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Wusterwitz Neuer Amtswehrführer sagt, was ihm wichtig ist
Lokales Potsdam-Mittelmark Wusterwitz Neuer Amtswehrführer sagt, was ihm wichtig ist
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20:50 08.04.2019
Amtsdirektorin Ramona Mayer gratuliert Björn Wüstenberg zu seiner Bestellung als Amtswehrführer. Quelle: Frank Bürstenbinder
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Amt Wusterwitz

Björn Wüstenberg (35) ist der Nachfolger des nach 24 Jahren aus dem Dienst geschiedenen Amtswehrführers Ronald Melchert. Die Bestellung von Wüstenberg zum obersten Feuerwehrmann im Amt Wusterwitz erfolgte am Montagabend im Amtsausschuss in namentlicher Abstimmung. Der MAZ sagte Wüstenberg, der seit 2016 Ortswehrführer in Wusterwitz ist, worauf es jetzt seiner Meinung nach ankommt.

Für mehr Sacharbeit

Er wolle auf alle Ortsfeuerwehren zugehen, um wieder ein Klima des Vertrauens und der Kameradschaft im Brandschutz herzustellen. „Wir müssen uns endlich wieder auf die Sacharbeit und weniger auf persönliche Befindlichkeiten konzentrieren. Ich verstehe mich als Interessenvertreter und Ansprechpartner aller Feuerwehrleute im Amt“, so der neue Amtswehrführer. Bekanntlich waren in den letzten Monaten die drei Ortswehren von Bensdorf, Zitz und Viesen auf Abstand zu Amtswehrführer Ronald Melchert gegangen, weil sie dessen fachliche Qualifikation und seinen Führungsstil in Frage stellten.

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Während der Amtsausschuss hinter verschlossenen Türen beriet, mussten die Gäste vor der Kulturscheune warten. Quelle: Frank Bürstenbinder

Zu den inhaltlichen Schwerpunkten in der Zukunft zählt Wüstenberg die Errichtung einer neuen Fahrzeughalle in Rogäsen. Außerdem sei die Abarbeitung eines mit den Ortswehren abgestimmten Fahrplans für die Fahrzeugbeschaffung wichtig. Wie Amtsdirektorin Ramona Mayer in ihren Informationen mitteilte, wird als Standort für das neue Gerätehaus in Rogäsen eine Fläche hinter dem Gemeindehaus favorisiert. Eine Teilfläche müsse allerdings zuvor von der Kommune angekauft werden, so Mayer.

Vorschlag von Mayer

Die Verwaltungschefin hatte Wüstenberg für das Ehrenamt vorgeschlagen. Ihr folgten nur vier der acht Mitglieder im Amtsausschuss – und zwar in namentlicher Abstimmung. So hatten es Lothar Ohge und Christina Wartenberg beantragt. Die Ja-Stimmen gab es von Ronald Melchert, Dietrich Wiebeck, Hans-Joachim Probst und Lothar Insel. Bernd König und Thomas Kinsky aus Bensdorf enthielten sich der Stimme. Gegen den Vorschlag votierten Lothar Ohge und Christina Wartenberg. Damit gab es für den Wunschkandidaten der Verwaltung die nötige Mehrheit.

Der Amtsausschuss unter Vorsitz von Ronald Melchert tagte in der Kulturscheune. Quelle: Frank Bürstenbinder

Ungewöhnlich war die Verfahrensweise. Aus der schriftlichen Beschlussvorlage für den Amtsausschuss ging zwar hervor, dass es zwei Bewerber gibt, doch Namen wurden darin nicht genannt. Auch die Empfehlung von Kreisbrandmeister Jens Heinze für eine bestimmte Person wurde der Beschlussvorlage im Vorfeld nicht beigefügt. Dafür erklärte Amtsausschussvorsitzender Melchert die Diskussion zur Personalie und damit für nicht öffentlich. Alle rund 40 aus Wusterwitz und Umgebung angereisten Gäste mussten den Saal der Kulturscheune verlassen.

Qualifikationen nachholen

Hinter verschlossenen Türen hatte Amtsdirektorin Mayer offenbar Mühe ihren Vorschlag zu begründen. Grund: Erst in der rund halbstündigen internen Runde erfuhren die Kommunalpolitiker aus allen Gemeinden des Amtes, dass Kreisbrandmeister Heinze aus fachlicher Sicht die Bestellung von Stephan Krauße als zweiten Bewerber wegen aller bereits vorhandener Qualifizierungen favorisiert. Krauße ist jahrelanger Stellvertreter von Melchert. Offenbar reichte das der Mehrheit im Amtsausschuss als Besetzungsgrund nicht aus. Dafür bekommt Wüstenberg zwei Jahre Zeit, um zusätzliche Qualifizierungen zu absolvieren. Krauße erwies sich als souveräner Verlierer. Der Viesener gratulierte dem Wusterwitzer zu seiner Bestellung.

Von Frank Bürstenbinder