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Ziesar Gänsehaut in der Turnhalle
Lokales Potsdam-Mittelmark Ziesar Gänsehaut in der Turnhalle
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18:03 30.04.2019
Bereits vor drei Jahren diente die Wolliner Turnhalle als Aufführungsort für das Messias-Werk von Händel. Quelle: Maloszyk Volkmar
Wollin

Da bekommt selbst die Turnhalle eine Gänsehaut. Bombastisch und populär zugleich erklingt der Chorsatz „O Fortuna“, mit dem Carl Orffs Meisterwerk Carmina Burana einsetzt. Über 100 Mitwirkende wollen am kommenden Sonntag, 5. Mai, die Wolliner Sportstätte in einen Konzertsaal verwandeln.

Immer noch populär

Ein Projektchor, darunter viele Laien aus dem Kirchenkreis Elbe-Fläming, haben seit Februar eines der populärsten Stücke ernster Musik des 20. Jahrhunderts einstudiert. Das war nicht einfach. Denn die Texte werden in lateinischer und mittelhochdeutscher Sprache vorgetragen. „Die erfahrenen Sänger haben die Neulinge bei den Proben mitgezogen. Am Ende hat sich die Geduld ausgezahlt“, freut sich Kantor Thorsten Fabrizi, der die musikalische Leitung verantwortet.

Kantor Thorsten Fabrizi führt am Sonntag in Wollin die Carmina Burana auf. Quelle: Rüdiger Böhme

Aufgeführt wird die Carmina Burana am Sonntag gleich an zwei Veranstaltungsstätten. Nach dem Konzert um 14 Uhr in Wollin erfolgt um 18 Uhr in der Stadthalle von Möckern die Wiederholung. Warum bei der Suche nach einem Aufführungsort die Wahl ausgerechnet auf die Wolliner Turnhalle fiel, ist schnell erklärt.

Kirchenkreis fördert Projektchor

Schon beim Messias von Händel vor drei Jahren hatten die Veranstalter gute Erfahrungen mit dem Zweckbau gesammelt. „Die Akustik ist erstaunlich gut. Wir haben viel Platz für die Podeste. Außerdem ist die Halle wohltemperiert“, begründet Projektchor-Erfinder Fabrizi die Entscheidung. Ohne die Förderung durch den Kirchenkreis Elbe-Fläming wären die aufwendigen Aufführungen nicht zu realisieren. Denn der Eintritt ist frei. Die Spenden allein decken die Unkosten nicht.

Drei Solisten sind dabei

In Wollin und Möckern wird eine reduzierte Version von Carmina Burana aufgeführt, die Orffs Schüler Wilhelm Killmayer 1956 extra für Solisten, einen großen gemischten Chor, zwei Klaviere und Schlagzeug arrangiert hat. Begleitet wird der Projektchor von drei Solisten. Und zwar Shirley Radig (Sopran), Thomas Fröb (Tenor) und Diego Mendes (Bass). Fünf Schlagzeuge und zwei E-Pianos werden besetzt. Carmina Burana ist die lateinische Bezeichnung für eine mittelalterliche Liedsammlung aus Benediktbeuren, die Carl Orff 1934/35 zu einer szenischen Kantate umarbeitete.

Von Frank Bürstenbinder

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