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Wusterwitz Wusterwitz: Das sind die Pläne der Bürgermeister-Kandidaten
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18:40 12.06.2019
Stichwahl: Frank Geue (links) und Amtsinhaber Ronald Melchert kandidieren am 16. Juni um das Amt des Wusterwitzer Bürgermeisters. Quelle: Marion von Imhoff
Wusterwitz

Am Sonntag treten Amtsinhaber Ronald Melchert (CDU) und sein Gegenkandidat Frank Geue in Wusterwitz bei der Stichwahl für das Bürgermeisteramt an. Die MAZ hat beide Bewerber um das höchste Gemeindeamt zu einer Debatte eingeladen.

Melchert ist seit elf Jahren Bürgermeister. Bei der Wahl am 26. Mai holte Geue, der für die Freien Bürger und Bauern (FBB) antritt, mit 744 Stimmen das beste Ergebnis. Melchert erhielt 638 und der dritte Kandidat Norbert Tilegant ergatterte 309 Stimmen. Bei der Wahl des Gemeinderats erhielt Melchert 27 Stimmen mehr als Geue.

Uferpromenade und Bahnhof

Geue würde sich als Bürgermeister „als Ansprechpartner und Fürsprecher für die Bürger sehen. Ich habe vor, mich mit den Schaltzentralen unseres Gemeindelebens in Verbindung zu setzen, Schule, Kindergarten, Vereine, Feuerwehr, Gewerbeverein und besprechen, wo wir in fünf Jahren stehen wollen“.

Die Wusterwitzer Uferpromenade als Stolperpflaster. Wurzeln drücken das Pflaster seit Jahren hoch. Quelle: Frank Bürstenbinder

Und wo sollte Wusterwitz in fünf Jahren stehen? Geue hofft auf Zuzug. Und: „Die Uferpromenade müssen wir ansehnlicher machen, da besteht dringender Handlungsbedarf. Der Bahnhofsbereich muss gestaltet werden, das ist ein Aushängeschild.“

Das Miteinander im Ort stärken

Wie sieht es der Amtsinhaber? Auch er plädiert für Zuzug. Zur Seepromenade sagt Melchert: „Die gefällt mir auch nicht, wir haben Geld dafür eingestellt, leider hat das Bauamt das in den letzten beiden Jahren nicht abgearbeitet. Ich werde dran bleiben. Die Badestellen können wir neu machen und den Schlamm beseitigen.“ Und der Bahnhofsbereich? „Der Bahnhofsbereich ist mir seit vielen Jahren ein Dorn im Auge“, sagt Melchert. „Aber wir haben das Problem, dass es Privateigentum ist. Wir können die Leute nicht zwingen, etwas zu machen. Wir können nur weiter versuchen, Kontakt aufzunehmen.“ Geue: „Wir müssen intensivst versuchen, mit den Eigentümern zu sprechen.“

Die Kandidaten für das Bürgermeister-Amt

Ronald Melchert (CDU, 58) in Brandenburg geboren, in Wusterwitz aufgewachsen, verheiratet, zwei erwachsene Söhne, gelernter Korbmachermeister, Fleischer, Betreiber des Edeka-Marktes, Bürgermeister.

Frank Geue (FBB, 57), geboren in Ziesar, in Viesen aufgewachsen, Diplom-Ingenieur für Maschinenbau, angestellt bei der ostdeutschen LBS, geht in 20 Monaten in Altersteilzeit, verheiratet, vier Söhne

Was ist völlig schief gelaufen? „Ich bin nicht der Typ, der sinniert, was gelaufen ist und was nicht“, so Geue. „Ich möchte in die Zukunft schauen. Mir ist wichtig, dass der Dorffrieden wieder hergestellt wird. In Bezug auf Feuerwehr, ich möchte, dass das Miteinander in der Gemeindevertretung und unter den Bürgern einvernehmlicher wird. Ich habe den Eindruck, dass man sich mit sich selbst beschäftigt hat und nicht mit den Problemen, die anstehen. Den Ort nach vorne bringen ohne Parteigeplänkel, das wäre mir wichtig.“ Und wie will er es schaffen: „Beide Seiten hören und miteinander vernünftig reden, und zwar um die Sache.“

Der Streit um den Kita-Anbau

Melchert kritisiert, dass im Frühjahr 2018 Mitglieder im Gemeinderat gegen den Ausbau der Kita stimmten aus Kritik an der Vergabepraxis. „Es ist doch sinnvoll, wenn der Auftrag an eine Architektin aus dem Ort geht. Deswegen kann man doch nicht gegen den Kitaausbau stimmen?!“ Zu den Querelen sagte Melchert, es sei schwierig, alle Meinungen unter einen Hut zu bringen. Das sei Demokratie.

Der Bodenrichtwert reicht in Wusterwitz bis 125 Euro. Das ist spitze im Altkreis Brandenburg. „Es zeigt die Beliebtheit Wusterwitz, aber auch, dass es gut war, auf dem Eggertsberg einen Investor hinzuzuziehen, der eine größere Baufläche erschlossen hat“, sagt Melchert. „Darum haben wir lange gekämpft mit der Erbengemeinschaft.“

Wusterwitzer Stärken

Beide Männer sind sich einig, dass das Potenzial Wusterwitz’ nicht ausgeschöpft ist. „Die Infrastruktur ist klasse“, so Geue. „Allein durch die Bahnanbindung haben viele Einwohner, die in Magdeburg oder Richtung Berlin pendeln zur Arbeit. Man kann die Kinder per Zug zu weiterführenden Schulen schicken nach Genthin oder Brandenburg.“ Melchert verweist auf den kostenlosen Hort der Schule und deren weitere Sanierung für 800.000 Euro, die nun beginne.

Beide Kandidaten loben die „überdurchschnittliche medizinische Versorgung“ (Geue) in Wusterwitz. Melchert verweist auf die Investitionen der Gemeinde ins Ambulatorium: „Wir haben den Ärzten dort sehr moderate Mietpreise angeboten“, sagt Melchert. „Wir haben es gemacht, um die Leute hierzuhalten. Wir haben einen ausgeglichenen Haushalt, deswegen können wir uns das auch leisten. Wir haben über 5000 Euro angelegt für eine Anzeige im Bundesanzeiger für Ärzte. Drei Bewerber haben sich darauf gemeldet.“ Letztlich habe es zum Erfolg geführt.

Sorgen der Einzelhändler

Nicht zufrieden sind viele Einzelhändler in Wusterwitz. „Da muss ich jetzt dazwischen grätschen“, so Geue. „Das ist der Onlinehandel. Wer von morgens bis abends arbeitet, der geht abends ins Internet.“ Melchert hakt ein: „Das muss man sich eben überlegen, ich kaufe mir meine Schuhe hier beim Schuhhändler. Ich lasse den Euro lieber im Ort als irgendwo im Internet.“

Geue plädiert dringend für einen Lebensmitteldiscounter etwa am früheren Sägewerk in der Warchauer Straße. Melchert weist Gerüchte zurück, er habe als Betreiber des Edeka-Marktes dafür gesorgt, dass sich kein zweiter Supermarkt in Wusterwitz angesiedelt hat. „Das weise ich weit zurück. Wir hatten Leute hier, die gesagt haben, ein zweiter Markt rechnet sich erst bei 1500 Einwohnern mehr.“ Das sieht Geue anders: „Ziesar ist kleiner und auch dort gibt es mehrere Märkte.“

Geue für schönere Ortsdurchfahrt

Die Ortsdurchfahrt zwischen Kanal und Bahnhof mit straßenbegleitendem Grün zu verschönern, hält Geue für nötig. Melchert sieht es als nicht möglich an. Geue möchte wieder einen paritätisch besetzten Bauausschuss einführen. „Es ist Zeit für Veränderung“, sagt er. Melchert hält dagegen: „Wusterwitz braucht Kontinuität.“

Am Ende verabschieden sich die Männer mit Schulterklopfen. Sie sind fair im Umgang. Am Sonntagabend kommen beide zur Auswahl der Stimmen ins Amt Wusterwitz.

Von Marion von Imhoff

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