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Potsdam-Mittelmark Immer wieder Löcher im Zaun: Wildschweine zerwühlen Waldfriedhof
Lokales Potsdam-Mittelmark Immer wieder Löcher im Zaun: Wildschweine zerwühlen Waldfriedhof
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00:23 14.06.2019
Auf dem Wilmersdorfer Waldfriedhof Stahnsdorf haben Wildschweine den Boden des Ehrenfriedhofs umgewühlt. Quelle: privat
Stahnsdorf

Der Wilmersdorfer Waldfriedhof in Stahnsdorf hat mit Wildschweinschäden zu kämpfen. Obwohl er umzäunt ist und auch Schilder darauf hinweisen, dass die Türen ständig geschlossen gehalten werden sollen, werden laufend Wiesenflächen und auch die Ehrengräber von den Tieren umgegraben.

Besucher sorgen für Löcher in Zäunen

Im zuständigen Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf wird vermutet, dass der Grund falsch verstandene Tierliebe ist. „Es gibt Defekte am Holzzaun, die laufend repariert werden, aber es werden immer wieder mutwillig Zaunteile rausgerissen. Es muss Menschen geben, die es wohl nicht so nett finden, dass die Wildschweine bei uns nicht rein dürfen“, sagt Dagmar Elbrandt, technische Leiterin der Abteilung Grünflächen im Berliner Bezirksamt, dem die Wilmersdorfer Friedhöfe in Stahnsdorf gehören. Auf Facebook machte jüngst das Bild von einem zerwühlten Urnenfeld die Runde.

Auch Olaf Ihlefeldt, Friedhofsverwalter des benachbarten Südwestkirchhofs, kennt das Problem: Bei seiner Anlage wurden immer wieder Löcher in den Zaun geschnitten. Eine teure Verstärkung des Zaunes, tägliche Kontrollen und ständig geschlossene Türen und Tore haben jedoch dazu geführt, dass heute die Tiere draußen gehalten werden, erzählt er. „Aber sie laufen permanent um den Südwestkirchhof.“

Südwestkirchhof war drei Jahre lang frei von Wildschweinen

Doch das war jedoch nicht immer so: „Wildschweinschäden auf unserem Friedhof waren früher Dauerthema“, erinnert sich Ihlefeldt, „wir hatten 30 bis 40 Tiere auf dem Friedhof, die Flurschäden waren gigantisch.“ Seit drei Jahren ist der Südwestkirchhof endlich wildschweinfrei – neben der Einzäunung haben auch jährliche Treibjagden zum Ziel geführt.

Ein Aufwand, den sich das Wilmersdorfer Bezirksamt nicht leisten kann und möchte: „Wir können nicht 24 Stunden täglich eine Wache aufstellen und auch nicht jeden Tag wen hinschicken“, so Elbrandt. Bejagt werden dürfte der Friedhof. „Aber wir finden keinen, der das dort macht, das haben wir schon versucht.“ Der entstehende Schaden sei reparabel, aber ärgerlich, da er vermeidbar wäre.

Der Wilmersdorfer Waldfriedhof in Stahnsdorf hat mit Wildschweinschäden zu kämpfen. Quelle: Konstanze Kobel- Höller

Die Kosten, die von den Wildschweinen verursacht werden, würden bis zu 10 000 Euro jährlich ausmachen, schätzt Elbrandt. Erst unlängst seien wieder Instandsetzungsmaterialien für 5000 Euro bestellt worden. Das eigentliche Problem sei aber der Zeitaufwand, damit sich Mitarbeiter überhaupt darum kümmern.

Massiver Metallzaun soll helfen

Auf dem Wilmersdorfer Waldfriedhof Stahnsdorf sollen nun die Flächen, die noch genutzte Grabflächen seien, mit einem stabilen Metallzaun eingefasst werden, so die technische Leiterin. Die Kosten für diesen Schutz der Ehren- oder Kriegsgräber werden 15 000 bis 20 000 Euro betragen. Die restlichen Flächen werden wie Waldflächen behandelt – dort können sich die Wildschweine ausleben.

Ein Stück weiter auf dem Wilmersdorfer Waldfriedhof Güterfelde am Potsdamer Damm gab es ebenfalls schon Schäden durch Wildschweine. Dort sind sie aber seltener aktiv, da die Lage anders ist. Meist würden die Tiere hier über das offenstehende Tor auf die Anlage gelangen.

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Von Konstanze Kobel-Höller

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