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Potsdam-Mittelmark Dicke Batterie am Rande des Dorfes
Lokales Potsdam-Mittelmark Dicke Batterie am Rande des Dorfes
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17:04 19.02.2014
Vorfahrt ins eigene Netz: Im Dorf Feldheim soll Strom aus Windkraft künftig im Ort gespeichert werden. Quelle: T. Wachs
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Feldheim

Das energieautarke Dorf Feldheim geht einen nächsten Schritt zur Unabhängigkeit von überregionalen Stromnetzen. Demnächst soll dort der erste Spatenstich zum Bau eines leistungsstarken Energiespeichers erfolgen, der im Herbst am Netz sein könnte. Nach Informationen der MAZ soll der Bau in der Größe einer Doppelgarage rund zwölf Millionen Euro kosten. Geplant wird eine Speicherkapazität von zehn Megawatt. Sie soll als Puffer dienen, um die im Windpark mit 43Anlagen erzeugte Energie für den Verbrauch vor Ort speichern und in windarmen Zeiten abrufen zu können. Für das Forschungsprojekt stehen neben dem Eigenkapital der Investoren umfangreiches Fördergeld von Bund und Land in Aussicht.

Zur Umsetzung des Pilotprojektes kooperiert die im Dorf bereits seit 1994 vielseitig aktive Firma Energiequelle aus Kallinchen in Teltow-Fläming mit der Firma Enercon mit Stammsitz in Aurich (Niedersachsen) – ebenfalls Entwickler und Betreiber von Windparks.

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Zu den Details des neuesten Vorhabens will die Firma Energiequelle informieren, „wenn wirklich alle Genehmigungen etc. zur Umsetzung des Projekts amtlich sind“, sagte Werner Frohwitter auf Nachfrage der MAZ. „Dies wird noch eine Weile in Anspruch nehmen“, so der Sprecher des Unternehmens.

„Das Projekt wäre weltweit bislang wieder einmalig“, sagte Treuenbrietzens Bürgermeister Michael Knape (parteilos) in der jüngsten Sitzung der Stadtverordneten. Bei ihnen warb er dafür, zunächst die Leitungsrechte zu bewilligen, um den auf dem Gelände der Firma EQ-Sys in Feldheim geplanten Speicher an das örtliche Umspannwerk und damit an den Windpark sowie das Ortsnetz anschließen zu können.

Die Firma Energiequelle hatte die Leitungsrechte im Dezember für die neu gegründete Betreibergesellschaft RRKW Feldheim GmbH & Co. KG mit Sitz in Feldheim beantragt. Die Abgeordneten billigten die Nutzung öffentlicher Flächen mehrheitlich. Harald Torges (SPD) sprach sich prinzipiell dagegen aus, „weil ich nicht dem Bau von weiteren Windrädern Vorschub leisten will“.

Langfristiges Ziel der Akteure aus der Energiebranche sowie der Stadtverwaltung ist es wie berichtet, weitere Orte sowie Teile der Stadt Treuenbrietzen an das Netz zur direkten Selbstversorgung mit Strom aus alternativen Quellen anzuschließen. Ein Energie- und Klimaschutzkonzept soll die Möglichkeiten dazu ausloten. „Derzeit stehen dem jedoch noch Gesetze zur Durchleitung durch das öffentliche Netz entgegen“, sagte Bürgermeister Knape am Montagabend. Unterdessen billigten die Abgeordneten in der Sitzung einen weiteren Antrag der Firma Energiequelle.

Dieser betrifft Leitungsrechte zum Anschluss eines neuen Umspannwerkes. Es soll an dem bereits genutzten Standort zwischen dem Anger und dem Hellberg in Treuenbrietzen an der Sernowstraße errichtet werden. Dort könnten künftig unter anderem Strommengen eingespeist werden, die vom geplanten Windpark „Feldheim Nord“ geliefert werden.

Von Thomas Wachs

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