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Wusterwitz Für den Spargel kauft Bensdorf 17 neue Ortsschilder
Lokales Potsdam-Mittelmark Wusterwitz Für den Spargel kauft Bensdorf 17 neue Ortsschilder
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12:03 14.05.2019
So sollen die neuen Ortsschilder aussehen. Quelle: Amt Wusterwitz
Bensdorf

Separate Schilder an den Ortseingängen gibt es schon seit einigen Jahren. Doch jetzt wird es hochoffiziell. Bensdorf gibt sich die zusätzliche Bezeichnung „Spargelgemeinde“. Das haben die Gemeindevertreter auf ihrer letzten Sitzung vor der Kommunalwahl am 26. Mai einstimmig beschlossen.

Jetzt ist es Aufgabe des Amtes Wusterwitz, den Willen der Volksvertreter der Brandenburger Landesregierung anzuzeigen. Die Zusatzbezeichnung gilt als verliehen, wenn das Innenministerium nicht innerhalb eines Monats nach Eingang der Mitteilung schriftlich Bedenken gegenüber der Gemeinde Bensdorf erhebt.

Neue Ortsschilder

Eine sichtbare Folge des Beschlusses wird die Erneuerung der Ortsschilder sein. Wie Amtsdirektorin Ramona Mayer mitteilte, sollen insgesamt 17 der gelben Tafeln ausgewechselt werden. Sie werden durch neue Ortsschilder mit dem Zusatz „Spargelgemeinde“ vor dem Gemeindenamen Bensdorf ergänzt.

Diese zusätzlichen Schilder an den Bensdorfer Ortseingängen gibt es bereits. Quelle: Frank Bürstenbinder

Die Anzahl kommt durch die Ortsteile und bewohnten Gemeindeteile von Woltersdorf über Neu- und Altbensdorf bis nach Vehlen zustande. Die Kosten werden von der Verwaltung auf maximal 3500 Euro beziffert. Das Geld ist bereits im Haushalt für 2019 eingestellt. Für Bürgermeister Bernd König ist der ideelle Wert des zu erwartenden Ritterschlages nicht weniger bedeutend.

„Bereits in den 1920er-Jahren wurde der erste Spargel in der Gemeinde angebaut. Längst hat der Spargel Bensdorf über seine Grenzen hinaus bekannt gemacht. Die Zusatzbezeichnung im Namen ist auch ein Bekenntnis zum Anbau dieser wichtigen Sonderkultur“, begründete der Bürgermeister die von der Fraktion Freie Bauern und Bürger eingebrachte Beschlussvorlage.

Schon einmal Thema

Im Vorfeld der Beschlussfassung warf Alt-Bürgermeister Herbert Rost die Frage nach dem Sinn der Zusatzbezeichnung auf. Schon vor sechs Jahren sei über einen ähnlichen Vorstoß im Gemeinderat ohne Ergebnis debattiert worden. Es blieb damals beim Aufstellen der frei gestalteten Schilder an den Ortseingängen. Rost bezeichnete die aktuelle Vorlage als „Hokuspokus“.

Rost erinnerte daran, dass früher in Bensdorf viel mehr Kartoffeln als Spargel angebaut wurden. „Und was ist, wenn die Spargelproduktion sich nicht mehr lohnt, weil Chinesen in Afrika den Spargel billiger produzieren“, fragte der Bensdorfer in die Runde.

Der Spargel ist zu einem Markenzeichen von Bensdorf geworden. Heute ernten drei Höfe auf einer Gesamtfläche von rund 350 Hektar Spargel. Quelle: Marion von Imhoff

In diesem Zusammenhang sprach sich Einwohnerin Rosemarie Adel für kleinere Felder und weniger Folie über dem Spargel aus. Den Bedenken schloss sich Gemeindevertreterin Bärbel Merx an, die neben der Folie auch auf Gefahren von Schnüren aus der Landwirtschaft für die Störche verwies.

„Wir nehmen die Kritik mit“, sagte Bürgermeister Bernd König, selbst Betriebsleiter der Agrar GmbH Bensdorf. Auch sein Stellvertreter Ekhard Wolter leitet mit dem Gut Herrenhölzer ein landwirtschaftliches Unternehmen.

Blühflächen angelegt

Wolter lud Rosemarie Adel zu einer Feldführung ein: „Wir bauen auf 120 Hektar Spargel an. Für die Artenvielfalt haben wir 70 Hektar Bienenweide und Blühflächen angelegt. Solch ein großzügiges Verhältnis ist mir aus anderen Regionen nicht bekannt.“ Am Ende blieb es bei der Entscheidung der Gemeindevertreter für die Zusatzbezeichnung „Spargelgemeinde“.

Von Frank Bürstenbinder

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