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Ziesar Mehr Licht und Splitterschutz für Lebensretter
Lokales Potsdam-Mittelmark Ziesar Mehr Licht und Splitterschutz für Lebensretter
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15:22 15.11.2018
Hauptfeuerwehrfrau Kathrin Knöspel-Kischkel bringt die magnetischen Schutzdecken an der eingeschlagenen Heckscheibe an. So kann sie ungefährdet in das Fahrzeuginnere gelangen. Quelle: Rüdiger Böhme
Ziesar

 Es geht um Sekunden. Durch die eingeschlagene Heckscheibe eines verunglückten Ford Mondeo kämpft sich Kathrin Knöspel-Kischkel (38) zum schwer verletzten Fahrer vor. Dessen Beine sind unter der Lenksäule eingeklemmt. Die Bergung ist schwierig. Ihre Kameraden von der Wenzlower Feuerwehr müssen Schere und Spreizer einsetzen, um das Dach des Autos zu öffnen. Dann tritt der Kettensatz in Aktion, um die Lenksäule nach vorn zu ziehen. Die Hauptfeuerwehrfrau schützt den Fahrer von hinten mit einer Decke vor Splittern und abbrechenden Teilen.

Gleich zum Einsatz kamen die von Spenden gekauften Ausrüstungsgegenstände. Für die Mitglieder der Jugendfeuerwehr wurden Winterjacken gekauft.

Doch wie passt die Kameradin selbst auf Glasreste und scharfen Kanten beim Einstieg auf? Erstmals kann Knöspel-Kischkel magnetische Schutzdecken auf das Autoblech kleben. Der nagelneue Kantenschutz ist so flexibel und stabil zugleich, dass er vor Verletzungen schützt. Böse kann es auch ausgehen, wenn sich bei den Rettungsarbeiten im Fahrerbereich der Airbag öffnet. Deshalb wird ein spezielles Sicherungssystem über das Lenkrad gezogen. Wichtig an jeder Unfallstelle ist eine gute Ausleuchtung. Zur neuesten Anschaffung gehört ein zusätzliches LED-Beleuchtungsset. Es ist mobil einsetzbar und weist Knöspel-Kischkel den gut erhellten Weg ins Fahrzeuginnere.

Wenzlower Feuerwehrleute mit den angeschafften Ausrüstungsgegenständen. Quelle: Rüdiger Böhme

Was sich in dieser Woche auf dem Hof der Firma Autoservice Schöneberg abspielte, war zum Glück nur eine abendliche Übung. Aus zwei „verunglückten“ Autos mussten Insassen geborgen werden. Ein Pkw lag auf dem Dach. Eine besondere Herausforderung für die Kameraden aus Wenzlow und Wollin. Beide Wehren sind in der Regel zusammen auf der unfallträchtigen Autobahn unterwegs. „Deshalb führen wir gemeinsame Ausbildungsstunden durch, um gegenseitig ersetzbar zu sein“, erklärte Wenzlows Ortswehrführer Holger Vieweg. Die Wolliner Wehr wurde an diesem Abend von Patrick Kähne geführt.

Neue Anschaffungen gezeigt

Das jüngste Training auf dem Gelände der ehemaligen Autobahnmeisterei Ziesar diente auch dem Zweck einige technische Neuanschaffungen zu präsentieren und sofort einzusetzen. Über 4000 Euro waren im Frühjahr über die Crowdfundingplattform der Brandenburger Bank zusammengekommen. Dabei haben zahlreiche Spender mit ihrem Geld dringende Anschaffungen für die Retter möglich gemacht. Der Clou dabei: Jede Spende ab fünf Euro wird vom Geldinstitut um weitere fünf Euro erhöht. „Für uns ist die Nachhaltigkeit der eingesetzten Spenden wichtig. Deshalb werden nur materielle Dinge gefördert“, sagte Susan Ludwig, die bei der Brandenburger Bank für die Crowdfundingplattform zuständig ist. Ungefähr 20 gemeinnützige Projekte hat ihr Haus seit dem vergangenen Jahr zum Erfolg geführt.

Von Spenden gekauft: Die Wenzlower Jugendfeuerwehr mit neuen Winterjacken. Quelle: privat

 

„Wir sind begeistert und bedanken uns bei allen Spendern. Es ist mehr Geld als die geplanten 3500 Euro geworden“, freute sich Wenzlows Feuerwehrchef Vieweg. Es blieb also nicht bei Kantenschutzdecken, Airbagsicherungen und dem Akku-Beleuchtungsset. Angeschafft wurde auch ein Schlauchset mit drei Hohlstrahlrohren, wie es bei Waldbränden und für Ausbildungszwecke verwendet werden kann. Gekauft wurden ferner einige beleuchtete Faltpylone und ein Satz Winterjacken für die Mitglieder der Wenzlower Jugendfeuerwehr. Zwar ist als Träger des Brandschutzes das Amt Ziesar für die Ausrüstung in der Pflicht. Doch nicht alles, was es auf dem Markt zu kaufen gibt, kann oder muss die Verwaltung sofort anschaffen.

Von Frank Bürstenbinder

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