Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Ziesar Brasilianer auf den Spuren seiner Großmutter aus Ziesar
Lokales Potsdam-Mittelmark Ziesar Brasilianer auf den Spuren seiner Großmutter aus Ziesar
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:09 09.09.2019
Paulo Fernando Groß mit seiner Ehefrau Eny Toschi (l.), Bürgermeister Dieter Sehm und Birgit Jansen in der Otto-Altenkirch-Galerie. Quelle: Silvia Zimmermann
Ziesar

Überraschender Besuch aus Brasilien: Paulo Fernando Gross (76) machte sich mit seiner Ehefrau Eny Toschi von Porto Alegre an der Atlantikküste aus auf den langen Weg, um im Rahmen einer Europa-Reise die Wurzeln seiner Herkunft aufzusuchen. Seine Reise führte ihn nach Ziesar, die Geburtsstadt seiner Großmutter. „Meine Großmutter, Friederike Marie Gross, geb. Hummel, wurde am 9. Mai 1887 in Ziesar geboren. Leider hat sie nie viel aus ihrer Kindheit und Jugend erzählt“, bedauerte Paulo Gross.

Urgroßvater war Töpfergeselle

Deshalb wollte er selbst einmal sehen, wo seine Großmutter mit ihren Eltern früher lebte, bevor sie Deutschland den Rücken kehrten. Einen ersten Anhaltspunkt gab es im Geburtsregister des Standesamtes. So zeigt der Töpfergeselle Friedrich Hummel die Geburt seiner Tochter Friederike Marie beim damaligen Standesbeamten und Bürgermeister Friedrich Fürstenberg an. Die Mutter des kleinen Mädchens war Wilhelmine Hummel, geborene Weber. Die junge Familie wohnte einst in der Straße vor dem Petritor 243.

Besuch aus dem fernen Brasilien: Paulo Fernando Gross und Ehefrau Eny Toschi vor der ehemaligen Töpferei Schulze, heute Sitz der Wohnungsbaugesellschaft Ziesar. Quelle: Silvia Zimmermann

Mit Unterstützung des Kultur- und Heimatverein und des Burgmuseums wurde Paulo Gross mit der Geburtsstadt seiner Großmutter bekannt gemacht. Museumsleiter Clemens Bergstedt führte die Gäste aus Übersee in die Besonderheiten der historischen Anlage ein. Das Paar war begeistert. Der Weg führte die Besucher durch den Burgpark zum heutigen Petritor. „Wo das damalige Wohnhaus stand, konnte nicht mehr genau ausfindig gemacht werden. Da der Urgroßvater Töpfergeselle war, können wir vermuten, dass er in der Töpferei Schulze beschäftigt war“, erklärte Vereinsvorsitzende Silvia Zimmermann den Gästen.

Als Bäckerin nach Berlin

Paulo Gross berichtete, wie die Familie nach Brasilien kam. Seine Großmutter Marie zog 1910 von Ziesar nach Berlin und arbeitete als Bäckerin in einem Hotel. „Sie konnte gut backen. Apfelstrudel und Stollen sind mir eine wohlschmeckende Erinnerung“, sagte Gross. In Berlin lernte sie ihren späteren Ehemann Georg Gross kennen. 1914 zog das junge Ehepaar nach China. Als Ingenieur half der Großvater beim Ausbau des Eisenbahnnetzes.

Friederike Marie Hummel im Alter von 20 Jahren in Ziesar. Quelle: privat

1919 kehrte das Ehepaar nach Deutschland zurück. Nach einem Zwischenspiel in Weimar wanderte die Familie 1923 nach Brasilien in die Stadt São Leopoldo aus. Dort wurde Paulo Gross 1943 als Enkel der Auswanderer geboren. Paulo Gross und seine Frau leben heute in Porto Alegre und haben zwei erwachsene Töchter und einen Sohn. In Brasilien wird portugiesisch gesprochen, aber die Verständigung klappte dank der Hilfe der ehemaligen Englisch-Lehrerin Birgit Jansen recht gut. Mit dabei war auch Bürgermeister Dieter Sehm: „Es war mir eine besondere Ehre, den brasilianischen Gästen Ziesar zeigen zu dürfen.“

Deutsche Siedler wanderten ein

Der heutige Ballungsraum um Porto Alegre im brasilianischen Bundesstaat Rio Grande do Sul erlebte in der Geschichte mehrere Einwanderungswellen. Deutschen Siedlern wurden vom Staat freie Überfahrt, Land, Saatgut und Geld für die ersten zwei Jahre gewährt.

Von Silvia Zimmermann

Seit Monaten hat es nicht mehr durchdringend geregnet. Die Folgen sind auch im Gutspark Dahlen zu spüren. Doch nicht allen Bäumen geht es gleich schlecht.

05.09.2019

Unbekannte haben versucht, in ein Wohnhaus in Benken einzubrechen. Die Täter sind gescheitert. Die Plizei hat aber Spuren gesichert.

02.09.2019

Wollin hat freie Bauplätze. Jetzt sollen von einem anderen Investor weitere Grundstücke dazu kommen. Doch das letzte Wort über den alten Sportplatz ist noch lange nicht gesprochen.

30.08.2019