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Ziesar Rind stirbt nach Wolfsattacke – Tier starb möglicherweise auf der Flucht
Lokales Potsdam-Mittelmark Ziesar Rind stirbt nach Wolfsattacke – Tier starb möglicherweise auf der Flucht
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13:57 24.06.2019
Otto Schmücker mit dem auf einem Hänger verladenen Rinderkadaver. Quelle: Frank Bürstenbinder
Glienecke

 So hatte sich Otto Schmücker seinen Einstieg in die Rinderhaltung nicht vorgestellt. Von den drei zugelegten Jährlingen haben nur zwei Tiere die ersten Wochen in ihrem neuen Zuhause überlebt. Auf der Koppel der abgelegenen Eulenmühle hat sich erneut ein Drama abgespielt.

Jungtier verendet

„Der Wolf war wieder da. Die Rinder sind in Panik geraten. Dabei kam ein Tier zu Tode und wurde am Hinterteil angefressen“, berichtet Schmücker der MAZ. Dem Eulenmüller blieb nichts weiter übrig als den Kadaver mit einem Radlader auf einen Anhänger zu verfrachten. Die letzte Reise führte das verendete Jungtier schließlich in eine Tierkörperbeseitigungsanlage nach Genthin.

Kehlbiss fehlt

Was sich genau in Sichtweite des Anwesens abspielte, ist unklar. Augenzeugen gibt es keine. Der Wolfsbeauftragte des Landesumweltamtes, Uwe Schanz, geht nicht von einer direkten Tötung des Rindes durch einen Wolf aus. Ein typischer Kehlbiss fehlt nämlich. Möglich, dass das Rind auf der Flucht starb. Erst danach dürfte sich das Raubtier an die Färse herangemacht haben. Der Wildzaun um die Weide war für den Wolf kein Hindernis.

Otto Schmücker schaut nach den beiden überlebenden Jungrindern. Quelle: Frank Bürstenbinder

Seit der Rückkehr der Wölfe musste Schmücker mehrfach traurige Erfahrungen mit Übergriffen von Wölfen machen. Der Streichelzoo der Eulenmühle wurde fast ausgelöscht. Bei mehreren Attacken kamen acht Schafe ums Leben. Damals konnten in den Nutztierrissmeldungen „eindeutige Kehlbisse“ protokolliert werden. Gutachter Schanz monierte frühzeitig die seiner Ansicht nach nicht wolfssichere Umzäunung.

Fiener Bruch ist Wolfsland

Doch mit dem Umstieg von Schafen und Ziegen auf die Jungrinderhaltung zur Landschaftspflege und Fleischproduktion glaubte Schmücker den Wölfen den Appetit zu verderben. Mit zwölf Monaten ist das Vieh wehrhafter als neugeborene Kälbchen, die im Amt Ziesar immer wieder Opfer von Wolfsübergriffen werden. Nachrichten über neue Vorfälle werden wohl in Zukunft nicht abreißen. Denn mittlerweile ist auch das Fiener Bruch dauerhaft zum Wolfsland geworden.

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