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18:21 28.11.2018
Rogäsen auf einer Friedländer-Ansichtskarte von 1905. Quelle: Sammlung Hesse
Rogäsen

„Herzlich Willkommen zu einem historischen Streifzug durch Rogäsen“ – mit diesem Satz hat Bernd Miller jetzt seine Gäste zu seinem Geschichtsvortrag im Dorfgemeinschaftshaus in Rogäsen begrüßt. Der Raum war mit 52 interessierten Besucher bis auf dem letzten Platz gefüllt und alle waren gespannt, was Miller ihnen zu berichten hatte.

Bernd Miller beschäftigt sich seit einigen Jahren mit der Geschichte seines Heimatortes. „Es gibt ja kein Buch, das ich aufschlagen konnte, um einfach darin zu lesen. Nein, mein heutiges Wissen musste ich mir in Kirchenbüchern und in vielen Akten in den Archiven in Magdeburg und Genthin erarbeiten“, berichtete er. Darüber hinaus habe er Zeitzeugen befragt.

Vom Geschichtsvirus befallen

Unter den Gästen befanden sich nicht nur heutige Rogäsener, Auch viele ehemalige Bewohner des Ortes waren gekommen. „Begonnen hat meine Leidenschaft bei der Erforschung der eigenen Familiengeschichte. Mich hat ein Geschichtsvirus befallen, der mich nicht mehr los ließ“, sagte der 66- jährige Rogäsener. Zusammengekommen war ein Vortrag über die markanten Gebäude und Einrichtungen des Ortes.

Die Besucher hörten eine ausführliche Baugeschichte über die Kirche. „Es ist das älteste Haus in Rogäsen und zeugt von einer wechselhaften Bau- und Nutzungsgeschichte“, berichtete Miller. Er zeigte anhand vieler Bilder die baulichen Veränderungen das um 1225 erbauten Gotteshauses.

Ortschronist Bernd Miller im gut besuchten Dorfgemeinschaftshaus in Rogäsen. Quelle: Silvia Zimmermann

Sehr ausführlich wurde auch über das Rittergut berichtet. Miller konnte genaue Auskunft über die Besitzer des Schlosses geben. So hörten die Besucher, dass das Geschlecht derer von Werder zwölf Generationen lang in Rogäsen saß. 1848 wurde das Haus zwangsversteigert. Gustav von Wartensleben erwarb das Anwesen.

Es folgten Ausführungen über die Heeres, Handel- und Poststraße, die durch den Ort führt. Es gab drei Krüge (Gasthöfe), eine Brauerei und Brennerei, eine Ziegelei und eine Bockwindmühle, die etwa 140 Jahre lang ihre Dienste in Rogäsen tat.

Seinen Vortrag flankierten viele durch Bilder, die per Beamer von Matthias Wolf präsentiert wurden. „Die Bilder und Ansichtskarten habe ich zum Teil vom Sammler Dieter Müller aus Ziesar bekommen oder von Rogäsener Bürgern“, sagte Miller.

Hurenkinder gehörten dazu

Seine Vorfahren lebten und arbeiteten im Ort. Im Kirchenbuch von 1759 stand darüber geschrieben, das das „Hurenkind Johann Jakob Toepke“ geboren wurde. Seinerzeit waren unehelich geborene Kinder als Hurenkinder bezeichnet worden. „Der Vater des Jungen erkannte aber die Geburt des Kindes an, und so begann die Geschichte meiner Familie. Mein Vater brachte den Familiennamen Miller in die Familie ein“, erzählte der gebürtige Rogäsener.

An diesem Nachmittag konnten die Besucher nicht nur viele historische Daten vernehmen. Es gab auch kulinarische Köstlichkeiten, selbst gebackene Torten und Kuchen. Frauen aus dem Ort haben den Kuchen gespendet.

Von Silvia Zimmermann

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