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Wusterwitz Hoffnungsschimmer für Warchauer Dorfkirche
Lokales Potsdam-Mittelmark Wusterwitz Hoffnungsschimmer für Warchauer Dorfkirche
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16:38 03.05.2019
Risse in der Apsis der Warchauer Kirche. „Es sieht so aus, als würde der Altar die Apsis stützen“, sagt dazu Architektin Heidrun Fleege. Quelle: Marion von Imhoff
Warchau

Noch im Februar hat es düster für eine mögliche Sanierung der Warchauer Dorfkirche ausgesehen. Das Bauwerk aus dem zwölften Jahrhundert gilt in Teilen als einsturzgefährdet. Damals teilte der zuständige Pfarrer Holger Zschömitzsch mit, dass die Kirche nur vor dem Verfall bewahrt werden solle. Für mehr reiche die finanzielle Kraft der Kirchengemeinde nicht aus.

Nun scheint sich das Blatt gewendet zu haben. Mittlerweile war ein Statiker mit der Brandenburger Architektin Heidrun Fleege und dem Kreiskirchenamt vor Ort. Heidrun Fleege betreut die Kirchenbauten des Wusterwitzer Pfarrsprengels, zu dem das Warchauer Gotteshaus zählt. Das Ergebnis des Vor-Ort-Termins am 9. April fasst Zschömitzsch so zusammen: Möglicherweise müsse ein Träger als Stütze eingebaut werden. Nun versuche die Kirchengemeinde, an Fördermittel zu gelangen, um die Sanierung der Kirche anzuschieben. Mit an Bord ist auch der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg.

Landkreis mahnt zur Eile

Auf die Eile der Rettung weist auch die Untere Denkmalschutzbehörde des Landkreises Potsdam-Mittelmark hin. Es mahnt Handlungen an: „Sanierungsarbeiten sind in Warchau sicherlich dringend an der Zeit“, sagt Kreissprecher Kai-Uwe Schwinzert. „Alle Beteiligten wissen um die Dringlichkeit verschiedener Sanierungs- und Reparaturarbeiten.“

Deutliche Rissbildung an der Apsis über dem Altar. Quelle: arion von Imhoff

Der Pfarrsprengel sei auch auf Möglichkeiten der Denkmalförderung durch den Landkreis und das Land Brandenburg hingewiesen worden, sagte Schwinzert. Doch die Kirchengemeinde habe „in diesem Fall immer wieder kommuniziert, dass es in Warchau nicht ausreichend Gemeindemitglieder gäbe“. Das lässt der Landkreis als Argument jedoch nicht gelten: „An anderen Orten sind im letzten Jahr beispielsweise umfangreiche Sanierungsarbeiten durchgeführt worden“, sagt der Kreissprecher. Er verweist auf die Kirchen in Zitz und Gollwitz nahe Warchau. „Die Kirche in Wusterwitz hat nun wieder eine bespielbare Orgel und die Kirche in Rogäsen eine neue Bestuhlung.“

Kaum Gläubige in Warchau

Die Gemeindemitglieder in Warchau lassen sich an einer Hand abzählen. Tatsächlich war das für die Kirchengemeinde der Grund, etwas mutlos und resigniert auf eine mögliche Kirchensanierung zu blicken. Deswegen sprach sich der Gemeindekirchenrat dagegen aus. Lediglich der Einsturz sollte verhindert werden. Schließlich war der letzte Gottesdienst weit vor 2014 in der Kirche. Mit Bedauern in der Stimme sagte Zschömitzsch im Februar: „Wofür soll man eine Kirche für viel Geld sanieren, die dann in der Landschaft rumsteht ohne Bedeutung.“

Die Warchauer Kirche weist im Inneren erhebliche Schäden auf. Quelle: Heike Schulze

Gudrun Fleege sagt es so: „Die Kirche hat eine hohe kunsthistorische und baukulturelle Bedeutung. Ich sehe Hoffnungsschimmer, dass sie in Abschnitten saniert werden kann.“ Die Berichterstattung der MAZ über die in Teilen Einsturz gefährdete Kirche habe viele Institutionen und Menschen wach gerüttelt. „Jetzt ziehen alle an einem Strang“, sagt dazu Hans Tödtmann vom Förderkreis Alte Kirchen.

Hilfe auch vom Landesdenkmalamt

Mit dabei ist auch Landeskonservator Thomas Drachenberg vom Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege. Die Kirchengemeinde bekomme jede Unterstützung, verspricht er. Doch es müssten dafür Anträge gestellt werden. Dafür nun wird jetzt ein Konzept erarbeitet, um eine Kostenübersicht zu erhalten.

„Das erste ist die Sicherung der Kirche, um die Standsicherheit wieder zu erreichen und damit die Apsis nicht einstürzt“, sagt Architektin Heidrun Fleege. „Im Moment sieht es ja angesichts der Risse so aus, als würde der Altar die Apsis stützen.“ Der Statiker arbeite daher nun ein Sicherungskonzept aus.

Rettung für Marienbild

Die Architektin verweist darauf, dass die Risse im Laufe von Jahrzehnten entstanden seien. Saniert worden seien sie nur von außen. „Man hätte auch die Rissbildung im Inneren verhindern müssen“, sagt Heidrun Fleege. Tatsächlich wirkt die Warchauer Dorfkirche von außen keineswegs baufällig. Der wahre Zustand des Gotteshauses offenbart sich erst beim Blick ins Innere.

Gute Nachrichten gibt es auch über ein fast 400 Jahre altes Marienbild. Rund 20.000 Euro kostet seine Rettung, sagt Hans Tödtmann. „Wir erarbeiten jetzt einen Finanzierungsplan“, damit die Arbeiten an dem Bild bald begonnen werden könnten. Ergebnisse erhoffe er sich schon im nächsten Jahr.

Von Marion von Imhoff

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