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Ziesar Schöner nisten: Adebars Nest ist kernsaniert
Lokales Potsdam-Mittelmark Ziesar Schöner nisten: Adebars Nest ist kernsaniert
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12:52 21.03.2019
Mit großem Gerät macht der Naturschutzbund es dem Storch in Görzke wieder schön und sicher. Quelle: Helga Dietrich
Görzke

Da wird der Storch aber staunen, wenn er aus seinem Winterdomizil zurück nach Görzke kommt. Sein Nest auf dem Schornstein hinter dem Gasthaus „Zur Burg“ wurde am Montagmorgen umgestaltet.

„Der Sturm hat es ganz schön zerrupft“, sagt Helga Dietrich, eine ehrenamtliche Helferin des Naturschutzbundes. „Das Nest hing halb runter, da wäre es sicher samt der jungen Störche herabgestürzt“, erklärt sie die Rettungsaktion.

Nest in Schieflage

In 24 Metern Höhe ist das Nest den Winden völlig ausgeliefert. Schon 2017 sei es von Stürmen schwer mitgenommen worden. Im vergangenen Jahr wäre es dann besonders schlimm gewesen, erzählt Dietrich.

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Weil die Görzker fürchteten, dass das Nest abstürzen könnte, rief Dietrich dann Christian Kurjo an. Der Mitarbeiter der unteren Naturschutzbehörde des Landkreises kam mit schwerem Gerät: Einem Hubwagen und einer Mistgabel.

Das Görzker Nest liegt auf einem Schornstein hinter dem alten Gasthaus "Zur Burg". Quelle: Helga Dietrich

„Es war ziemlich windig an dem Vormittag und frisch war es auch“, sagt Kurjo über seinen Einsatz in 24 Metern Höhe. Er hat es dennoch geschafft den größten Teil des Nests abzutragen. „Es war immer weiter gewachsen und deswegen in Schieflage geraten“, erklärt der Storchexperte. Etwa zwei Drittel seien nun abgetragen und nur der Kern geblieben. Nun ist das Nest wieder frei für den weiteren Ausbau.

Ein Nest mit Geschichte

Nigelnagelneu ist das Nest aber nicht: Es wurde 1998 gebaut. „Damals hatte das Storchenpaar versucht dort oben ein Nest zu bauen“, erzählt Kurjo. Das klappte nicht, weil die Äste immer wieder in den Schornstein gefallen sind.

Damals war es Helga Dietrich, die zur Hilfe anrückte: Sie besorgte ein Drahtgitter, das Kurjo und sie beflechteten und auf den Schornstein setzten.

Seitdem kommt der Storch jedes Jahr im März wieder. „Er ist zuerst da und nach einer Woche auch seine Frau“, erzählt Diedrich. Sie hätten jedes Jahr zwei bis drei Junge und keine Verluste, wie Dietrich betont.

Strochtaufe

Storche können über zwanzig Jahre alt werden und kehren immer wieder zum gleichen Nest zurück. „Sie sind nicht Partnertreu, sondern Horsttreu“, erklärt Kurjo.

So ist der Storch ein alter bekannter in Görzke. Einen Namen hatte er bisher nicht. Neben einem kernsanierten Nest wird er bei seiner Rückkehr nun auch ein neues Wort lernen: „Adebar“, so will in Helga Diedrich nun taufen. Ein Name, der sehr bekannt ist. Im Niederdeutschen ist das der reguläre Begriff für Storch.

Bisher ist Adebar nicht von der beschwerlichen Reise über Spanien oder den Sudan aus Südafrika zurückgekehrt. Dort verbringen die meisten Zugvögel den Winter. Bisher war auf Adebar aber Verlass. Auch das Storchenweibchen kehrt zu Adebar zurück. Das ist auch nötig, die Storchenpopulation ist im Fläming rückläufig.

Von Jan Russezki

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