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Potsdam-Mittelmark Wildschweinplage: Was die Jäger wirklich tun können
Lokales Potsdam-Mittelmark Wildschweinplage: Was die Jäger wirklich tun können
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18:15 20.02.2019
Auch die Jäger in Stahnsdorf und Kleinmachnow stehen wegen der Wildschweinplage in der Kritik. Quelle: Carsten Rehder/dpa
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Stahnsdorf

Trotz heftiger Kritik aus den Reihen der Stahnsdorfer SPD bleiben Peter Hemmerden und Jörg Fenske für weitere fünf Jahre Jagdpächter für die Gemeinden Kleinmachnow und Stahnsdorf. Das beschloss die Jagdgenossenschaft am Freitagabend in nichtöffentlicher Sitzung.

Zu wenig gegen die Wildschweine unternommen?

Wenige Tage zuvor hatte die SPD in einer Pressemitteilung gefordert, den Pachtvertrag, der am 31. März endet, mit den Jägern nur noch für maximal zwei Jahre zu verlängern. Laut SPD hätten die Pächter zu wenig gegen die Wildschweine in der Gemeinde getan.

Das sahen die Mitglieder der Jagdgenossenschaft offenbar anders, stimmten ohne Gegenstimme für die Verlängerung des Pachtvertrages mit Hemmerden und Fenske. Nur der Vertreter der Gemeinde Stahnsdorf enthielt sich der Stimme. Die Sitzung sei entspannt verlaufen, berichtete danach Teilnehmer Peter Weiss (CDU). Rund zehn Genossenschaftsmitglieder sowie die Jäger und Pächter seien dabei gewesen.

„Professionelle Vorgehensweise“

Weiss stärkt den Jägern den Rücken: „Sie machen alles auf ihr eigenes Risiko“, sagt er, „und sie tun, was sie können.“ Ähnlich sieht das Olaf Ihlefeldt, Verwalter des Südwestkirchhofs und Vertreter der evangelischen Kirche in der Jagdgenossenschaft. Er sagt: „Einer der maßgeblichen Gründe, dem Pächter-Duo erneut das Vertrauen auszusprechen, ist die professionelle Vorgehensweise in einem so hochsensiblen Lebensraum für Mensch und Tier.“

Tatsächlich habe es laut Weiss auch gar keine Alternativen zur Verlängerung des Pachtvertrages mit den bisherigen Jagdpächtern gegeben. Zwar hätten sich Interessenten gemeldet, etwa aus dem süddeutschen Raum, doch diese würden die Gegend nicht kennen und die Jäger würden dieselben bleiben. „Das stand also nicht zur Debatte.“

Man sei übrigens froh gewesen, dass die bisherigen Pächter sich davon überzeugen hatten lassen, weiterzumachen. Gerade Hemmerden habe eigentlich aufhören wollen, die Verlängerung über nur fünf Jahre sei daher auch ein Wunsch der Jagdpächter gewesen.

Der Bürgermeister der Gemeinde Stahnsdorf, Bernd Albers (Bürger für Bürger), hingegen hätte sich gewünscht,„dass der Maßnahmenkatalog, der Ende Februar bei einem weiteren Expertengespräch beschlossen werden soll, Teil des Pachtvertrages sein sollte.“ Die Pächter hätten zwar eine Bereitschaftserklärung abgegeben, in Zukunft auch bisher noch nicht praktizierte Jagdmethoden anzuwenden, aber Stahnsdorf hätte das gerne verbindlich im Vertrag gehabt.

Jagd mit Pfeil und Bogen

Um der Wildschweinen in den Orten Herr zu werden, hatte Albers kürzlich die Jagd mit Pfeil und Bogen gefordert. Die Bogenjagd sei laut Albers von den Jagdpächtern bereits am 24. Januar beantragt worden, Ende Februar hofft er auf einen positiven Bescheid. Für die Fallenjagd liegt nach Informationen des Bürgermeisters bereits eine Erlaubnis bei dem Jagdpächter Hemmerden vor.

Dietmar Otto gehört als Mitglied der SPD zu denen, die im Vorfeld der Sitzung Kritik an den Jagdpächtern geäußert hatte. Konkret hatte die SPD bemängelt, dass im Jagdbezirk Stahnsdorf-Kleinmachnow zu wenig Bachen geschossen worden seien und damit die im Bundesjagdgesetz festgeschriebene Pflicht zur Hege von den Jagdpächtern nicht erfüllt worden sei. „Vor diesem Hintergrund wäre es verantwortungslos, wenn die Jagdgenossenschaft den Pachtvertrag mit den bisherigen Pächtern – für neun Jahre! – schlicht verlängert“, heißt es in der entsprechenden Pressemitteilung.

Effektiv bekämpfen

Otto erklärte nun zu der Entscheidung der Jagdgenossenschaft, den Pachtvertrag für fünf Jahre zu verlängern: „Das ist in Ordnung, falls ein Sonderkündigungsrecht vereinbart wurde. Wenn nicht, dann ist das sehr schade.“ Er würde gerne mehr darüber hören, was gemacht werden kann, und weniger darüber, wie schwierig es sei, die Population einzudämmen.

Wolfgang Brenneis (CDU) hat einen ähnlichen Wunsch: „Die Alten sind die Neuen. Für die Bestellung ist die Jagdgenossenschaft zuständig, weil es ihre Grundstücke sind, das muss man akzeptieren. Ich erwarte mir aber, dass sie die Wildschweinplage effektiver als bisher bekämpfen und so die Gefahren reduzieren.“

Thomas Michel von den Grünen ist überzeugt, dass die Eindämmung der Schwarzwild-Population aufgrund der Lebensraumveränderungen nicht wirklich möglich sei, ohne an größeren Stellschrauben wie Landwirtschaft, Verhalten der Bevölkerung oder Klima zu drehen. „Ich glaube nicht, dass man das mit einer krampfhaften Suche nach einem neuen Pächter lösen kann.“

Von Konstanze Kobel-Höller

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