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Ziesar Maisernte im Staub: Bauern müssen nothäckseln
Lokales Potsdam-Mittelmark Ziesar Maisernte im Staub: Bauern müssen nothäckseln
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12:44 29.08.2019
Die Maisernte ist in diesem Jahr eine staubige Angelegenheit. Die abgeernteten Felder gleichen einer Halbwüste. Das anhaltende Niederschlagsdefizit hat die Böden noch tiefer austrocknen lassen. Quelle: Frank Bürstenbinder
Ziesar

Eine gelbe Staubwolke zieht mit den Häckslern und Traktoren. Die abgeernteten Felder erinnern an eine Halbwüste. Der zweite Dürresommer in Folge hat auch die unteren Bodenschichten austrocknen lassen. Ohne Wasser ist der Mais am Ende. Es gibt Bestände ohne Kolben, dafür kniehohe Pflanzen mit eingerollten und vertrockneten Blättern. Der Silomais ähnelt Tabakpflanzen. Einzelne Gewittergüsse bewirken wenig.

Agrar-Chef Elard von Gottberg in einem der besseren Maisschläge, wo die Pflanzen trotz der Trockenheit Kolben geschoben haben. Quelle: Frank Bürstenbinder

Rund vier Wochen vor der regulären Ernte wollen die Bauern in Potsdam-Mittelmark retten, was noch zu retten ist. Der Mais wird notgehäckselt. „Weil auch in den nächsten Tagen kein Regen in Sicht ist, holen wir alle 880 Hektar runter. Mit einem Ertragszuwachs ist nicht mehr zu rechnen“, sagte Elard von Gottberg von der Fiener Agrargenossenschaft in Ziesar der MAZ.

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Hoffnungen nicht erfüllt

Dabei hatte die Landwirtschaft zwischenzeitlich Hoffnung geschöpft. Nach einigen Regenfällen vor knapp zwei Wochen schienen sich die Pflanzen zu erholen. Doch die vergangenen acht Tage haben den Mais verdorren und die Kolben komplett abreifen lassen. Problem: Je dürrer und vertrockneter die Pflanzen werden, umso unverträglicher ist das wichtige Grundfutter für die Rindermägen.

Rund vier Wochen vor der Zeit beginnen die Bauern in diesem Jahr notgedrungen mit der Maisernte. Quelle: Frank Bürstenbinder

 

Zum Glück macht die Kultur nicht überall eine schlechte Figur. „Es ist verrückt. Auf einer Straßenseite hat der Mais ordentliche Kolben geschoben, ein paar hundert Meter weiter sind die Ertragseinbußen enorm“, berichtet Agrarchef von Gottberg. Unterschiedliche Bodenbeschaffenheiten und lokal extrem unterschiedliche Regenfälle machten das Pflanzenbild so uneinheitlich. Insgesamt geht man in der Agrargenossenschaft von einem um 15 Prozent höheren Ertrag als im noch katastrophaleren Vorjahr aus. Damit bleibt die Ernte, wie beim Getreide, dennoch unter dem langjährigen Durchschnitt.

Keine Reserven mehr

„Nach zwei Jahren Milchkrise sind wir jetzt in einer Dürrekrise. Die in diesem Jahr für 2018 ausgezahlte Dürrehilfe von über 400 000 Euro wurde in den Zukauf von Futter gesteckt. Wir sind für die finanzielle Unterstützung sehr dankbar. Aber das wird eine einmalige Sache gewesen sein“, so von Gottberg. Die komplette Maisernte wird als Futter für die rund 800 Milchrinder und Mutterkühe benötigt und soll eigentlich ein Jahr lang reichen. Reserven gibt es nicht mehr.

Traktoren verdichten das Häckselgut in einem Silo auf dem Betriebsgelände der Agrargenossenschaft. Quelle: Frank Bürstenbinder

Von der Bullenmast hat sich das Unternehmen schon verabschiedet. Wie viele Absetzer der Mutterkuhherde im Betrieb bleiben können, hängt auch von der Menge der Grassilage ab, für die sich die Agrargenossenschaft Nachschub aus Paplitz und Gladau (Jerichower Land) gesichert hat. Dort wurde die Milchproduktion aufgegeben.

Pfluglose Bodenbearbeitung

Erste Reaktionen auf das Extrem-Wetter gibt es schon. Ziesar baut keinen Raps mehr an. „Die Saat würde nur im Staub landen“, ist von Gottberg überzeugt. Nach der Maisernte wird auf das Pflügen verzichtet, um den gewendeten Boden nicht noch mehr der Sonne auszusetzen. Der Acker erhält lediglich eine oberflächliche Bearbeitung mit einem Grubber bevor der Winterroggen ausgesät wird. Auch über neue und widerstandsfähigere Sorten denken die Pflanzenbauern nach. „Doch auch diese brauchen Regen. Ohne Wasser von oben gibt nicht mehr viele Stellschrauben, an denen wir drehen können“, so von Gottberg.

 

Von Frank Bürstenbinder

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