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Ziesar In der Not wird jedem Tier geholfen
Lokales Potsdam-Mittelmark Ziesar In der Not wird jedem Tier geholfen
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15:08 02.10.2018
André Garnies und Jana Pattke vom Tierschutz-Tierliebe e.V. in Ziesar mit ihren beiden Minischweinen. In einem anderen Gehege leben Kaninchen und Meerschweine. Quelle: JACQUELINE STEINER
Ziesar

Eberhard und Gisela sind verrückt nach Äpfel. Dankbar stürzen sich die beiden Minischweine auf den Obst-Snack, um sich dann in die wohlverdiente Mittagsruhe zurückzuziehen. Das Pärchen in seinem Gatter gehört zum lebenden Inventar des gemeinnützigen Vereins Tierschutz –Tierliebe, der erst vor einem Jahr in Ziesar seine Aktivitäten aufnahm. Der zunächst wenig bekannte Zusammenschluss von Tierfreunden wird nach und nach zu einer Bereicherung im Vereinsleben der Stadt.

Tipps zur Pflege und Haltung

Der Tierschutz-Tierliebe e.V. ist relativ neu im Vereinsleben von Ziesar. In der Lindenstraße wird das Vereinsgelände „Ein Heim für Tiere“ betrieben. In einem Kleintiergehege leben Kaninchen und Meerschweine. Außerdem gibt es zwei Minischweine in einem separaten Gatter.

Kinder können beim Verein lernen, welche Verantwortung mit der Anschaffung eines Haustieres verbunden ist. Außerdem gibt es Tipps zur Pflege, Versorgung und artgerechten Haltung. Projekttage für Kitas und Schulen sind möglich.

Der Verein versteht sich nicht als Auffangstation für verstoßene Tiere, steht aber für Vermittlungen mit Rat und Tat zur Seite. Für akut in Not geratene Tiere leisten die ehrenamtlichen Mitglieder Hilfe und Erstversorgung in Abstimmung mit der Veterinärbehörde.

„Unser größtes Anliegen besteht darin, Kindern die Liebe zum Tier nahezubringen. Wer ernsthaft die Verantwortung für ein Haustier übernehmen will, sollte sich vor einer Anschaffung über die Konsequenzen klar sein“, sind sich die beiden Initiatoren der Vereinsgründung einig. Dabei handelt es sich um Jana Pattke und André Garnies aus der Lindenstraße. Wie es funktionieren kann, leben der gebürtige Rostocker und seine aus Berlin stammende Partnerin vor. Zu ihrer Familie gehören neben den eigenen Kindern drei Bulldoggen.

Mit Hamster fängt es an

Im Normalfall werden Eltern mit anderen Wünschen ihrer Kinder konfrontiert. „Oft geht es um Meerschweine, Hamster, Zwergkaninchen. Neuer Trend ist die Anschaffung von Minischweinen, die manche sogar in der Wohnung halten. Das geht natürlich gar nicht. Deshalb haben wir zwei Gehege aufgebaut, um dem Nachwuchs vor einer Anschaffung zu zeigen, wie artgerechte Tierhaltung aussieht“, sagte André Garnies der MAZ. Auf dem Vereinsgelände, einem Gartengrundstück in der Lindenstraße, leben deshalb auch Kaninchen und Meerschweine. Eine Vogelvoliere und eine Koppel für zwei Ponys sollen folgen.

Die ersten Bewohner im Kleintiergehege des Vereins Tierschutz-Tierliebe in Ziesar. Quelle: JACQUELINE STEINER

Die derzeit zwölf erwachsenen Mitglieder von Tierschutz-Tierliebe verstehen sich als Verein mit Bildungsauftrag. Kita-Gruppen und Schulklassen sind als Besucher in der Lindenstraße gern gesehen. Eine Oberschülerin hat bereits ein Praktikum bei den Tierschützern absolviert. In den kommenden Monaten wollen Jana Pattke und André Garnies öffentliche Projekttage mit und für Kinder anbieten. Zusammen sollen Vogelhäuser gebaut und Vogelfutter für den Winter zubereitet werden. Auch Herbstwanderungen mit Tierquiz sind möglich.

Erfahrung als Hundetrainer

Offen ist der Verein ebenso für Familien oder Tierhalter, die Fragen zur Anschaffung bestimmter Arten, zur Tierpflege und Versorgung haben. Jana Pattke hat über viele Jahre Gebrauchshunde trainiert, André Garnies züchtete lange Zeit Dobermänner. Vor seinem Umzug nach Ziesar vor fünf Jahren nahm das Paar als Pflegestelle Hunde zeitweise für andere Tierschutzvereine auf. Mit dem neuen Verein ist das anders. Er ist weder eine Auffangstation noch wird aktive Tiervermittlung betrieben.

„Grundsätzlich nehmen wir keine Tiere auf. Ausnahmen bilden Erstversorgungen in Notfällen. Diese werden immer mit der Veterinärbehörde des Landkreises abgestimmt“, stellt André Garnies klar. Dagegen versteht sich der Verein durchaus als Ansprechpartner bei Tiermisshandlungen oder unseriösen Massenzuchten, die dem Tierschutzgedanken widersprechen. Dass der noch kleine Verein überhaupt arbeitsfähig ist, haben die Initiatoren zahlreichen Spendern und Helfern zu verdanken, ohne die das ehrenamtliche Engagement nicht denkbar wäre. Allein das vom Verein betriebene Grundstück war noch vor einem guten Jahr eine völlig verwilderte und vermüllte Fläche, die inzwischen ein ansehnliches Zuhause für die Minischweine Eberhard, Gisela & Co. geworden ist.

Von Frank Bürstenbinder

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