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Wusterwitz Plötzlich wird Bensdorf zum Aronia-Dorf
Lokales Potsdam-Mittelmark Wusterwitz Plötzlich wird Bensdorf zum Aronia-Dorf
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11:02 16.05.2019
Tetyana Hoppe baut auf einem Feld bei Altbensdorf neuerdings Aronia an. Die vitaminreichen Beeren werden erstmals ab kommenden August geerntet. Quelle: Rüdiger Böhme
Bensdorf

Endlich Regen! Wasser von oben können die zweijährigen Pflanzen, die gerade am Abblühen sind, gut brauchen. Im Spätsommer will Tetyana Hoppe zum ersten Mal Aronia ernten. Auf acht Hektar wagt sich die Bensdorfer Spargelbäuerin auf neues Terrain. Dabei hat sich Bensdorf erst in dieser Woche zur Spargelgemeinde ernannt. Die Plantage besteht aus tausenden Beerensträuchern, deren schwarz-blaue Früchte ab kommenden August gepflückt werden.

Im Spätsommer soll es die erste Ernte der Beeren geben, denen eine hohe gesundheitsfördernde Wirkung nachgesagt wird.

In Potsdam-Mittelmark ist der Aronia-Anbau noch weitestgehend unbekannt. Der Beelitzer Landwirt Gerhard Jochen traute sich bereits vor fünf Jahren in die als Gesundheitsfrucht bekannte Beere zu investieren. Jetzt will sich Tetyana Hoppe mit der ursprünglich aus Nordamerika stammenden Aronia ein weiteres Standbein bei der Vermarktung regionaler Produkte aufbauen.

Blick auf das Feld mit den Aroniapflanzen vom Spargelhof Hoppe. Quelle: Rüdiger Böhme

„Die Nachfrage nach gesunden und vor der Haustür produzierten Lebensmitteln wird weiter steigen“, ist die Landwirtin überzeugt. Die ersten größeren Mengen will sie im Herbst von der Mosterei in Ketzür zu Säften verarbeiten lassen. Wer lieber Marmelade kocht, kann die Beeren dann im Hofladen von Tetyana Hoppe in Altbensdorf kaufen.

Kälte war kein Problem

Die Erträge steigen mit den Jahren, doch die Aussichten für die erste nennenswerte Ernte stehen gut. Die Pflanzen haben reichlich geblüht, die Fruchtansätze sind bereits deutlich zu sehen. Die kalten Mainächte haben den Blüten nichts ausgemacht. „Auch den trockenen Sommer 2018 überstanden die robusten Sträucher gut“, freut sich die Bäuerin, die seit 1998 ihren Hof betreibt.

Handarbeit gegen Unkraut

Gegen Unkraut in der Aronia-Plantage wird keine Chemie eingesetzt. Zwischen den Reihen werden Quecken, Löwenzahn und Franzosenkraut maschinell entfernt. Was von Strauch zu Strauch wächst, muss mühevoll von Saisonkräften in Handarbeit aus dem dunklen Boden gezogen werden. Neben dem Neuzugang Aronia baut Tetyana Hoppe einen weiteren Exoten an.

Erstmals auch Maibeere

Dabei handelt es sich um die Maibeere, eine Verwandte der heimischen Heckenkirsche. Die länglichen, dunkelblauen Beeren beginnen bereits im Mai zu reifen, ihr Geschmack erinnert an die Kulturheidelbeere. Die ebenfalls vitaminreichen Früchte der Maibeere lassen sich gut zu Kompott, Saft und Marmelade verarbeiten. „Bei der Anbaufläche von einem Hektar handelt es sich um einen Versuch, der in den nächsten Jahren erweitert werden kann“, sagte die aus der Ukraine stammende Bensdorferin der MAZ.

In ihrem Hofladen verkauft Tetyana Hoppe eigenen Spargel frisch vom Feld. Quelle: Rüdiger Böhme

Auf kleineren Flächen baut der Hoppe-Hof schon seit längerer Zeit Freilanderdbeeren, Blaubeeren und Rhabarber an. Ihren Schwerpunkt bei den Sonderkulturen legt die Landwirtin allerdings unverändert auf den Spargel. Auf 14 Hektar Anbaufläche wächst nur ein Teil des Edelgemüses unter Folie heran. „Ich habe mich dem naturnahen Anbau verschrieben. Gerne fragen Kunden nach grünem Spargel und bewusst nach Spargel ohne Folie“, so die Bensdorferin.

Grüner Spargel erfroren

Allerdings muss Spargel ohne Folie momentan gegen die kalte Witterung kämpfen. Die Stangen wachsen langsamer. In einer Nacht sind sogar die Köpfe des grünen Spargels auf dem Acker erfroren. Nun hofft Tetyana Hoppe zum Wochenende auf höhere Temperaturen. Mehr Wärme würde auch ihren Beerenpflanzen gut tun.

 

Von Frank Bürstenbinder

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