierung der Roten Villa im historischen Ortskern und die Herrichtung des Bauhof-Domizils am Bahnhof geplant.

Kredite sind günstig zu haben

Zu dem Zweck wird sogar eine Kreditaufnahme von 882 000 Euro in diesem Jahr und von 677 000 Euro für 2020 einkalkuliert, bekräftigt Marco Beckendorf. Seiner Aussage nach kann die Aufnahme bei den aktuellen Zinssätzen von 0,5 bis 1,0 Prozent relativ günstig erfolgen.

Indes verweist der Bürgermeister auf die nachhaltig eingeschlagene Entwicklung. So wird gerade der Flächennutzungsplan für 250 000 Euro erarbeitet. In dem Papier ist dann nicht zuletzt festgelegt, wo in Zukunft – amtlich genehmigt – Wohn- und Gewerbeansiedlungen ermöglicht werden. Sie würden sich dann bestenfalls positiv auf das Steueraufkommen der 4300-Einwohner-Kommune auswirken.

Noch einige Unwägbarkeiten

Eine Herausforderung besteht derzeit in der personellen Ausstattung der vergleichsweise kleinen Verwaltung, wie die Rathausspitze einräumt. Mithin wird sich aber noch zeigen, ob vor dem Hintergrund der angespannten Nachfrage im Handwerk und den damit einhergehenden Kostenexplosionen wirklich der gesamte Katalog an Investitionen abgearbeitet werden kann. Auf jeden Fall fertig gestellt wird in diesen Tagen die Erweiterung der Kunsthalle am Goetheplatz zum Familienzentrum.

Von Rene Gaffron