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Wusterwitz Illegale Müllentsorgung: Monteure kippen einfach tonnenweise Asbest in Wäldern ab
Lokales Potsdam-Mittelmark Wusterwitz Illegale Müllentsorgung: Monteure kippen einfach tonnenweise Asbest in Wäldern ab
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10:35 07.05.2019
Der Fundort in einem Wald bei Wollin. Quelle: Christian Griebel
Rogäsen

Die ersten Waldbesitzer erwischte es jenseits der Landesgrenze bei Demsin und Schlagenthin. Dann stand Andreas Adel fassungslos vor den weißen Mega-Säcken, die Unbekannte in seinem Kiefernforst bei Vehlen abgekippt hatten. Am Montag wurde ein Wald bei Wollin zum Tatort. Unbekannte hatten auch dort tonnenweise einen berüchtigten Baustoff abgeladen – Asbest.

Eine Gruppe osteuropäischer Monteure wird sich für die Tat verantworten müssen. Die Männer haben die bei Dachsanierungen in Zitz und Rogäsen anfallenden Asbestplatten einfach in die Landschaft gekippt.

Wenige Stunden später machte die Brandenburger Polizei dem kriminellen Treiben ein Ende. Nach einem Bürgerhinweis stellte Dienstgruppenleiter Carsten Eichmüller eine aus sieben Personen bestehende Gruppe auf einem Betriebsgelände der Agrargenossenschaft „Fiener Bruch“ in Rogäsen. Die aus Polen und Rumänien stammenden Männer waren gerade dabei die nächsten Transporte vorzubereiten.

Polizeieinsatz gegen die Asbest-Bande in Rogäsen. Quelle: Frank Bürstenbinder

Mit einem Teleskoplader füllten die Tatverdächtigen zwei offene und einen geschlossenen Transporter. Vermutlich war wieder ein Wald das Ziel der nächsten illegalen Ablagerung. Doch soweit kam es nicht mehr. Mit der Besatzung eines zweiten Funkwagens wurde der Bande das Handwerk gelegt. „Die festgestellten Personen haben behauptet, sie würden den Asbest nach Berlin in ein Lager bringen wollen. Zunächst wurde ihre Identität ermittelt. Alles weitere muss sich bei den Ermittlungen der Kriminalpolizei ergeben“, sagte Eichmüller der MAZ.

Dächer werden saniert

Bei der Gruppe handelt es sich offenbar um jene Männer, die derzeit zahlreiche Hallendächer der Agrargenossenschaft Fiener Bruch an den Standorten Rogäsen und Zitz sanieren und mit Photovoltaikanlagen belegen.Um die teuren Entsorgungskosten zu sparen, wurden die befüllten Big-Bags kurzerhand in den umliegenden Wäldern abgekippt. In Vehlen waren es sechs, bei Wollin 13 und in Sachsen-Anhalt nach ersten Berichten 38 Säcke.

Mit einem Teleskoplader wurden die Transporter befüllt. Quelle: Frank Bürstenbinder

Allein die sechs bei Andreas Adel abgekippten Säcke haben ein Gewicht von rund neun Tonnen. Die Entsorgungskosten dürften bei rund 1000 Euro liegen. Asbest ist nur noch schwer loszuwerden. Die nächste Annahmestelle ist erst wieder in Berlin. „Es ist traurig, dass so etwas passiert“, sagte Adel, der den von seinem Großvater vor 80 gepflanzten Wald bewirtschaftet.

Betrieb war ahnungslos

Wie es jetzt mit der offiziellen Entsorgung weiter geht, ist noch unklar. Auch über das Schicksal der osteuropäischen Umweltsünder ist noch nicht entschieden. Von der örtlichen Agrargenossenschaft als Auftraggeber für die Dachsanierung war am Abend keine Stellungnahme zu bekommen. Wie es heißt, war der Betrieb völlig ahnungslos über die illegale Entsorgung seiner DDR-Asbestdächer.

Von Frank Bürstenbinder

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