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Ziesar Wolf tötet drei Schafe neben Seniorenheim
Lokales Potsdam-Mittelmark Ziesar Wolf tötet drei Schafe neben Seniorenheim
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13:15 18.02.2019
Wolfsangriff in Dahlen: drei Schafe wurde dabei getötet. Quelle: Christian Griebel/Meetingpoint
Gräben/Dahlen

Norbert Maul bringt wenig aus der Ruhe. Der Geschäftsführer des ASB-Pflegeheims in Dahlen ist ein Macher, der wenig Worte braucht. Doch was sich in der Nacht zu Montag in direkter Nähe zum Pflegeheim zugetragen hat, bringt ihn doch ziemlich aus der Fassung.

Sein Hausmeister machte am Montagmorgen die grausige Entdeckung: Keine 100 Meter vom Wohnbereich entfernt, hat wieder ein Wolf sein Unwesen getrieben. Drei Schafe hat er angefallen, eines sofort getötet, zwei so verletzt, dass der eilig herbeigerufene Jäger sie nur noch erlösen konnte.

Wieder hat offensichtlich ein Wolf in Gräben sein Unwesen getrieben und drei Schafe gerissen. Der Angriff erfolgte nur wenige Meter vom Senioren- und Pflegeheim des ASB entfernt, in dem gut 120 Menschen in einem Park leben.

An einem Tier hat der Wolf sich augenscheinlich sattgefressen. Bei einem Schaf waren die Vorderläufe zerbissen und es war an der Kehle verletzt, das andere Tier hat er an den Hinterläufen erwischt.

„Ich bin wirklich kein Gegner der Wölfe“, sagt Norbert Maul. Doch es sei an der Zeit, dass „dass hier irgendetwas getan wird, um die Menschen zu schützen.“ 72 Menschen leben in dem Pflegeheim, außerdem sind 20 Behinderte in Wohngruppen untergebracht und 25 Senioren in einer Wohnanlage.

„Da sind alte und sehr schwache Menschen dabei. Kann ich sicher sein, dass der Wolf noch zwischen einem Bewohner im Rollstuhl und einem Stück Wild unterscheidet?“, fragt Maul aufgebracht.

Die riesige weitläufige Anlage ist nicht abgesperrt. Die Bewohner lieben die Spaziergänge durch die weitläufige Parkanlage und die angrenzenden Felder und Wälder. Es ist nicht das erste Mal, dass sich die Wölfe nach Gräben verirren. Schon im Dezember 2014 war das ASB-Heim für Wölfe ein gefundenes Fressen: Sieben Stücke Damwild wurde damals die Kehle durchgebissen — typisch für eine Wolfsattacke.

Nur an einem der Damwildstücken stillten die Räuber ihren Hunger. „Nie hätten wir gedacht, dass sich Wölfe so dicht an unser Gelände wagen”, sagte damals Doris Giesicke, die Chefin der Einrichtung. Seither haben die Mitarbeiter ein ungutes Gefühl, wenn Bewohner des Pflegezentrums zu Waldspaziergängen aufbrechen. Auch wenn Experten versichern, dass Menschen nichts von Wölfen zu befürchten haben.

Maul: „Ich kenne genug Leute, die auch von ihren Hunden sagen: Der beißt doch nicht. Und dann tun sie es doch!“ Erst vor wenigen Tagen hatte der Wolf im benachbarten Gräben zugeschlagen und zwei Kamerunschafe gerissen. Die Schafe Manni und Mimi waren die Stars der Brandenburger Landpartie in Gräben.

Sie wurden nicht irgendwo auf einer Weide oder in einem abgelegenen Stall gerissen, sondern auf einem eingezäunten Hof mitten in der Ortslage. So etwas hatte es seit dem ersten Auftauchen der Wölfe in Gräben noch nicht gegeben.

Die Schafe gehörten zum Leben von Karin und Henry Knape und auf dem Wohngrundstück in der Hauptstraße gehalten – nur etwa 50 Meter vom öffentlichen Spielplatz entfernt. Den Betroffenen wurde dabei geraten, doch einen Elektrozaun zu installieren. „Das ist um so eine weitläufige Anlage wie hier nicht möglich“, schildert ein Maul.

Er hatte die drei Schafe angeschafft um das Gras auf der riesigen Streuobstwiese kurz zu halten. „Das mit dem Zaun geht nicht. Der Park ist doch kein Gehege. Wir können die Menschen doch nicht vom Elektrozaun einschließen lassen“, sagt Norbert Maul. Für den Nachmittag hat sich der Wolfsbeauftragte angekündigt. Dass das viel bringe, erwartet der ASB-Chef nicht.

Von Benno Rougk

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