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Ziesar Was eine CDU-Regierung nach der Wahl zuerst tun würde
Lokales Potsdam-Mittelmark Ziesar Was eine CDU-Regierung nach der Wahl zuerst tun würde
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17:19 13.07.2019
CDU-Spitzenkandidat Ingo Senftleben im angeregten Gespräch mit Amtsdirektor Norbert Bartels (r.). Mit dabei Franz Herbert Schäfer (l.) aus Schenkenberg und Bernd Gobel aus Ziesar. Quelle: Frank Bürstenbinder
Ziesar

Sneaker, Trekking-Hose, Outdoorjacke. Drahtig und voller Tatendrang kommt Ingo Senftleben (45) daher. „Geht’s euch gut?“, fragt ein aufgeräumter CDU-Landesvorsitzender seine Parteifreunde auf der Burg Ziesar. Sieht so der künftige Ministerpräsident von Brandenburg aus?

Durch alle Wahlkreise

Bis zu dem von Senftleben ersehnten Wechsel in der Landesregierung hat der christdemokratische Spitzenkandidat noch einen weiten Weg vor sich. Alle 44 Wahlkreise will der Politiker bis zur Landtagswahl am 1. September bereisen. Die Orte Ziesar und Lehnin, die Senftleben am Mittwoch besuchte, gehören zum Wahlkreis 16, wo die CDU Franz Herbert Schäfer aus Schenkenberg als Direktkandidat aufgestellt hat: „Ich bin gerne hier, um seinen Wahlkampf zu unterstützen.“ Für die CDU auf Landesebene sieht der Parteivorsitzende „große Chancen“ mit der Landtagswahl wieder in Regierungsverantwortung zu kommen.

Museumsleiter Clemens Bergstedt führt Ingo Senftleben durch die Otto-Altenkirch-Galerie. Quelle: Frank Bürstenbinder

Der MAZ verriet Senftleben in Ziesar, was er als neuer Ministerpräsident zuerst anpacken würde. Erstens will er einen Brief nach Berlin schicken, um den zum 1. Juli in Kraft getretenen gemeinsamen Landesentwicklungsplan zu kündigen und neu zu verhandeln. Zweitens würde Senftleben mit dem verkorksten Bildungswesen aufräumen: „Keine Experimente mehr. Dafür Stetigkeit, mehr Augenmerk auf die Vermittlung von Grundwissen und größere Anstrengungen in die Lehrerausbildung.“ Und drittens will der gelernte Maurer und CDU-Mann Polizei und Justiz fit für die Zukunft machen: „Die Menschen müssen merken, dass sie in unserem Land sicher leben und arbeiten können.“ So soll unter anderem dem Job des Revierpolizisten mehr Gewicht geschenkt werden.

Anzahl der Wölfe begrenzen

In Ziesar betritt Senftleben heikles Terrain, wenn es um das auch politisch brisante Thema Wolf geht. Alle amtsangehörigen Kommunen haben sich der Initiative „Wolfsfreie Zone“ angeschlossen. Für den CDU-Spitzenkandidaten ist die Botschaft klar. Die Sorgen der Menschen seien bislang nicht ernst genommen werden. Es gehe nicht um eine Ausrottung der Art, sondern um eine Begrenzung, für die sich seine Partei auch auf Bundesebene einsetze, so Senftleben.

Ingo Senftleben (2.v.l.) lässt sich durch das Burgmuseum Ziesar führen. Quelle: Frank Bürstenbinder

 

Bei einer Besichtigung der Burganlage wurde Senftleben von Amtsdirektor Norbert Bartels ins Gebet genommen. Der Verwaltungschef gab dem CDU-Spitzenkandidaten mit auf den Weg, sich für einen Abbau von überbordenden Normen und Standards einzusetzen. So würden Ausgleichsmaßnahmen für den Straßenbau viele Projekte unnötig verteuern. Bartels forderte den Landtagsabgeordneten dazu auf, alle Gesetze auf den Prüfstand zu stellen, ob die Vorgaben auf das ganze Land passen würden.

Lob für Städtebauförderung

So zum Beispiel die geforderte Zweizügigkeit von Schulen auf dem Lande. Lob gab es von Bartels für die von Land und Bund aufgelegte Städtebauförderung, von der Ziesar seit über 20 Jahren profitiert. „Die Städtebauförderung ist ein tolles Programm und muss weiter gehen – egal, wer regiert“, forderte der Amtsdirektor. Beeindruckt von der klaren Sprache des Verwaltungschefs reagierte Senftleben prompt: „Ich habe verstanden.“

Führung durch Dauerausstellung

Museumsleiter Clemens Bergstedt führte den Gast, der unter anderem vom CDU-Landtagskandidaten Franz Herbert Schäfer aus Schenkenberg begleitet wurde, durch die Dauerausstellung. Senftleben zeigte sich besonders von der spätmittelalterlichen Warmluftheizung der Bischöfe beeindruckt. Bei einer Besichtigung der Burgkapelle kündigte Senftleben an, im Falle einer Regierungsübernahme Kunst und Kultur zur Sache der Staatskanzlei machen zu wollen. Ein Abstecher führte den CDU-Spitzenkandidaten auch zum sanierten Logenhaus von 1876, das Thomas Gobel mit Städtebaufördermitteln denkmalgerecht zum Wohnquartier umgebaut hat.

Von Frank Bürstenbinder

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