Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Ziesar Fiener Agrargenossenschaft Ziesar will ins Solargeschäft einsteigen
Lokales Potsdam-Mittelmark Ziesar Fiener Agrargenossenschaft Ziesar will ins Solargeschäft einsteigen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:27 05.12.2019
Die Fiener Agrargenossenschaft will mehrere Photovoltaikanlagen auf unternehmenseigenen Flächen rund um Ziesar errichten. Für die Vorhaben werden Bebauungspläne aufgestellt. Quelle: Elinor Wenke
Ziesar

Die Fiener Agrargenossenschaft will in das Geschäft mit Sonnenstrom einsteigen. „Wir machen uns darüber Gedanken, wie wir trotz Klimawandel und schwieriger Rahmenbedingungen in Zukunft Geld verdienen wollen. Das Unternehmen hat 30 Angestellte, da hängen Familien dran“, begründete Vorstandsvorsitzender Elard von Gottberg in dieser Woche gegenüber Ziesars Stadtverordneten die Pläne für eine neue Einnahmequelle.

Die Volksvertreter folgten den Argumenten des Agrar-Chefs und machten einstimmig den Weg für eine Änderung des Flächennutzungsplans frei. Außerdem befürworteten sie die Aufstellung mehrerer Bebauungspläne, deren Kosten vom Vorhabenträger zu übernehmen sind. Noch zu gut sind auch den Abgeordneten die beiden vergangenen Sommer in Erinnerung, die auf den Feldern rund um Ziesar zu unübersehbaren Trockenschäden bei Raps, Mais und Getreide geführt hatten.

Ackern auf Grenzstandorten

Sogar Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidtke informierte sich im Dürrejahr 2018 in Ziesar über den Ernst der Lage. Das Land half damals auch der Fiener Agrargenossenschaft mit einer Dürrehilfe von 250.000 Euro aus der Klemme. Eine Ausnahme, keine dauerhafte Lösung für Landwirtschaft auf Grenzstandorten.

Agrar-Chef Elard von Gottberg hat in dieser Woche Pläne zur Errichtung mehrerer Photovoltaikanlagen vorgestellt. Quelle: Frank Bürstenbinder

Ein weiterer Grund für die Suche nach alternativen Standbeinen ist die angespannte Lage bei den Erlösen. „Wir können heute alle günstig Lebensmittel kaufen. Das war vor 100 Jahren noch anders. Damals mussten die Leute die Hälfte ihres Lohns für Nahrungsmittel ausgeben“, sagte von Gottberg. Um neue Einnahmen zu generieren will der Landwirtschaftsbetrieb deshalb an fünf Standorten Photovoltaikanlagen errichten. Mindestens vier von den Anlagen sollen Strom in das öffentliche Netz einspeisen.

Kollektoren auf ehemaliger Schweinemastanlage

Um diese Projekte geht es: Eine ehemalige und ruinöse Schweinemastanlage südlich der Paplitzer Chaussee bei Ziesar soll abgerissen und mit Kollektoren bebaut werden. „Ob wir auch die Fundamente beräumen, hängt von den zu erwartenden Kosten ab“, erläuterte von Gottberg auf Nachfrage.

Ein zweiter Bebauungsplan betrifft die Ortslage von Glienecke. Dort stehen ebenfalls längst aufgegebene Schweineställe, zum Teil mit Asbestdächern belegt. Zwei unbebaute Standorte sind nördlich der A 2 bei Glienecke sowie südlich der A 2 bei Steinberg vorgesehen. Für die Eigenstromversorgung sind weitere Anlagen in der Nähe der Milchviehanlage bei Bücknitz geplant.

Ausweisung als Sondergebiete

Alle fünf Vorhaben sind eher kleinteilig angelegt und kommen zusammen auf nicht mehr als zehn Hektar. In einem aktualisierten Flächennutzungsplan der Stat Ziesar sollen die Flächen als Sondergebiete für Photovoltaikanlagen festgesetzt werden.

Alle fünf aufzustellenden Bebauungspläne durchlaufen die üblichen Genehmigungsverfahren, bei denen auch die Auswirkungen auf die Umwelt geprüft werden. Als Vorhabenträger ist die Fiener Agrargenossenschaft für die Ausgleichsmaßnahmen verantwortlich.

Nicht nur mit Solarstrom will sich die Fiener Agrargenossenschaft besser für die Zukunft aufstellen. Mitte des Jahres ging eine Bio-Tochter des Unternehmens an den Start. Eine andere Konsequenz der Trockenheit: der Viehbestand wurde reduziert, der Personalbestand verringert. Das Unternehmen bewirtschaftet 2000 Hektar Ackerland und 600 Hektar Grünland.

Lesen Sie dazu auch:

Von Frank Bürstenbinder

Auch am zweiten Adventswochenende lockt der Budenzauber vielerorts. In Bad Belzig hält die Schneekönigin wieder Hof. Ein anderes Markttreiben vor exklusiver Kulisse hat Premiere.

05.12.2019

Zum Weihnachtsmarkt am Freitag auf der Burg werden wieder viele Besucher erwartet. Über 30 Standbetreiber haben sich angemeldet. Und das auch noch für einen guten Zweck.

04.12.2019

Zwischen Glienecke, Steinberg und Gräben sind die Jäger nicht mehr allein. Wo der Wolf ist, wird das Waidwerk anspruchsvoller. Vor allem das Damwild macht sich rar.

02.12.2019