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Ziesar Industriegebiet Ziesar wird kein Lkw-Rastplatz
Lokales Potsdam-Mittelmark Ziesar Industriegebiet Ziesar wird kein Lkw-Rastplatz
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11:05 29.03.2019
Versammlung der Bürgerinitiative in Köpernitz mit dem CDU-Landtagsabgeordneten Knut Große. Das auf dem Tisch ausliegende Protestplakat wird vorgestellt. Quelle: Frank Bürstenbinder
Köpernitz

Das Land Brandenburg sieht keine Chancen aus den seit 25 Jahren brach liegenden Flächen im Industriegebiet Ziesar Parkplätze für Lkw zu machen. So der Kern einer Antwort von Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (SPD) auf eine „Kleine Anfrage“ der beiden CDU-Landtagsabgeordneten Knut Große und Rainer Genilke.

Rund 150 Stellplätze mehr

Nach gegenwärtigem Stand ist auf der Nordseite eine Verlängerung der bestehenden Tank- und Rastanlage parallel zur Autobahn geplant. Auf der Südseite (Köpernitz) ist die Erweiterung zwischen dem Rasthaus und dem Versickerungsbecken geplant.

Auf dem Abschnitt der A 2 zwischen Werder und Burg gibt es derzeit 613 Lkw-Parkplätze. Die Prognose für 2025 weist einen Bedarf von 907 Parkstellen auf. Buckautal Nord soll um 78 Plätze und Buckautal Süd um 77 Plätze erweitert werden.

Anfang Juni soll es in Köpernitz eine Bürgerversammlung mit der Deges geben. Dabei dürften die Anspruchsvorausetzungen auf Schallschutz eine große Rolle spielen. Nur wenn sich ein gesetzlicher Anspruch ergibt, sind Lärmschutzmaßnahmen vorgesehen.

Die Richtlinien zur Errichtung von Tank- und Rastanlagen als Teil der Bundesautobahnen würden eine direkte Verbindung mit der Autobahn vorschreiben. Ein Verlassen der Autobahn durch die Verkehrsteilnehmer soll vermieden werden, heißt es in der schriftlichen Antwort an die CDU-Landtagsfraktion weiter.

Bürgerinitiative informiert

Der in Görzke lebende Landtagsabgeordnete Große informierte in dieser Woche die Mitglieder der Köpernitzer Bürgerinitiative (BI) bei einem Treffen im Dorfgemeinschaftshaus über das Ergebnis der Anfrage. Die Köpernitzer hatten die teilweise Umnutzung des Industriegebietes Ziesar als Alternative zum geplanten Ausbau der Tank- und Rastanlage Buckautal Nord und Süd vorgeschlagen.

Bei einer Erweiterung befürchten die Einwohner eine steigende Emmissions- und Lärmbelästigung für die nahe der Autobahn gelegene Ortslage. „Wir werden unseren Widerstand gegen den Ausbau fortsetzen. Natürlich wissen die Köpernitzer, dass mehr Lkw-Stellplätze gebraucht werden. Doch im Gegenzug muss etwas für unser Dorf getan werden“, machte BI-Sprecher Marian Krüger deutlich.

Lkw-Parkplätze sind knapp: Ein alltägliches Bild auf dem Rasthof Buckautal. Quelle: Frank Bürstenbinder

 

Erinnerungen an den sechsstreifigen Ausbau der A 2 vor gut 20 Jahren wurden wach. „Damals haben wir uns zu viel gefallen lassen. Das soll jetzt nicht wieder passieren“, waren sich die BI-Mitglieder einig. Zentrale Forderung der Köpernitzer ist deshalb die Errichtung einer Lärmschutzwand als Abschottung zwischen Rastanlage und Dorf. Für dieses Ziel wollen die Köpernitzer auch am 24. April beim Frühlingsmarkt in Ziesar Flagge zeigen. Das Datum fällt mit dem internationalen Tag gegen Lärm zusammen.

Baubeginn unklar

Bis voraussichtlich Ende 2019 wird durch die Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und Bau GmbH (Deges) die Entwurfsplanung erstellt. Danach erfolgt das Planfeststellungsverfahren, in das sich die Köpernitzer aktiv einbringen wollen, um ihrer Forderung nach Lärmschutz Gehör zu verschaffen. Zum Baubeginn können noch keine Angaben gemacht werden. Der Zeitablauf des Planfeststellungsverfahrens sei derzeit nicht abzusehen, schreibt Ministerin Schneider in ihrer Antwort an die CDU-Landtagsabgeordneten.

Flächen in Privatbesitz

Knackpunkt bei dem Vorhaben: Die Flächen, die zur Erweiterung der Parkplätze benötigt werden, befinden sich in Privatbesitz. „Mit einem einheitlichen Auftreten können sie den Ausbau zumindest verzögern und ihren Forderungen Nachdruck verleihen“, riet Landespolitiker Große den Köpernitzern. Für den Zusammenhalt der Anwohner steht denn auch ein Protestplakat, dass an diesem Freitag am Ortseingang angebracht wird. Lebensraum statt Parkraum wird auf dem Transparent gefordert. Außerdem beginnt die BI in diesen Tagen mit der Verteilung von Flugblättern.

Von Frank Bürstenbinder

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