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Wusterwitz Mit dem besten Hund zum Vize-Weltmeister
Lokales Potsdam-Mittelmark Wusterwitz Mit dem besten Hund zum Vize-Weltmeister
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14:01 25.03.2019
Vize-Weltmeister Karl Habermann aus Gollwitz mit seinem Leithund Joker. Quelle: Rüdiger Böhme
Gollwitz

Joker ist der neue Star im Zwinger von Karl Habermann (62). Der vierjährige Leithund verhalf seinem Besitzer bei der Schlittenhunderennen-Weltmeisterschaft in den französischen Alpen aufs Treppchen. Der Gespannführer, Musher genannt, aus Gollwitz bei Warchau holte sich nach drei Tagesläufen einen sensationellen zweiten Platz in der Gesamtwertung und damit die Silber-Medaille.

Nicht nur vor dem Schlitten

Karl Habermann ist Mitglied im Verband Deutscher Schlittenhundesport (VDSV), der ihn zur Weltmeisternschaft nominierte. Die nächste WM findet in zwei Jahren wahrscheinlich wieder in Nordamerika statt. Aus Kostengründen sind dort nur wenige Europäer vertreten.

Beim Schlitten werden zwei bis beliebig viele Hunde paarweise angespannt. Sie sind über eine zentrale Zugleine mit dem Gefährt verbunden. Der Gespannführer steht auf dem Schlitten und gibt die Kommandos an die vordersten Hunde (Leader).

Hundeschlitten können Geschwindigkeiten von bis zu 25 Stundenkilometer erreichen. Es gibt noch andere Arten des Sports. Zum Beispiel das Skijöring, wo bis zu zwei Hunde einen Skifahrer ziehen. Beim Bikejöring besteht das Team aus einem schnellen Hund und einem Menschen auf einem geländegängigen Rad.

Seit 30 Jahren ist Habermann dem Schlittenhundesport verbunden. Der Vize-Weltmeistertitel ist der größte Erfolg, den der Gollwitzer bei Meisterschaften erringen konnte. „Die Freude ist groß. Vor vier Jahren in Bernau war es der 3. Platz. Beim nächsten Mal will ich dann Weltmeister werden“, scherzt Habermann, der stolz auf sein schnelles Sechser-Gespann ist. In der Mitteldistanz-Klasse schaffte er es mit seinen Hunden in den Bergen rund um Bessans jeden Tageslauf über 42 Kilometer in einer Zeit von unter zwei Stunden zu absolvieren.

Karl Habermann (l.) bei der Siegerehrung auf der Schlittenhunde-WM in Bessans. Quelle: privat

„Ohne einen gut ausgebildeten Leithund ist das nicht zu schaffen. Joker hört absolut verlässlich auf die Kommandos. Wenn ich links rufe, dann zieht er auch nach links“, schwärmt Habermann. Joker ist eine Kreuzung aus Husky und Jagdhund. Damit gehört er zu den Europäischen Schlittenhunden, die unter Mushers als umgänglicher und leichter erziehbar gelten. Der Leithund stammt aus eigener Zucht. Fünf junge Hunde befinden sich bereits in der Ausbildung. Habermann setzt inzwischen ausschließlich auf Europäischen Schlittenhunde. Vom klassischen Husky hat sich der Züchter und Gespannführer längst verabschiedet.

Fünf Wochen Training

Schon fünf Wochen vor der WM war der Gollwitzer mit seinem Wohnwagen zu einem Trainingscamp nach Italien aufgebrochen. „In 1800 bis 2000 Meter gab es Schnee ohne Ende. Vor dem Schlitten konnten die Hunde schon mal ihre Form zeigen. Daheim vor der Haustür ist ja an Schnee wieder nicht zu denken. Deshalb kommt in Gollwitz der Trainingswagen auf Rädern zum Einsatz“, berichtet der Musher.

Eröffnungsveranstaltung der WM in Bessans. Quelle: privat

Am Anfang sah es gar nicht so gut aus für Habermanns Gespann in Bessans. Die Hunde litten unter Durchfall, starteten geschwächt ins Rennen. Doch im Laufe der drei Tage wurden die Tiere immer stärker und konnten sich in der Gesamtwertung gegen 20 Mitbewerber in der Klasse der Mitteldistanz durchsetzen. Ehefrau Liane war ihrem Gatten nachgereist und feuerte das Gespann an. Sie teilt das Hobby ihres Mannes von Anfang an. Karl Habermann legte nach der Wende als Veranstalter die Schlittenhunderennen in Rogäsen auf. Er war schon in Kamtschatka, ließ sich von Hunden durch Finnland ziehen und kennt sich in den Pyrenäen aus.

Von Rennen zu Rennen

Selbst nach der WM legte Habermann keine Pause ein. Er blieb noch im Hochgebirge zum Alpen-Trail in Südtirol, einem der weltweit berühmtesten Schlittenhunde-Events. Dort schaffte es der Gollwitzer zweimal auf den zweiten Platz. Doch damit nicht genug. Gerade nach Gollwitz zurückgekehrt ist der Gespannführer aus Norwegen, wo er sich mit seinen Hunden im Mittelfeld behaupten konnte.

Von Frank Bürstenbinder

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