Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Wusterwitz Alfred Knoblauch ist neuer Ortsvorsteher in Zitz
Lokales Potsdam-Mittelmark Wusterwitz Alfred Knoblauch ist neuer Ortsvorsteher in Zitz
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
18:03 05.02.2020
Alfred Knoblauch ist neuer Ortsvorsteher im 265-Seelen-Dorf Zitz. Quelle: André Großmann
Anzeige
Zitz

Die Liebe zu seiner Heimat treibt Alfred Knoblauch an. Der 63-Jährige ist neuer Ortsvorsteher in Zitz und der einzige Gemeindevertreter im 265-Seelen-Dorf. Er grüßt Passanten, kennt jeden Einwohner persönlich und lebt seit seiner Geburt in der Zitzer Dorfstraße.

Taten gegen den Bedeutungsverlust

„Ich bin hier der letzte Mohikaner. Wenn wir aber niemanden mehr haben, der sich für die Belange von Zitz einsetzt, fällst du in der Politik automatisch hinten runter. Das geht nicht, dafür haben wir zu viel erreicht. Es ist wichtig im Gespräch zu bleiben und es soll doch weitergehen im Ort“, sagt der gelernte Maurer.

Anzeige
Eines der ältesten Bauerndörfer im Land: Zitz aus der Vogelperspektive. Quelle: Dirk Fröhlich

Er sitzt im Zitzer Dorfgemeinschaftshaus und blickt in den Veranstaltungssaal. Sekunden vergehen, nur eine Putzfrau durchdringt die Stille im Raum. Das Gebäude ist seit 22 Jahren sein Lieblingsplatz und zeitgleich der Treffpunkt für Anwohner bei kulturellen Events.

Wunsch an die Politik

Weil 1994 der Gaststättensaal abbrennt und den Dorfbewohnern ein Versammlungsort fehlt, entsteht damals die Idee, eine Begegnungsstätte für alle Bewohner zu schaffen. „Wir haben das Gebäude 1996 und 1997 mit Unterstützung aller Zitzer in Eigenleistung gebaut, jeder packte mit an. Das macht mich schon stolz“, sagt der Ortsvorsteher.

Das Dorfgemeinschaftshaus gehört fast 23 Jahren zum Zitzer Dorfbild. Quelle: Silvia Zimmermann

Diesen Zusammenhalt wünscht er sich auch in der Kommunalpolitik. „Mich stört, dass im Amt Wusterwitz seit zweieinhalb Jahren Stillstand herrscht. Haushaltspläne werden beschlossen und dann nicht oder nur teilweise umgesetzt“, sagt der Gemeindevertreter.

Ein wichtiges Projekt ist für ihn der Ausbau des Gehwegs zwischen der Zitzer Dorfstraße und der Kreuzung in Richtung Rogäsen. Er versteht nicht, warum die Sanierung der Straße und des Gehweges noch nicht begonnen hat, „denn die Pläne sollten schon seit zwei Jahren vorliegen, das wurde damals in einer Gemeindevertretersitzung beschlossen“.

Hoffnung auf Nachwuchs

Alfred Knoblauch sind klare Worte wichtig. „Ich bin ja schon zufrieden, wenn die Vorhaben der letzten zwei Jahre umgesetzt werden, von neuen Projekten will ich da noch gar nicht sprechen“, sagt der 63-Jährige.

Dem Ortsvorsteher ist klar, dass jüngere Einwohner für ihre Ausbildung aus der Region wegziehen. Er hofft aber, dass einige von ihnen bleiben, ein Haus bauen, sich im Zitzer Heimat- und Kulturverein und bei der Feuerwehr engagieren.

„Wenn zwei von zehn Jugendlichen später neue Nachwuchskräfte ausbilden, haben wir schon viel gewonnen“, sagt der ehemalige Ortswehrführer. Er glaubt nicht, dass die Einwohnerzahl im Dorf steigt. „Wir sterben aber auch nicht ganz aus“, sagt der Gemeindevertreter.

Ihm ist klar, dass er sein Leben lang in Zitz bleibt, für den Gemeindevertreter bedeutet der Zusammenhalt im Dorf Vertrautheit. „Was soll ich denn in der Stadt?“, fragt er, lächelt und erinnert sich an Momente, die ihm wichtig sind. 1973 feiert er das 1000-jährige Bestehen des Ortes bei einem Festumzug und heiratet zwei Jahre später seine Frau Monika in der Dorfkirche.

„Sie hat immer alles ertragen, über die Jahre hinweg gingen ja doch viele Abende ins Land, wenn ich bei der Feuerwehrausbildung war oder heute in der Gemeindevertretersitzung bin. Dafür möchte ich ihr danken“, sagt der Dorfbewohner. Alfred Knoblauch war 30 Jahre lang Ortswehrführer und wurde beim Rosenau-Fest im September 2018 vom damaligen Ortsvorsteher Silvio Mehlhaase ausgezeichnet.

Der ehemalige Ortswehrführer Alfred Knoblauch mit der ersten Zitzer Tragkraftspritze aus dem Jahr 1936. Quelle: Silvia Zimmermann

„Jetzt übernehmen Jüngere die Aufgaben und sie machen das gut“, sagt Alfred Knoblauch. Er setzt langsam andere Prioritäten im Leben und hat seine Rente schon beantragt. In diesem Jahr plant er einen Urlaub in Bayern. „Die Gesundheit ist entscheidend. Es ist wichtig, mal für zwei Wochen abzuschalten und neue Kraft zu tanken. Und dann ist es auch wieder gut “, sagt der 63-Jährige.

Neue Unfallgefahr

Er läuft durch den Ort, blickt in die Zitzer Dorfstraße und sieht sein nächstes Projekt als Gemeindevertreter. Weil dort ein leerstehendes Einfamilienhaus an der Kreuzung zur Ortsmitte eingezäunt ist, laufen Kinder häufiger direkt auf der Straße. „Das ist eine Gefahrenquelle, hier muss schnell etwas getan werden, um Unfälle zu vermeiden“, sagt Alfred Knoblauch. Er will die Situation in den nächsten Tagen mit Vertretern des Wusterwitzer Bauamtes besprechen.

Von André Großmann

Die Suche nach einem Nachfolger für Ramona Mayer beginnt. In Kürze wird die Ausschreibung veröffentlicht. Ein Mann bringt sich bereits als möglicher Bewerber ins Spiel.

14.01.2020

Landrat Blasig (SPD) macht den Wusterwitzer Amtsausschuss für die hohen Kosten eines beauftragten Verwaltungschefs verantwortlich. In einem Brief verteidigt er die Wahl des teuren Rechtsanwalts.

10.01.2020
Wusterwitz Landfrauen in Rogäsen und Wusterwitz Näh-Künstlerinnen in Debattierlaune

Christa Frase ist eine Meisterin des Quiltens und sprüht vor Humor. Nun hat die 85-Jährige die Leitung der Landfrauen-Gruppe Rogäsen-Wusterwitz an eine Doppelspitze abgegeben. Die Nachfolgerinnen haben auch nach Kirchmöser eine enge Verbindung.

10.01.2020