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Ziesar Souvenirs müssen später abgeholt werden
Lokales Potsdam-Mittelmark Ziesar Souvenirs müssen später abgeholt werden
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18:07 10.03.2019
Beim Nachwuchs kommt der Tag der offenen Töpfereien in Görzke gut an. Peter Ludwig ließ die Jungen und Mädchen selbstständig Blumentöpfe anfertigen. Quelle: Michaela Weiss
Görzke

Lenia aus Groß Ziethen kam am Wochenende extra in den Hohen Fläming, um einen Blumentopf anzufertigen. Der gemeinsame Ausflug mit den Großeltern zum Tag der offenen Töpfereien ist für sie schon jährlich ein fester Termin im Kalender. Allein in Görzke hatten sechs Werkstätten dazu eingeladen.

In der Schmerwitzer Königsblau-Töpferei hat das Mädchen in der Vergangenheit schon einige Handgriffe geübt. Dieses Mal machten die Grabows mit ihrer Enkelin unter anderem gemeinsam in der Werkstatt von Peter Ludwig Halt.

Hinter die Kulissen verschiedener Töpfereien schauen und eigene Kunststücke herstellen – das war am Wochenende beim Tag der offenen Töpfereien möglich. In vielen Werkstätten konnten es sich die Besucher zudem bei Kaffee und Kuchen gemütlich machen.

Dort öffnete der Innungsmeister pünktlich die Türen seiner modernen Töpferei und stand Kindern helfend zur Seite. Mit Spaß und großer Hingabe werden zu dem Anlass seit Jahren Figuren und Behälter von den kleinen Händen geformt.

Mitnehmen kann die neunjährige Lenia ihr Gefäß allerdings noch nicht. Schließlich wird es noch im Spezialofen bei knapp 1300 Grad gebrannt, bevor das Souvenir glasiert und von den Großeltern abgeholt werden kann. Spätestens Ostern hält das Mädchen sein Kunstwerk dann wohl in den Händen.

Töpfer mit Leib und Seele

Ausschließlich im modernen Brennofen wird seit 2018 auch bei Winfried Wagner gebrannt. Der Görzker Töpfer hat seinen historischen Steinofen erst im vergangenen Jahr stillgelegt und zum Lager umfunktioniert. Seit 1746 gibt es seine Töpferei in der Wiesenburger Straße.

Eine 90 Stunden Woche ist für den 61-Jährigen nicht selten, denn in der urigen Werkstatt steht er an Wochentagen meistens von acht bis 18 Uhr, bevor er freitags das Fahrzeug belädt und zu Märkten oder Veranstaltungen aufbricht. „Das mache ich jetzt seit 30 Jahren“, erzählt er. „Natürlich auch mit Leib und Seele, aber der Job ist hart und Urlaub kennen wir kaum.“

Fleißige Helfer im Einsatz

Trotzdem seien Anlässe wie der Tag der offenen Töpfereien und der traditionelle Görzker Töpfermarkt zu Ostern immer wieder ein schönes Erlebnis und Anlass, Hof und Werkstatt für Blicke hinter die Kulissen zu öffnen. Die Gäste haben es sogar gemütlich bei Kaffee und Kuchen.

Dorit Baumann aus Ragösen unterstützt den Gastgeber beim Herrichten des Ambientes. „Das ist einfach so. Hier packt die ganze Familie mit an und das machen wir gern.“ Allein sei das, besonders zu solchen Anlässen, für den Töpfer Winfried Wagner auch gar nicht zu bewältigen.

Stammgäste bestellen telefonisch

„Viele Gesichter sehen wir immer wieder. Sie reisen aus Berlin oder dem südlichen Brandenburg und Sachsen-Anhalt an“, erzählt Wagner. „Stammgäste bestellen oft telefonisch und holen ihr Steingut dann zu solchen Anlässen ab.“

Das Ehepaar Albrecht aus Brandenburg an der Havel führte heute unter anderem der Auftrag ihrer Tochter nach Görzke. Schließlich wurden sie im Lager von Winfried Wagner fündig, denn der Vier-Liter-Steintopf, den sie gerade gekauft haben, wird von der Tochter in Fürth gebraucht.

Bewährt als Kühlbehälter

Die Görzker Töpfer freuen sich über die zunehmende Wertschätzung ihrer Arbeit und den praktischen Nutzen ihrer Ware. Steinguttöpfe haben sich schon früher beim Zelten als Kühlbox bewährt, wenn sie auf dem Zeltplatz eingegraben wurden, weiß Winfried Wagner.

Die Nachfrage nach Behältern und Backformen steigt. Denn immer mehr greifen die Menschen wieder gern auf Omas Hausrezepte zurück. Und das schmeckt man, bestätigen die Besucher im Töpferort Görzke. Derweil sich der Nachwuchs an der dekorativen Keramik erfreut.

Von Michaela Weiss

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