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Wusterwitz In Wusterwitz hat der Staatsanwalt das Wort
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08:01 12.10.2019
Gegen die abgewählte Wusterwitzer Amtsdirektorin Ramona Mayer läuft bei der Staatsanwaltschaft Neuruppin ein Ermittlungsverfahren. Quelle: JACQUELINE STEINER
Brandenburg/H

Armes Wusterwitz. Polizei und Ordner sichern eine Sitzung des Amtsausschusses ab. Das gab es noch nie. Wie konnte es dazu kommen? Die Versammlung wurde in dieser Woche zur spektakulären Protestveranstaltung der Gegner einer Abwahl von Ramona Mayer als Amtsdirektorin. Wer dabei war, muss sich fragen, wie eine gedeihliche Zusammenarbeit zwischen Verwaltungschefin und Amtsausschuss, dem alle drei Gemeindebürgermeister angehören, in den nächsten fünf Jahren zustande kommen sollte. Wohl gar nicht.

Während sich die eine Seite partout nicht mit einer Trennung von der Verwaltungschefin abfinden wollte, knickte keiner der sechs Initiatoren des Verfahrens ein. Wer sich als Volksverräter beschimpfen lässt, muss sich seiner Sache schon sehr sicher sein. Was den Saal in einen emotionalen Hexenkessel verwandelte. Wenigstens blieb es friedlich.

Retourkutsche für Rauswurf

Gut möglich, dass die Polizei in Wusterwitz bald wieder ihre Pflicht tun muss. Wenn nämlich die Anhänger von Bürgermeister Frank Geue zum Sammeln blasen. Das erst im Mai in sein Ehrenamt gewählte Gemeindoberhaupt soll in einer Retourkutsche für Mayers Rauswurf büßen. Für die Kritiker ist deren unehrenhafte Entlassung eben keine Sache, die der Amtsausschuss unter sich ausmachen darf. Auch wenn der Gesetzgeber dafür klare Regeln getroffen hat.

Ob Geue, der auch Vorsitzender des Amtsausschusses ist, bei dem angekündigten Bürgerbegehren noch eine Mehrheit hat, wird sehr von den nächsten Wochen abhängen. Die Abwähler müssen liefern. Es darf eben keinen Stillstand geben. Weder in der Verwaltung, noch in Bensdorf, Rosenau und Wusterwitz. Nach dem Ende mit Schrecken wollen die Leute Ergebnisse sehen. Wer Ramona Mayer dafür verantwortlich macht, dass seit vielen Jahren im Rosenauer Sand Trinkwasser in Größenordnungen versickert, muss den teuren Verlusten schneller auf den Grund gehen.

Ein schwerer Vorwurf

Am schwersten wiegt der Vorwurf an die ehemalige Verwaltungschefin im Ausschreibungsverfahren für den Wusterwitzer Kita-Anbau sei nicht alles mit rechten Dingen zugegangen. Tatsächlich ist in dieser Sache bei der auf Korruption spezialisierten Staatsanwaltschaft in Neuruppin eine Anzeige der Fraktion Die Linke in der Gemeindevertretung Wusterwitz anhängig. Die Ermittlungen liegen aktuell in der Hand des Landeskriminalamtes.

Doch Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste. Die Untersuchungen sind dafür da, um Schuld oder eben auch Unschuld nachzuweisen. Die Aufklärung des öffentlich gemachten Vorwurfs der Vorteilsnahme wird maßgeblich darüber entscheiden, ob die Sechser-Gruppe sich des Rückhalts in der Bevölkerung noch sicher sein kann. Mündet der Verdacht in einen Strafprozess, sollten dagegen bei den Mayer-Unterstützern die Alarmglocken läuten. Es wäre deshalb fair, den Ausgang des Verfahrens abzuwarten, bevor nach Neuwahlen gerufen wird.

Von Frank Bürstenbinder

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