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Wusterwitz Witwe wartet 15 Monate auf Friedhofsrechnung
Lokales Potsdam-Mittelmark Wusterwitz Witwe wartet 15 Monate auf Friedhofsrechnung
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11:34 22.01.2019
Martina Lippold (l.) zusammen mit ihrer Tochter am Grab ihres Mannes auf dem Wusterwitzer Friedhof in der Karl-Marx-Straße. 15 Monate hat das Amt Wusterwitz für die Erstellung der Friedhofsrechnung benötigt. Quelle: Frank Bürstenbinder
Wusterwitz

Auf dem Friedhof (Bahnhof) in der Karl-Marx-Straße erinnern ein Grabstein und winterlicher Blumenschmuck an Egon Lippold. Der Wusterwitzer verstarb am 24. August 2017 mit nur 59 Jahren. „Leider viel zu früh“, wie seine Witwe Martina bedauert. 33 Jahre war das Ehepaar verheiratet, bis der Tod dem gemeinsamen Lebensweg ein jähes Ende setzte.

Wunden werden aufgerissen

Die Stelle, auf der Egon Lippold zu letzten Ruhe gebettet wurde, bedeutete für seine Witwe noch keinen Frieden. Die Verwaltung des Amtes Wusterwitz brauchte sage und schreibe einundeinviertel Jahr für die Ausstellung eines Gebührenbescheides über 110 Euro. Für Martina Lippold ein Unding: „Ich beklage nicht die Höhe des Bescheides, sondern den Zeitpunkt. Nach so vielen Monaten werden noch einmal Wunden aufgerissen.“

Viele Formalitäten im Trauerfall

In der Gesamtsumme enthalten ist die Jahresgebühr von 50 Euro für die Urnengrabstelle auf dem kommunalen Friedhof, die Gebühr für die Nutzung der Trauerhalle sowie die Gebühr für die Genehmigung zur Errichtung eines Grabmales. Weil im Trauerfall zahlreiche Formalitäten und Geldleistungen im Zusammenhang mit der Beerdigung zu erledigen sind, gerieten die Friedhofsgebühren für Martina Lippold als Gebührenschuldnerin zunächst in den Hintergrund.

Die Wusterwitzer Amtsdirektorin Ramona Mayer. Quelle: JACQUELINE STEINER

Doch als das Amt Wusterwitz im November 2018 die Rechnung aufmachte, also 15 Monate nach der Beerdigung, beschwerte sich die Witwe bei der Verwaltung über die pietätlose Bummelei. Amtsdirektorin Ramona Mayer reagierte schriftlich. In einem Brief entschuldigt sich die Verwaltungschefin für die späte Ausstellung des Bescheides, bietet sogar ein persönliches Gespräch im Amt an. Gleichzeitig macht die Amtsdirektorin klar, dass die Verwaltung den Bescheid früher übersandt hätte, wenn die Beschwerdeführerin ebenfalls früher die Dringlichkeit einer Erstellung des Gebührenbescheides angezeigt hätte. Martina Lippold kann sich über die Antwort nur wundern: „Muss ich als Bürgerin das Amt über seine Aufgaben aufklären?“

Trauungen haben Vorrang

Was klemmt da im Amt Wusterwitz? Die Friedhofsverwaltung gehört zum Fachdienst Kommunale Dienste. Die verantwortliche Kollegin ist auch Standesbeamtin, kümmert sich um Gewerbeangelegenheiten sowie den Brand- und Katastrophenschutz. Gegenüber der MAZ spricht Amtsdirektorin Mayer von einer „Ausnahmesituation“.

Kein Einzelfall

Wegen der steigenden Zahl von Eheschließungen sei die Bearbeitung der Friedhofsgebühren in Rückstand geraten. 2018 hat es im Amt Wusterwitz 37 Trauungen gegeben. Ein Teil von ihnen wurde mit Hilfe einer zweiten Standesbeamtin durchgeführt. Außerdem gibt die Verwaltungschefin zu bedenken, dass die Verwaltung theoretisch bis zu drei Jahre Zeit hätte, um einen Gebührenbescheid zu erstellen ohne eine Verjährung befürchten zu müssen. Ein Einzelfall ist die Wusterwitzerin Martina Lippold offenbar nicht. So berichtet zum Beispiel Bibiana Ferchland aus Altbensdorf, dass sie erst vor wenigen Tagen die Friedhofsrechnung für ihre vor einem Jahr verstorbene Mutter erhalten habe.

Von Frank Bürstenbinder

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