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Wusterwitz Dieser Sammler besitzt 14.850 Kugelschreiber
Lokales Potsdam-Mittelmark Wusterwitz Dieser Sammler besitzt 14.850 Kugelschreiber
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15:47 29.04.2019
Der Woltersdorfer Dieter Busse besitzt mehr als 14850 Kugelschreiber und will weiter sammeln. Quelle: André Großmann
Woltersdorf

Wikinger, Pharaonen, Pelikane mit Bierflasche und Donald Trump zieren die Kugelschreiber von Dieter Busse. Der Woltersdorfer besitzt 14850 Kulis, die auf Styroporplatten gesteckt sind und sich endlos aneinanderreihen. Die Regale seines 20 Quadratmeter großen Hobbyraums und ein weiteres 30 Quadratmeter großes Zimmer sind prall gefüllt mit den Schreibgeräten.

Der Woltersdorfer Dieter Busse sammelt Kulis und besitzt Tausende Exemplare aus verschiedenen Ländern. Seine Sammlung will er noch in diesem Jahr auf 15000 Exemplare erweitern.

Kulis aus Mexiko, Australien und Venezuela

Busses Raritäten stammen aus Ländern wie Mexiko, Australien, Venezuela und begeistern den 64-Jährigen. Kollegen, Freunde und Familienmitglieder sammeln seit Jahren für den Rentner. „Es ist immer wieder schön zu erfahren, wie die Kugelschreiber den Weg zu mir gefunden haben. Sie haben eine tolle Farbenvielfalt, die gleich ins Auge fällt“, sagt Busse. Der frühere Gleisbaumechaniker betrachtet seine ausgestellten Exponate, die er aber nicht zum Schreiben nutzt. „Dafür habe ich genug doppelte Exemplare, die anderen sind mir zu schade“, sagt Busse der MAZ.

Leidenschaft und Erinnerungen

Mit einem fotografischen Gedächtnis weiß er sofort, wo welcher Kuli steht und findet auch ein Schreibgerät mit eingebautem Kopfhöreranschluss. Dieser wird in der Bedienungsanleitung als „Begleiter in allen Lebenslagen“ angepriesen. „Legen Sie ihren alten, langweiligen Kugelschreiber in die Mottenkiste und das alte Radio gleich dazu“, heißt es in der Beschreibung weiter.

Doch in der Mottenkiste sind Busses Kulis nicht verschwunden, was er einmal angefangen hat, will der 64-Jährige auch zu Ende bringen. Die Leidenschaft für sein Hobby begann vor 18 Jahren. Damals reiste Busse als Kundendienstmonteur beim Brandenburger Unternehmen GBM Gleisbaumechanik durch Deutschland, Polen, Niederlande, Belgien, die Schweiz und sammelte in jedem Land Schreibgeräte.

Für ihn sind die Kulis verbunden mit Erinnerungen an seine Reisen durch Europa. Stolz macht ihn ein Exemplar des österreichischen Unternehmens „Plasser und Theurer“. Wenn dieser bewegt wird, fährt eine Baumaschine im Inneren des Kugelschreibers hoch und runter. „Die würde ich nicht wieder hergeben“, kommentiert Busse und betont, dass dieses Exemplar einmalig zur Präsentation einer neuen Baumaschine herausgegeben wurde. Auch der amtierende US-Präsident lacht in Woltersdorf. Denn das Schreibgerät mit dem Kopf von Donald Trump beeinhaltet ein Mikrofon, dass bei Berührung aktiviert wird. Dann lacht Trump und spricht sieben weitere Sätze.

Zweimal im Jahr wird die Sammlung gereinigt

Dieter Busse stört es nicht, wenn die Mine eines Kugelschreibers austrocknet. Denn in einem Hobbyraum hat er fünf Kisten mit weiteren Schreibgeräten und Ersatzteilen. Obwohl Busse seit über zwei Jahren Rentner ist, rufen seine Kollegen noch an und beschaffen für ihn seltene Exemplare. Dafür ist er dankbar, es macht ihn stolz, Raritäten wie ein Schreibgerät im Katzen-, Säbel- und Fiebermesserlook zu besitzen. „Hier werden schon einige dabei sein, wo man heutzutage nicht mehr ran kommt“, sagt der Sammler der MAZ. Für ihn sind die Kulis ideell wertvoll. Zweimal im Jahr putzt er seine Kostbarkeiten und seift sie mit Glasreiniger ab.

Busse gibt für neue Kugelschreiber und die Erweiterung seiner Kollektion kein Geld aus, ihm ist es wichtig, neue Sammelanreize zu haben. „Das achte ich dann auch mehr“, sagt der 64-Jährige. Seine Frau Christina hatte immer Verständnis für sein Hobby, seit 42 Jahren ist das Paar verheiratet. Im Kuriositätenkabinett ist auf einem australischen Schreibgerät auch ein Kulli mit Känguruh zu sehen, daneben steht ein Kuli, der noch verpackt ist. Die Warnung „Achtung! Dieser Kuli schreibt komisch“ stört den Woltersdorfer nicht.

15000 Exemplare sind das nächste Ziel

Er will seine Sammlung noch in diesem Jahr auf 15000 Exemplare aufstocken. „Ich finde das schön und jeder soll sein Hobby haben“, sagt der Kuli-Liebhaber. Ein Kugelschreiber-Museum will Busse später aber nicht eröffnen, er überlässt die Sammlung seinen Kindern, die frei entscheiden sollen, was sie mit den Objekten anstellen. Neue Formen faszinieren Busse weiter, er wünscht sich mehr Kugelschreiber aus den osteuropäischen Staaten und ist gespannt, aus welchen Ländern seine früheren Kollegen die nächsten Kugelschreiber mitbringen.

Von André Großmann

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