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Wusterwitz Mit vollen Segeln durch die Feldscheune
Lokales Potsdam-Mittelmark Wusterwitz Mit vollen Segeln durch die Feldscheune
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16:11 02.05.2019
Udo Jahn von Ziörjen öffnet am Wochenende seine Atelierscheune in Altbensdorf. Zu seinen neuesten Arbeiten gehört die Skulptur „Sailing“. Wenn sich ein Auftraggeber findet, sollen die Segelboote eines Tages in polierter Bronze glänzen. Quelle: HEIKE SCHULZE
Altbensdorf

Zwei Dreimaster schießen durch ein Wellengebirge. Fast kann der Betrachter die starke Brise erahnen, die Großsegel, Genua und Spinnacker bis zum Zerreißen aufbläht. Doch dank der Kielgewichte, die in Stelen übergehen, halten beide Boote Kurs. Die dramatische und zugleich majestätische Szene spielt sich nicht auf dem Wasser, sondern ausgerechnet in einer alten Feldscheune bei Altbensdorf ab.

Rund um Brandenburg

Udo Jahn von Ziörjen öffnet die alte Feldscheune am Ortsausgang von Altbensdorf am Sonnabend, 4. Mai, von 14 bis 19 Uhr und am Sonntag, 5. Mai, von 11 bis 18 Uhr. Der Künstler erläutert die Entstehung einer Skulptur am Carrara Marmor.

In Potsdam-Mittelmark nehmen 102 Künstler an den Tagen des offenen Ateliers 2019 teil. Eine große Gemeinschaftsaktion gibt es in der Kirche von Hohenferchesar. Dort stellen am Sonnabend ab 14 Uhr und am Sonntag ab 11 Uhr Künstler aus ganz Havelsee bei Kaffee und Kuchen aus.

Mit dabei aus dem Raum Brandenburg sind Uwe Sernow-Rose (Metallkunst) aus Gortz, Dorfstraße 27; Wolfgang Lorenz (Fotografie) aus Lehnin, Schlichtingstraße 13; Martina Breyer (Malerei) aus Krahne, Hauptstraße 7; Franka Schwarz (Malerei) aus Trechwitz, Neusiedler Straße 8;

An Land, umgeben von Spargeläckern, hat Udo Jahn von Ziörjen ein maritimes Werk voller Dynamik gestaltet, das wie geschaffen für einen Standort im Land der Wassersportler ist. Noch ist die Skulptur, die zu den neuesten Arbeiten des in Brandenburg lebenden Bildhauers gehört, ein 2,20 Meter hohes Gipsmodell mit dem passenden Namen „Sailing“.

Eine von drei Skulpturen aus der Trilogie Würde. Quelle: HEIKE SCHULZE

Geht es nach dem Künstler, könnte aus dem Modell schon bald eine Skulptur aus polierter Bronze werden, die ihren Platz auf einem Natursteinsockel in der Stadt Brandenburg findet. Zum Beispiel am Salzhofufer, gegenüber dem Wassertorturm oder auf dem Neustädtischen Markt als Teil eines begehbaren Brunnens. Doch private Auftraggeber haben sich bislang nicht gefunden. Bei einem Kostenaufwand von rund 80 000 Euro ist die Suche nach einem Mäzen nicht einfach. Auch das Rathaus ließ ein vor Monaten eingereichtes Initiativangebot des Bildhauers unbeantwortet.

An Gesprächsthemen und Neuigkeiten dürfte es bei den Tagen des offenen Ateliers an diesem Wochenende (4. und 5. Mai) in der Werkstatt von Ziörjen also nicht fehlen. Der Bildhauer gehört zu den zahlreichen Künstlern, die in Potsdam-Mittelmark am Sonnabend und Sonntag ihre Ausstellungen und Arbeitsorte der Öffentlichkeit präsentieren. Rechter Hand hinter den letzten Häusern von Altbensdorf hat sich der Künstler schon vor Jahren in eine hölzerne Feldscheune eingemietet. Durch Bretterritzen fallen ein paar Sonnenstrahlen auf die Figuren aus Gips und Carrara Marmor. Auch der Wind findet dann und wann seinen Weg in das Atelier, das früher als Strohlager und Garage diente.

Carrara Marmor ist Lieblingsmaterial

Udo Jahn von Ziörjen schätzt seine abgelegene Wirkungsstätte: „Ich brauche keinen großen Komfort. Dafür liebe ich den Duft der Akazien und freue mich über die Pferde auf einer nahen Koppel.“ Gefräst, geschliffen und gehämmert wird dort vor allem in der wärmeren Jahreshälfte. Im Winter dient ihm ein ausrangierter Bauwagen als Ideenschmiede für kleinere Entwürfe. Gerne zeigt der im sächsischen Löbau geborene Künstler seinen Besuchern den Entstehungsprozess einer Skulptur am Carrara Marmor, den von Ziörjen wegen seiner Feinheit und Lichtdurchlässigkeit als bevorzugtes Material schätzt.

Eine rote Kugel steht für die Wärme eines Sterns im Universum. Doch ein schwarzes Loch droht alles im Kosmos zu verschlucken – selbst das Licht. Quelle: HEIKE SCHULZE

Der Schöpfer der im Brandenburger Theaterpark aufgestellten bronzenen Flamenco-Tänzerin kann am Wochenende weitere Skulpturen aus dem Zyklus „Tänzerinnen der Welt“ vorstellen. Derzeit arbeitet er intensiv an „Tango“, der zweiten Figur des Projektes, welche den amerikanischen Kontinent symbolisiert. Die Marmorblöcke für die Tänze aus Asien, Afrika und Australien sind schon in seinem Atelier untergebracht. Erste Arbeiten aus Gips können bereits betrachtet werden.

Flüchtlinge als Thema

Ebenfalls zu sehen im Scheunen-Atelier sind von Ziörjens Arbeiten zum Thema Flüchtlinge, mit dem sich der Künstler seit Jahren auseinandersetzt. So wartet auch seine Triologie Würde auf einen Ritterschlag in Bronze. Für Schlagzeilen hatte vor einigen Jahren seine überlebensgroße Figur des Vicco von Bülow gesorgt. Diese in 400 Kilo Bronze gegossene Skulptur des berühmten Loriot samt Mops steht heute in Falkenhagen (Stadt Pritzwalk) allerdings unter einem anderen Namen, denn Susanne von Bülow, die Tochter Loriots, hatte einer offiziell geplanten Aufstellung zu Ehren ihres Vaters nicht zugestimmt.

Von Frank Bürstenbinder

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