Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam-Mittelmark Zille-Schule: Endlich mehr Räume!
Lokales Potsdam-Mittelmark Zille-Schule: Endlich mehr Räume!
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:13 24.10.2017
Die Gemeinde will Geld für die Schulwegsicherung für die Kinder der Lindenhof-Grundschule ausgeben.
Die Gemeinde will Geld für die Schulwegsicherung für die Kinder der Lindenhof-Grundschule ausgeben. Quelle: Kobel-Höller
Anzeige
Stahnsdorf

Die beiden Stahnsdorfer Grundschulen gegeneinander ausspielen – das sollte ein Beschlussantrag, der in der jüngsten Gemeindevertretersitzung eingebracht wurde, nach Ansicht der beiden betroffenen Schulleiter bezwecken: Um die Finanzierung der Aufstockung des Säulengangs für die Heinrich-Zille-Schule zu sichern, wollte die CDU den Ausbau der Mühlenstraße nach hinten verschieben und so Geld im Haushalt einsparen. „Wir müssen uns überlegen, ob die Forderungen der Gemeinde finanziell noch zumutbar sind oder sie überfordern“, erklärte Wolfgang Brenneis (CDU) das Anliegen seiner Fraktion.

Doch mit einem Entweder-Oder wollten sich viele Gemeindevertreter nicht zufrieden geben: Sowohl die Schulwegsicherung der Lindenhof-Grundschule als auch eine Verbesserung der räumlichen Situation der „Zille“ seien unverzichtbar, wurde betont. Aus dem Gegenwind, der Brenneis und seinem Antrag entgegenschlug, kristallisierte sich jedoch heraus, dass sich zumindest eine gute Mehrheit für den Ausbau des Säulenganges finden lassen könnte.

Diese Chance nutzte die SPD und lud die anderen Fraktionen ein, sich wiederum ihrem eigenen Antrag „Gute Bildung für alle Schülerinnen und Schüler“ anzuschließen, in dem es ebenfalls um diese Maßnahme geht. Kernpunkt dieser Vorlage ist, dass die Zille-Grundschule sich als Teilnehmer für das Projekt „Gemeinsames Lernen“ bewerben, darüber Fördermittel beantragen und so 60 Prozent der Baukosten finanzieren möchte. Von den aktuell geschätzten 2,1 Millionen Euro wären damit noch rund 800 000 Euro von der Gemeinde zu finanzieren, was eventuell über einen günstigen Kredit möglich wäre.

Zwei Grundschulen

Seit dem Schuljahr 2007/2008 hat Stahnsdorf zwei Grundschulen. Seit dem Schuljahr 2013/14 befindet sich auch ein Gymnasium im Ort.

Es gibt die Grundschule „Heinrich Zille“ in der Friedrich-Naumann-Straße 74. Schulleiterin ist Anke Rettig. Die Schule ist drei- bis vierzügig für die Klassen 1 bis 6. Die zweite Einrichtung ist die zweizügige Lindenhof-Grundschule in der Schulstraße 9 mit Schulleiter Jörg Pahl.

Auch wenn sich alle Fraktionen bis auf Bündnis 90/Die Grünen anschlossen, gab es Kritik. So erklärte Bürgermeister Bernd Albers (BfB) vehement: „Da sind Dinge in dem Antrag drin, die nicht umsetzbar oder völlig unklar sind.“ Er kritisierte „nicht unterlegte Begriffe“ – so wisse niemand, was inklusionsorientierte Kabinette seien – und zu knappe Termine. „Es funktioniert so nicht. Nur aus Frust so etwas zusammenzuschustern, scheint mir nicht der richtige Weg zu sein.“ Und Christian Kümpel (FDP) regte nicht nur an, auf dem Telekom-Gelände freie Räume für den Unterricht zu nutzen, sondern zeigte sich auch davon überzeugt, „dass Inklusion in drei, vier Jahren so nicht mehr stattfinden wird. Sie macht Schule für nicht-behinderte und behinderte Kinder schwerer.“ Er stimmte konsequenterweise auch – als einziger – mit Nein, der Antrag und damit die Überbauung des Säulengangs wurde also beschlossen, die CDU zog ihren eigenen Antrag zurück.

Von Seiten der Verwaltung war jedoch im Laufe der Debatte sehr nachhaltig klar gemacht worden, dass sie den für die Einreichung des Förderantrages vorgegebenen Termin auch mit Verlängerung auf den 15. November und damit auf fünf Tage vor dem Stichtag von ihrer Seite voraussichtlich nicht einhalten wird können. Man wisse schließlich nicht, ob der Architekt, der dazu nötig sei, so schnell arbeite, man habe noch nicht mit ihm gesprochen. Mit den Förderbedingungen selbst hat sich bisher dort auch noch niemand beschäftigt, wird auf Nachfrage betätigt – obwohl die Zuständigen in den entsprechenden Fachausschüssen vertreten waren und mehrfach Präsentationen vorgetragen bekommen haben, in denen diese angesprochen wurden. Albers: „Wir machen die Dinge, wenn sie beschlossen werden.“ Und wie es um die Aufstockung des Säulengangs aussieht, wenn die Fördergelder nicht beantragt werden können – das wurde noch nicht diskutiert.

Von Konstanze Kobel-Höller

25.10.2017
Polizei Zusammenprall mit Polizeiauto - Polizei sucht Zeugen nach tödlichem Unfall
24.10.2017
24.10.2017