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Wusterwitz Landrat soll Lück gegen Müller als Amtsdirektor austauschen
Lokales Potsdam-Mittelmark Wusterwitz Landrat soll Lück gegen Müller als Amtsdirektor austauschen
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17:06 23.12.2019
Landrat Wolfgang Blasig (SPD) soll Guido Müller zum beauftragten Amtsdirektor in Wusterwitz machen. So will es jedenfalls eine Mehrheit im Wusterwitzer Amtsausschuss. Quelle: privat
Amt Wusterwitz

Nach Teilen der Gemeindevertreter aus den drei amtsangehörigen Kommunen machen jetzt sechs von acht Mitglieder des Amtsausschusses gegen den vom Landkreis beauftragten Amtsdirektor Dominik Lück mobil. In einem an Landrat Wolfgang Blasig (SPD) adressierten offenen Brief lehnen die Unterzeichner eine weitere Zusammenarbeit mit dem Potsdamer Juristen ab.

Abberufung gefordert

Gegenüber der MAZ wurde einer der Unterzeichner, Rosenaus Bürgermeister Rolf Geelhaar, noch deutlicher: „Wir fordern die Abberufung von Herrn Lück.“ Eine personelle Alternative haben die Kommunalpolitiker schon parat. So heißt es in dem offenen Brief, der auch dem Kreistag, dem Innenministerium sowie Landtags- und Bundestagsabgeordneten zugesandt wurde: „Der Amtsausschuss fordert den Landrat auf, den Amtsdirektor des Amtes Beetzsee, Herrn Guido Müller, mit der Aufgabe des amtierenden Amtsdirektors für das Amt Wusterwitz zu betrauen.“

Müller als Wunschkandidat

Tatsächlich weiß Müller, dass er als Wunschkandidat einer Mehrheit im Amtsausschuss gehandelt wird. „Ich reiße mich nicht um diese Aufgabe. Doch für eine begrenzte Zeit würde ich im Interesse des Amtes Wusterwitz nicht nein sagen. Mir ist schleierhaft, was den Landrat dazu bewogen hat, die dortige Verwaltung durch das Einsetzen eines Rechtsanwalts mit enormen Kosten zu überziehen“, sagte Müller der MAZ am Montag.

Rechtsanwalt und Amtsdirektor Dominik Lück. Quelle: Frank Bürstenbinder

Aus der Kreisverwaltung hieß es bislang, dass niemand anderes den Job hätte machen wollen. Deshalb habe der Landrat auf die Potsdamer Rechtsanwaltskanzlei Dombert zurückgegriffen. Doch der Beetzsee-Amtsdirektor Müller war als nordöstlicher Nachbar erst gar nicht gefragt worden.

Folge: die vom Amt Wusterwitz zu tragenden Honorarkosten für Lück gehen noch im alten Jahr in die Tausende. Erst vergangene Woche hatte Landrat Blasig die am 13. November erfolgte Einsetzung Lücks verteidigt, um die Arbeitsfähigkeit der Verwaltung und eine zügige Stellenausschreibung für den Posten des Amtsdirektors abzusichern. Eine zeitnahe Reaktion auf den aktuellen offenen Brief gibt es noch nicht.

Vorwürfe an Lück

Bis einen Tag vor Heiligabend lag dem Amtsausschussvorsitzenden Frank Geue noch kein Entwurf für eine Stellenausschreibung vor. Lück selbst war am Montag nicht für die MAZ erreichbar. In dem offenen Brief werfen ihm die Unterzeichner die Verletzung seiner Neutralitätspflicht, die Spaltung der Gemeindevertreter und Angriffe auf die kommunale Selbstverwaltung vor.

Ohne Begründung beanstandet

Kritisiert wird seine Rolle bei den gescheiterten Bürgerbegehren für die Abwahl des Wusterwitzer und Rosenauer Bürgermeisters sowie im Arbeitsrechtsstreit mit der von der Arbeit freigestellten Fachbereichsleiterin Monika Bothe. Obwohl sich sieben von acht Amtsausschussmitglieder gegen eine Kündigung aussprachen, hatte Lück diesen Beschluss ohne Begründung beanstandet.

Nicht einbezogen

Nur noch Kopfschütteln für den offenen Brief an den Landrat hat Ronald Melchert übrig. Obwohl ebenfalls Mitglied des Amtsausschusses hatte er von dem Schreiben keine Kenntnis. „Man hat mich nicht einbezogen. Sonst hätte ich meine Meinung dazu gesagt. Für mich zeugt dieser Brief von Hilflosigkeit. Denn die Truppe kriegt nichts auf die Reihe. Amtsdirektor Lück macht seine Sache ordentlich und hält sich an die Gesetze.“ Unter dem Schreiben fehlt auch die Unterschrift von Thorsten Hufnagel.

Von Frank Bürstenbinder

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