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Ziesar Die Bücknitzer haben ihren berühmten Zweifler zurück
Lokales Potsdam-Mittelmark Ziesar Die Bücknitzer haben ihren berühmten Zweifler zurück
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14:33 25.10.2019
Restauratorin Martina Runge (v.) erklärt Einzelheiten zur Restaurierung des Bücknitzer Altars und des Altarbildes, das Jesus mit seinen Jüngern und dem „Ungläubigen Thomas“ zeigt. Das Gemälde ist eine Kopie nach dem Original von Giulio Romano. Quelle: Frank Bürstenbinder
Bücknitz

Er zweifelt am auferstandenen Jesus. Erst als Jesus sein Wundmal freilegt, das vom Speerstoß bei der Kreuzigung stammt, realisiert der „Ungläubige Thomas“ wer vor ihm steht. Wie der Zweifler seinen rechten Zeigefinger auf die verletzte Körperstelle seines Herren legt, war für Maler aller Zeiten der Stoff, aus dem Meisterwerke sind.

Beeindruckende Kopie

Der „Ungläubige Thomas“ gilt als eines der berühmtesten Gemälde von Caravagio (1571-1610). Im Schloss Sanssouci ist das Bild des Italieners zu sehen. Schon sein Landsmann Giulio Romano (1499-1546) wurde von dem skeptischen Apostel inspiriert. So berühmt wie die Vorbilder ist das gerade restaurierte Altarbild in der Bücknitzer Kirche nicht. Doch das den Chorraum bestimmende Ölgemälde, das 1896 als Kopie nach Romanos Original entstand, ist deshalb nicht weniger beeindruckend.

Restauratorin Annette Heiser und Werner Ziems vom Landesamt für Denkmalpflege tragen das Gemälde mit der Kreuzigungsgruppe auf die Orgelempore. Quelle: Frank Bürstenbinder

Seit dieser Woche hat die Kirchengemeinde Bücknitz ihren „Ungläubigen Thomas“ zurück. Restauratorin Annette Heiser aus Dresden befreite das zentrale Element des Altaraufbaus vom Staub der Jahrzehnte, brachte die durch einen Schlitz aufgewölbte Leinwand wieder in Form und besserte Fehlstellen aus.

Chorraum saniert

„Wir freuen uns sehr, dass mit der Rückkehr des Gemäldes der Chorraum in seiner Gesamtheit saniert ist“, sagte die gerade erst wiedergewählte Kirchenälteste Katrin Zacher der MAZ. Seit Jahren engagiert sich die kleine Bücknitzer Kirchengemeinde, der noch 23 Christen angehören, für eine schrittweise Sanierung des Gotteshauses. So gelang die farbliche Restaurierung des Chorraums durch den Bad Belziger Restaurator Udo Drott.

Gereinigt und konserviert

Überholt wurde von Annette Heiser und ihrer Berliner Berufskollegin Martina Runge auch der Altar samt seines in Weiß und Gold gehaltene Aufbaus, zwischen dessen gewundenen korinthischen Säulen der „Ungläubige Thomas“ wieder seinen Platz gefunden hat. „Vom Prospekt begann die Farbe abzublättern. Deshalb haben wir den Aufbau gereinigt, konserviert und mit einer neuen Lasur versehen“, informierte Restauratorin Runge.

Die Bücknitzer Kirche. Quelle: Frank Bürstenbinder

In der Werkstatt von Annette Heiser wurde noch ein zweites Gemälde der Bücknitzer Kirchengemeinde restauriert. Dabei handelt es sich um das ursprüngliche Altarbild, das vor gut 100 Jahren durch den „Ungläubigen Thomas“ ausgewechselt worden war. Es zeigt eine Kreuzigungsgruppe eines unbekannten Meisters.

Hinter dem Altar

Das auf Holz aufgebrachte Gemälde verbrachte nach der Abnahme ein langes Schattendasein hinter dem Altar. „Ein Riss musste verleimt werden. Außerdem war ein neuer Rahmen fällig, der eigens aus erzgebirgischer Kiefer angefertigt wurde“, erklärte die Restauratorin. Gemeinsam mit Werner Ziem vom Landesamt für Denkmalpflege schaffte Heise das Gemälde auf die Empore, wo es links an der Wand neben der Orgel einen neuen Platz finden wird.

Einweihung im Dezember

Möglich war die Restaurierung der beiden Bilder dank der finanziellen Unterstützung privater Spender, der Unteren Denkmalschutzbehörde und der Kirchlichen Stiftung Kunst- und Kulturgut der Kirchenprovinz Sachsen. „Es ist vor allem der Kirchengemeinde mit Frau Zacher zu verdanken, dass diese Hilfen eingeworben werden konnten“, sagte Gemeindepädagoge Matthias Kopp vom Pfarramt Ziesar bei der offiziellen Übergabe der Gemälde. Eingeweiht wird der restaurierte Altar am 15. Dezember mit einem Adventsgottesdienst.

Von Frank Bürstenbinder

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