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Ziesar Dahlens grünes Dach leidet unter Wassermangel
Lokales Potsdam-Mittelmark Ziesar Dahlens grünes Dach leidet unter Wassermangel
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13:54 05.09.2019
Michael Semprich, Johannes Reich und Bernhard Schragow (v.l.) vom Förderverein „Gutspark Dahlen" verschaffen sich einen Überblick über den Zustand des wertvollen Baumbestandes. Quelle: Frank Bürstenbinder
Dahlen

Die Sumpfzypresse hat es am besten. Ihr schlanker und pfeilgerader Stamm steht auf einer kleinen Insel mitten im künstlich angelegten Schwanenteich, der ausreichend Wasser führt – noch. Das zweite trockene Jahr in Folge hinterlässt auch im Gutspark Dahlen seine Spuren. Der Grundwasserstand sinkt, die Gelbfärbung des Laubs setzt früher ein, das Holz verliert seine Spannung, Äste brechen herunter.

Ab 1840 ließen die Gutsbesitzer von Schierstedt die Außenanlage hinter ihrem Gutshaus zu einem Park im englischen Stil umgestalten. Aus dieser Zeit sind zahlreiche dendrologische Kostbarkeiten erhalten. Doch die meisten Bäume leiden unter Wassermangel.

Das grüne Dach der vor über 150 Jahren angelegten Parkanlage leidet. Johannes Reich zeigt auf die alten Huteeichen, die schon schon da waren, als es noch kein Gutshaus gab. Zu sehen sind trockene Kronen. Gerade erst ist der letzte grüne Ast einer abgängigen Eiche zu Boden gestürzt. „Der Trockenstress beschleunigt offenbar die natürlichen Alterungserscheinungen“, vermutet der Vorsitzende des Fördervereins, der sich seit 20 Jahren um den Erhalt des dendrologisch wertvollen Baumbestandes in Nachbarschaft zum Pflegeheim kümmert.

Diese Eiche hat sichtbar ihren Zenit überschritten. Die Trockenheit beschleunigt vermutlich den Alterungsprozess. Quelle: Frank Bürstenbinder

Doch gegen die Dürre sind die Freunde des Dahlener Gutsparks ziemlich machtlos. Dafür sorgen die Folgen für Arbeit. „Die Totholzmenge, die wir zur Sicherheit für die Besucher von den Bäumen entfernen müssen, hat in letzter Zeit spürbar zugenommen“, berichtet Vorstandsmitglied Michael Semprich aus Verlorenwasser. Hin und wieder wird Ersatz gepflanzt. Zwei Flatterulmen kamen in diesem Jahr hinzu. Die jungen Bäume machen einen gesunden Eindruck. So wie die Kanadische Flügelnuss, die zur 500-Jahr-Feier Dahlens in den Boden kam.

Küchenteich trockengefallen

Der Wassermangel ist nicht nur den Bäumen anzusehen. Der sogenannte Küchenteich ist längst trockengefallen. Ein Graben, der das Biotop mit dem Schwanenteich verband, ist nur noch zu erahnen. Auch im Schwanenteich ist der Wasserspiegel gesunken. Vereinsvorsitzender Reich kann sich noch an eine Quelle erinnern. Doch das ist lange her. Der Teich als erquickender Mittelpunkt des Parks mit seinen barrierefreien Wegen ist auf Oberflächenwasser angewiesen. Doch seit Monaten kommt kaum etwas auf natürlichem Wege nach.

Der sogenannte Küchenteich ist trockengefallen. Quelle: Frank Bürstenbinder

Trotz erster Auswirkungen des Wassermangels sehen die Parkfreunde noch keinen Grund für einen Abgesang auf das im englischen Stil angelegte Erholungsgelände. Die einstige Gutsbesitzerfamilie von Schierstedt hatte ihren Sitz 1835 wohlüberlegt an diesen Standort errichten lassen. Die natürlichen Bodenverhältnisse waren fruchtbarer als in der Nachbarschaft. Feuchte und lehmige Schichten kamen der Idee zur Anlegung eines Parks entgegen.

Recht stabiler Zustand

Insgesamt präsentiert sich die gemischte Gesellschaft aus Laub- und Nadelbäumen in einem recht stabilen Zustand. Selbst die einzige große Fichte ist nicht vertrocknet, wie viele ihrer Artgenossen in Monokulturen und Hausgärten. Wacker hält sich die riesige Hemlockstanne, die zu einem lebenden Wahrzeichen des Gutsparks herangewachsen ist. Unter den Laubbäumen raschelt es allerdings schon wie im Spätherbst. Kastanien, Buchen, Ahorn und Erlen werfen Ballast ab.

Diese Sumpfzypresse wächst mitten im Schwanenteich, dessen Wasserstand deutlich gesunken ist. Quelle: Frank Bürstenbinder

Gerade trifft der Parkverein Vorkehrungen für den Austausch von in die Jahre gekommenen Info-Schildern, die vor jedem bedeutsamen Baum in der Erde stecken. Zwar befindet sich die Anlage auf dem Gelände des ASB-Pflegezentrums, ist aber öffentlich zugänglich. Auf Tafeln und Schildern vermitteln die Parkfreunde ihr Wissen über die Geschichte des Gutshauses samt Park an die Besucher. Fachleute sind sich einig, dass die Anlage in Dahlen neben dem Wiesenburger Landschaftspark zu den wertvollsten Parks im Naturpark Hoher Fläming gehört.

Von Frank Bürstenbinder

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