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Ziesar Vor 60 Jahren: Auf Fahrrädern zum Standesamt Ziesar
Lokales Potsdam-Mittelmark Ziesar Vor 60 Jahren: Auf Fahrrädern zum Standesamt Ziesar
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07:59 21.12.2019
Renate und Alfred Mielke begehen an diesem Sonnabend das Fest der Diamantenen Hochzeit. Quelle: Silvia Zimmermann
Ziesar

Eine richtige Hochzeitsfeier hatten Renate und Alfred Mielke vor 60 Jahren nicht. Nach der standesamtlichen Trauung am 21. Dezember 1959 um 11 Uhr im Rathaus von Ziesar gönnten sich die Eheleute ein Essen. Danach musste das junge Paar arbeiten. „Mein frisch angetrauter Ehemann fuhr mit dem Zug nach Gommern. Und ich stand den Rest des Tages an der Dreschmaschine“, erinnert sich Renate Mielke.

Auf Bahnhof angesprochen

Von der Trauung wusste die Familie nichts. Renate und Alfred lernten sich 1958 am Bahnhof von Ziesar vor dem ehemaligen Springbrunnen kennen. Die junge Renate, geb. Dräger, gefiel dem jungen Alfred. „Renate kam gerade mit dem Triebwagen aus Rottstock von einer Freundin. Ich sprach sie einfach an. So hat sich das mit uns beiden entwickelt“, berichtet Alfred Mielke. Beide fanden Gefallen aneinander. Alfred lud seine Renate mindestens zweimal die Woche ins Ziesarer Kino ein.

Ärger mit dem Vater

Einfach war die erste Zeit nicht. Der Vater von Alfred war gegen die Beziehung und verwies seinen Sohn aus dem elterlichen Haus im Gehlsdorfer Weg. „Auch meine Oma wollte nicht, dass wir in wilder Ehe bei mir wohnten. Trennen wollten wir uns aber auch nicht. So blieb uns nichts anderes übrig und wir heirateten kurzentschlossen“, erzählte die heute 78-jährige Jubilarin.

In Burg kauften beide den Hochzeitsanzug für den Bräutigam und ein blaues Brokatkleid für die Braut. „Wir sind an unserem Hochzeitstag mit Fahrrädern zum Standesamt gefahren. Einen Brautstrauß gab es nicht und ein Hochzeitsfoto wurde damals auch nicht gemacht“, erinnerte sich das Jubelpaar. Mit etwas Glück bekam das junge Paar im Gehlsdorfer Weg eigenen Wohnraum.

Vom Dachdecker zur Bahn

Sohn Frank kam im Oktober 1960 zur Welt. „Im Dezember ließen wir unser Kind in der Stadtkirche von Ziesar taufen und holten unsere kirchliche Trauung gleich nach, “ erinnerte sich der Rentner. Alfred Mielke wurde 1938 in Ziesar geboren. Er wuchs in der Kleinstadt auf, besuchte die Schule und erlernte den Beruf des Dachdeckers. Später verschlug es ihm beruflich als Heizer zur Kreisbahn Jerichow I. Nach deren Schließung 1965 wechselte er zur Reichsbahn. Bis 1970 war er als Heizer auf den Dampfloks beschäftigt. Danach war er mit Dieselloks unterwegs.

Ehefrau Renate erblickte 1941 ebenfalls in Ziesar im Petritor 20 das Licht der Welt. Ihren Vater lernte sie nie kennen. Er fiel im Zweiten Weltkrieg. Die Mutter zog mit ihrer Schwester nach Grüningen. Als sie 1956 aus der Schule kam, arbeitete Renate in Wenzlow in der Bäckerei von Walter Gotzel. 1958 zog die junge Frau wieder zu den Großeltern nach Ziesar zurück und arbeitete in der Landwirtschaft, später in der Forst.

Wohnung in der Gartenstraße

Ab 1976 arbeiteten beide Eheleute bis zur Rente bei der Reichsbahn. Beide qualifizierten sich regelmäßig und hatten Freude am Beruf. 1980 konnte das Ehepaar im neuen Wohnblock in der Gartenstraße eine Wohnung beziehen, die bis heute der Lebensmittelpunkt ist. „Unser Leben war einfach und wir haben uns zusammengerauft“, so Renate Mielke.

Der heute 81-jährige Alfred engagierte sich als junger Mann im Sportverein. Renate ist im Kleingartenverein Petriteich aktiv. Beide bewirtschaften dort seit 1970 einen kleinen Garten. „Wir sprechen uns immer ab. Jeder hat seine Aufgaben. Wenn es Probleme gibt, finden wir eine gemeinsame Lösung“, beschreibt Alfred sein gemeinsames Leben mit Renate. Heute freuen sich beide über den Enkel, dessen Frau und über die Urenkelin. Ihren 60. Hochzeitstag an diesem Sonnabend feiert das Jubelpaar im Kreise der Familie.

Von Silvia Zimmermann

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