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Wiesenburg Drama mitten im Dorf – Wolf reißt trächtige Zippen
Lokales Potsdam-Mittelmark Wiesenburg Drama mitten im Dorf – Wolf reißt trächtige Zippen
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19:34 23.12.2019
Andreas Kranz beklagt den Tod von vier Kamerunschafen. Der Wolf dürfte sie getötet haben. Quelle: René Gaffron
Medewitz

Die Vorfreude auf das Weihnachtsfest war bei Andreas Kranz in Medewitz größer denn je: Denn seine Zippen sind trächtig gewesen. Die Geburt der Lämmer stand bevor. Doch nun ist die Stimmung jäh getrübt. Drei von den insgesamt sechs Muttertieren sowie ein Bock sind tot. Der Wolf hat sie sehr wahrscheinlich auf dem Gewissen.

„Als ich am Sonntagfrüh den Hof betrat, hatte ich schon ein mulmiges Gefühl“, berichtete der 53-Jährige. „Tatsächlich lagen dort gleich vier Kamerunschafe, die mutmaßlich von Isegrim per Kehlbiss umgebracht wurden“, sagt der Halter. „Gefressen hat er in seinem Rausch nichts.“ Die erwarteten Lämmer waren schon einem Kollegen aus dem Nachbarort Reuden (Sachsen-Anhalt) versprochen, der nach Verlust seiner Herde durch den Wolf mit dem Neuaufbau der Zucht beginnen wollte.

Experte reist aus Rheinsberg an

Indes hat Andreas Kranz den Vorfall beim Ordnungsamt der Gemeinde Wiesenburg/Mark angezeigt und einen Wolfsbeauftragten informiert. Jenen zu finden, gleicht nach Schilderung des Betroffenen schon einer Ermittlertätigkeit. Robert Franck aus Rheinsberg reiste schließlich zur Untersuchung an. Er hat jedenfalls Speichelproben gesichert und Bissstellen am Ort des Geschehens dokumentiert. Die Analysen werden einige Zeit in Anspruch nehmen.

Doch der Geschädigte ahnt bereits, dass er keine Entschädigung erwarten kann. „Der Wolf hat sich unter dem Zaun den Weg gebahnt. Das Grundstück gilt somit als nicht hinreichend gesichert“, weiß der Züchter. Allerdings mitten im Ort und umgeben von Nachbarn habe er sich nicht einmauern wollen, erklärt der Hobby-Landwirt und -Imker.

Mehr Wölfe in der Umgebung

Der Restbestand ist vorerst im Stall untergebracht. Doch Kamerunschafe gehören nach draußen. „Der Acker ganz hinten und der Garten gegenüber werden nicht mehr bestellt. Die Pfennigsucher halten uns das Grün dort seit Jahr und Tag kurz“, erzählt Andreas Kranz vom bisher friedlichen Leben auf dem Bauernhof.

Als Jäger weiß er auch Bescheid über die zunehmende Zahl von Wölfen im Hohen Fläming. Gegen deren Existenz im Wald sei nichts einzuwenden. „Nach unseren Beobachtungen gibt es ein eigenes Medewitzer Rudel –einen Rüden und ein Pärchen mit Nachwuchs“, so der Weidmann. Nicht nur die Hand voll Schaf- und Rinderhalter im Dorf sei aber nach der Attacke vom Wochenende äußerst besorgt.

Sorge nicht nur bei Tierhaltern

Andreas Kranz plädiert vielmehr für die Entnahme des Problemwolfes. Denn unmittelbar vor seinem Grundstück befindet sich die Bushaltestelle. „Dort warten demnächst die Schulkinder im Dunkeln“, sagt er.

Bislang sind keine Angriffe auf Menschen bekannt, heißt es indes immer dann von den Fachämtern, wenn die Jäger–wie beispielsweise auf Warnschildern in Krahnediese Gefahr beschwören.

Von René Gaffron

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