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Ziesar Bahnhofstraße, Schule, Burgkapelle – wo in Ziesar 2020 gebaut wird
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08:07 04.01.2020
Die Bahnhofstraße als wichtige Zufahrt in die Innenstadt von Ziesar kann nun doch in 2020 ausgebaut werden. Die denkmalrechtlichen Bedenken sind ausgeräumt. Es wird eine Fahrbahn aus Asphalt geben. Fördermittel sind beantragt. Quelle: Frank Bürstenbinder
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Ziesar

Einer Erneuerung der Bahnhofstraße in Ziesar steht nichts mehr im Wege. „Unser Widerspruch hatte Erfolg. Die denkmalfachlichen Bedenken sind ausgeräumt“, sagte ein sichtlich erleichterter Amtsdirektor Norbert Bartels der MAZ. Damit kann die bisherige Großsteinpflasterung durch eine Fahrbahn aus Asphalt ersetzt werden. Denkmalschützer hatten zunächst einen „optischen Bruch“ zwischen der historischen Altstadt und dem unter Denkmalschutz stehenden Bahnhofsempfangsgebäude moniert. Der Verwaltungschef geht davon aus, dass die Arbeiten in 2020 beginnen werden.

25 Jahre Stadtsanierung

Das „Sanierungsgebiet Altstadt Ziesar“ geht auf das Jahr 1995 zurück. Damals beschlossen die Stadtverordneten die Durchführung vorbereitender Untersuchungen. Seitdem flossen über 25 Millionen Euro Fördermittel in die historische Altstadt. Davon rund 4,7 Millionen Euro aus dem Haushalt der Stadt Ziesar.

Im April 2019 hat die Expertenkommission „Städtebaulicher Denkmalschutz“ Ziesar besucht und die Sanierungsstrategie für die kommenden Jahre bestätigt. Dazu gehören der Schulkomplex bis einschließlich 2023 und weitere private Gebäude in der Altstadt.

Ende 2021 wird die bislang gültige Sanierungssatzung für Ziesar auslaufen. Diese soll durch eine Erhaltungssatzung ersetzt werden, um die Sanierungsziele auch in Zukunft zu sichern. Für sanierungsbedingte Wertsteigerungen wurden seit 2010 für mehr als 200 Grundstücke Ausgleichsbeträge in Höhe von 198 000 Euro gezahlt.

Mit dem jüngsten Bescheid können die Anträge auf Fördermittel weiter bearbeitet werden. Davon hängt am Ende eine Gesamtinvestition von rund 750 000 Euro ab. Zuvor hatte es auch eine Verständigung zwischen der Verwaltung und der Naturschutzbehörde über die Zukunft der etwa 80 Jahre alten Linden gegeben. Danach dürfen 20 Bäume gegen Ersatzpflanzungen gefällt werden. Mit der Erneuerung der Bahnhofstraße werden auch die Gehwege saniert, die sich in einem katastrophalen Zustand befinden. Die Bahnhofstraße erschließt die Altstadt Ziesars von der östlichen Umfahrung der B 107.

Die Straßen im Sanierungsgebiet von Ziesar sind fast alle durchsaniert. Hier ein Blick in die Schulstraße. Quelle: Silvia Zimmermann

Die Bahnhofstraße befindet sich nicht in Ziesars Sanierungsgebiet, wo andere Fördermechanismen greifen. Wie Stadtsanierer Walter Bitzer vom treuhänderischen Sanierungsträger EWS mitteilte, sind von 1995 bis 2019 in Ziesar rund 21,6 Millionen Euro Städtebaufördermittel eingesetzt worden. Davon brachte die Stadt Ziesar über die Jahre rund 4,7 Millionen Euro an Eigenmitteln auf. Weitere 3,7 Millionen Euro kamen von der EU und aus verschiedenen Landesprogrammen. So wurde in Ziesar das gesamte Straßennetz im Sanierungsgebiet erneuert. Viele private Bauherren konnten mit Zuschüssen ihre Häuser verschönern. Bei dem größten kommunalen Objekt, das für eine neue Nutzung umgebaut wurde, handelt es sich um die Burg.

Viel Geld für den Schulstandort

Baufirmen und Handwerksbetriebe haben auch 2020 und 2021 in Ziesar eine Menge zu tun. Es geht um Investitionssummen von jeweils 1,15 Millionen Euro, für die bereits Verpflichtungsermächtigungen vorliegen. Die Hälfte des Geldes wird für eine weitere Ertüchtigung des Schulstandortes benötigt. Das Areal an der Schulstraße durfte nachträglich in ein erweitertes Sanierungsgebiet aufgenommen werden.

In diesem Jahr soll im Zuge der Sanierungsarbeiten am Schulkomplex der Speisesaal modernisiert werden. Quelle: Silvia Zimmermann

Im neuen Jahr werden sich die Arbeiten hauptsächlich auf die Pausenhalle und den Speisetrakt konzentrieren. „Es geht unter anderem um Küche, Sanitär, Heizstränge und Schallschutz“, kündigte Stadtsanierer Bitzer an. Die Bleiglasfenster im historischen Haupthaus sollen von innen zusätzliche Fensterläden zur Wärmedämmung erhalten. In den Sommerferien sind Toilettenanlagen an der Reihe. 2021 geht es mit einem Aufzug und der Sanierung von Klassenräumen im Gesamtschulbereich weiter. Schon 2018 und 2019 fanden in anderen Teilbereichen Modernisierungsarbeiten statt. Nicht alles verläuft problemlos. So mussten neun Ausschreibungen aufgehoben und wiederholt werden. Grund: Das Ausschreibungsergebnis überstieg die berechneten Kosten um 43 Prozent.

Bei der Sanierung privater Gebäude gibt es noch Potenzial. Quelle: Frank Bürstenbinder

Neben dem Thomas-Müntzer-Schulzentrum Ziesar-Görzke, wie sich die Schule jetzt offiziell nennt, ist der Blick der Stadtsanierer weiterhin auf private Gebäude gerichtet. So zum Beispiel auf dem Breiten Weg, am Frauentor und in der Otto-Altenkirch-Straße. „Es gibt noch eine lange Liste mit förderfähigen Objekten. Aber nicht alle Eigentümer sind in der Lage die Gesamtfinanzierung zu stemmen“, erläuterte Stadtsanierer Bitzer auf der jüngsten Stadtverordnetenversammlung die Situation. Eine letzte öffentliche Verkehrsfläche im Sanierungsgebiet steht noch aus – der Grüne Wallgraben. Dieser soll nun nicht vor 2022 in Angriff genommen werden.

Ein Sorgenkind ist der Dachstuhl der mittelalterlichen Burgkapelle. Dort sind umfangreiche Holzarbeiten nötig. Quelle: Frank Bürstenbinder

Als Sorgenkind tut sich die mittelalterliche Burgkapelle auf. Am Dachstuhl musste kürzlich eine Notsicherung durchgeführt werden. Ein hofseitiger Bauzaun unterhalb der Schadstelle steht noch. Umfangreichere Arbeiten werden folgen. Problem: Das Kapellendach war in den 1990er-Jahren offenbar nicht fachgerecht saniert worden. Balkenköpfe sind verfault, Holzteile müssen ausgetauscht werden. Dabei können auch Mittel aus der Städtebauförderung eingesetzt werden.

Von Frank Bürstenbinder

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