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Ziesar Erinnerungen an Ziesars Landambulatorium
Lokales Potsdam-Mittelmark Ziesar Erinnerungen an Ziesars Landambulatorium
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11:40 06.12.2019
Die Schwalbe war das Dienstfahrzeug für die Gemeindeschwestern Inge Naser (r.) und Gundula Geue. Eine Ausstellung im Heimatmuseum erinnert an das einstige Landambulatorium in Ziesar. Quelle: Privat
Ziesar

Was für eine Wiedersehensfreude herrschte unter den vielen Besuchern im Heimatmuseum Ziesar. Viele der ehemaligen Mitarbeiterinnen trafen sich zur Ausstellungseröffnung über das ehemalige Landambulatorium Ziesar. Aber nicht nur Angestellte schauten vorbei, sondern auch Männer und Frauen, die zwischen 1951 bis 1963 in der dortigen Entbindungsstation das Licht der Welt erblickten.

Rote Klinker

Am 1. Dezember 1949 wurde das wegen seiner Klinkerfassade „Rote Haus“ genannte Ambulatorium als medizinische Versorgungseinrichtung im Breiten Weg eröffnet. Es war bereits 1854 durch die Kirche für schulische Zwecke gebaut worden. Grund genug für den Kultur- und Heimatverein Ziesar mit einer kleinen Ausstellung an die Geschichte des Gebäudes zu erinnern.

Ehemalige Mitarbeiterinnen des Landambulatoriums Ziesar. Quelle: Silvia Zimmermann

Johann Pensler kam sogar aus Brandenburg angefahren, um sich die Ausstellung anzuschauen. Sofort erkannte er die ehemalige Gemeindeschwester Margot Krüger aus Ziesar wieder. „Sie war eine hübsche junge Frau mit weißer Haube“, erinnerte sich Pensler. Die rund 40 Besucher schauten sich die Bilder und Zeitungsberichte an.

Zur Gemeindeschwester qualifiziert

Hannelore Rexhausen aus Dretzen gehörte zu den Besuchern. Die gelernte Krankenschwester qualifizierte sich zur Gemeindeschwester und übte diese Funktion von 1972 bis 1990 aus. „Zu Beginn meiner Tätigkeit bin ich mit dem Fahrrad zu den Patienten gefahren. Später bekamen wir eine Schwalbe, und noch später wurde uns ein Auto zur Verfügung gestellt. Das teilten sich alle Gemeindeschwestern“, erinnerte sich die Rentnerin.

Fachärzte in Ziesar

Inge Naser brachte ein Foto mit, auf dem sie mit einer Kollegin zu sehen ist. Beide fahren Schwalbe – das unvergessene DDR-Moped. Die Gemeindeschwestern wurden vielseitig eingesetzt. Sie bekamen die Aufträge von den Ärzten zugewiesen. Sie kümmerten sich um alte Menschen, die in ihren Haushalten lebten. Margot Krüger war von 1963 bis 1983 als Gemeindeschwester in Ziesar und Köpernitz tätig. Später kam noch Bücknitz hinzu. „Die Arbeit hat uns Freude gemacht. Wir wurden oft bei den Fachärzten, die jede Woche nach Ziesar kamen, als Sprechstundenschwester eingesetzt. Damals kamen noch ein Gynäkologe, der Hautarzt, ein Orthopäde, ein Kinderarzt und ein Augenarzt in die Stadt“, wusste die einstige Gemeindeschwester zu berichten.

Hannelore Rexhausen, Marlies Mewes und Margot Krüger in der Sonderausstellung über das Landambulatorium. Quelle: Silvia Zimmermann

Marlies Mewes aus Wenzlow war als Laborantin tätig. Ihr Arbeitsfeld war ein Labor in der unteren Etage. „Wir haben Blut und Urin untersucht. Die Ergebnisse waren schnell ermittelt“, sagte Mewes. Sie kam jeden Morgen mit dem Bus nach Ziesar. Gut fand sie, dass das Dachgeschoss später als Frühstücksraum für die Ärzte und alle Angestellten ausgebaut wurde.

Gute Zusammenarbeit

Annemarie Wendland, die 1982 als Ärztin nach Ziesar kam, praktizierte noch lange nach der Auflösung des Landambulatoriums als niedergelassene Ärztin. „Es gab damals zwei Allgemeinmediziner in Ziesar. Für die Patienten hatten wir ein gemeinsames Wartezimmer in der oberen Etage. Die Zusammenarbeit mit den anderen Fachärzten verlief unbürokratisch“, erinnerte sich die Medizinerin. Auch gemeinsame Ausflüge und Feiern gab es.

Das Treffen zur Ausstellungseröffnung soll nicht das letzte sein. Die ehemaligen Gemeindeschwestern wollen sich im kommenden Jahr noch einmal im Heimatmuseum treffen und ihre Erinnerungen an ihren ehemaligen Arbeitsort auffrischen.

 

Von Silvia Zimmermann

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