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Wusterwitz Schöne Bilder aus einem trockenen Land
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12:43 11.07.2019
"Unsere Rasselbande bei der Ernte". Das ist eine von 20 Aufnahmen, die bis Ende September in der Wusterwitzer Kulturscheune unter dem Thema „Entdeckungen auf dem Hof“ zu sehen sind. Quelle: Anne-Kathrin Weigel
Wusterwitz

Den Raps umgebrochen. Der Mais ist drauf und dran in die Hose zu gehen. Weizen und Roggen sind notreif. Was sich derzeit auf den Äckern abspielt, erinnert stark an das Dürrejahr 2018 und passt so gar nicht zu den Hochglanzfotos, die seit Mittwoch in der Wusterwitzer Kulturscheune gezeigt werden.

20 Fotos in der Endrunde

Sie zeigen idyllische Szenen von der Heuernte, Rinder im Nebel, Kinder im Stall und auf dem Feld sowie Bettzeug, das zum Auslüften auf dem Fensterbrett eines Bauernhauses liegt. Rund 20 Aufnahmen aus dem ganzen Land Brandenburg haben es in die Endrunde eines der erfolgreichsten Fotowettbewerbe geschafft. Seit 13 Jahren ruft der Landesbauernverband zusammen mit seinen Partnern dazu auf, dass ländliche Leben abzulichten.

Reinhard Schlieper von der Agrargenossenschaft Fiener Bruch bei der Eröffnung der Fotoausstellung. Quelle: Frank Bürstenbinder

Er möge die Bilder, auch wenn diese ein nostalgisches Bild der Landwirtschaft wiedergeben würden, sagte Reinhard Schlieper von der Agrargenossenschaft Fiener Bruch bei der Eröffnung der Ausstellung. In einer launigen Rede stellte der Vorstandsvorsitzende die aktuelle Situation der heimischen Landwirtschaft vor, die wenig Anlass zur Freude gibt. „Da kaufen sich Leute teure Grills für 1000 Euro und freuen sich über Nackensteaks zum Billigpreis, die sie dann auf den Rost legen. Bauern werden für ihre Arbeit zu schlecht bezahlt“, ist Schlieper überzeugt.

Unter dem Durchschnitt

Die in Zitz und Rogäsen ansässige Agrargenossenschaft lebt vor allem von der Tierhaltung und der Milchproduktion. Was auf den Feldern geerntet wird, dient fast ausschließlich als Futtergrundlage. Schon im letzten Jahr war der Mais eine Katastrophe. Auch 2019 droht dieser wichtigen Futterpflanze wegen fehlender Feuchtigkeit der Tod durch Vertrocknen. Die Gerste war etwas besser als im Vorjahr. Dennoch kommen die Erträge nicht an den langjährigen Durchschnitt heran. „Die Gerste wird komplett für die Rinder verschrotet“, erklärte Schlieper den zahlreichen Gästen in der Kulturscheune, unter ihnen der neue Wusterwitzer Bürgermeister Frank Geue. Über den ausgebliebenen Raps redet im Fiener Bruch schon niemand mehr.

Bis Ende September sind 20 Fotografien zum Thema "Entdeckungen auf dem Hof" in der Wusterwitzer Kulturscheune zu sehen. Quelle: Frank Bürstenbinder

Doch der Kummer mit der Trockenheit ist nicht alles, was die Landwirte derzeit umtreibt. „Wir werden zu den Schuldigen des Klimawandels erklärt, müssen uns als Tierquäler und Antibiotika-Spritzer beschimpfen lassen. Das zerrt an den Nerven“, beklagte sich Schlieper. Trotzdem sei es gut, wenn Fotografen auch die schönen Seiten des Lebens auf dem Lande festhielten, freute sich der Agrar-Chef. Und die gibt es zum Glück immer noch reichlich.

Auch die "Heuernte in Zahsow bei Hobbybauern" schaffte es in die Endrunde des Fotowettbewerbes. Quelle: Rudolf Fischer

Das zeigt zum Beispiel ein Foto von Simone Roscher aus Brandenburg, dass zwei Kinder im Stall bei der Fütterung von Rindern zeigt. „Unsere automatischen Futterschieber“, betitelte die Autorin ihre Aufnahme. Witzig auch das Bild von Nicole Tall aus Ragösen, die eine Begegnung zwischen Schaf und Spaziergänger dokumentiert hat. „Na, wer bist du denn?“, scheinen sich Mensch und Tier zu fragen. Mit dabei ist auch wieder Lokalmatadorin Martina Böttcher. Die Wusterwitzerin schaffte es gleich mit drei Fotos in die Ausstellung, die zu den Öffnungszeiten der Touristen-Information besucht werden kann.

Von Frank Bürstenbinder

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