Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam-Mittelmark Zirkustiere verursachen tödlichen Unfall
Lokales Potsdam-Mittelmark Zirkustiere verursachen tödlichen Unfall
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:55 27.02.2018
Auf der B 102 bei Treuenbrietzen starb am Dienstagmorgen ein Autofahrer nach der Kollision mit zwei Watussi-Rindern. Quelle: privat
Treuenbrietzen

Nach dem Zusammenstoß mit zwei Watussi-Rindern ist am frühen Dienstagmorgen ein Autofahrer ums Leben gekommen. Der 56 Jahre alte Fahrer eines Skoda-Kombi war gegen 5.45 Uhr auf der Bundesstraße 102 in Richtung Niemegk unterwegs, als die beiden großen Tiere mit wuchtigen Hörnern die Straße querten.

Der Autofahrer verlor die Kontrolle über sein Fahrzeug. Es kam nach rechts von der Straße ab und prallte gegen einen Chausseebaum. Dadurch wurde der Fahrer schwer verletzt und im Auto eingeklemmt. Ein Ersthelfer, der sich im Gegenverkehr befand, hatte ihn aus dem Fahrzeugwrack bergen und die Erste Hilfe beginnen können. Diese wurde kurze Zeit später durch Feuerwehrleute und Rettungskräfte fortgeführt. Ein Notarzt konnte dann jedoch nur noch feststellen, dass der Autofahrer seinen schweren Verletzungen erlegen ist.

Watussi-Rinder aus Zirkus entlaufen

Nach Ermittlungen der Polizei gehören die Watussi-Rinder zu einem Zirkusunternehmen, das auf dem Gelände des einstigen Fahrzeugwerkes am Hans-Grade-Weg in Treuenbrietzen seit Wochen sein Lager bezogen hat. Die Tiere hatten sich offenbar unbemerkt einige hundert Meter weit vom eingezäunten Gelände entfernt. Wie sie entlaufen konnten, ist noch unklar. Die Kollision mit dem Auto ereignete sich sodann auf der Bundesstraße zwischen dem Bahnübergang und dem Abzweig zum Hundezentrum am Ziegeleiweg.

Polizisten erlösen Tiere mit der Dienstwaffe

Eines der Rinder verendete aufgrund des Aufpralls direkt an der Unfallstelle. Das andere wurde so schwer verletzt, dass er mit Schüssen aus der Dienstpistole eines Polizeibeamten von seinen Qualen erlöst werden musste.

Die Kriminalpolizei ermittelt zum exakten Unfallhergang. „Dazu wurde auch ein Sachverständiger beauftragt“, teilte Oliver Bergholz, ein Sprecher der Polizeidirektion, mit. Die Unfallstelle musste für die Rettungs- und Bergungsarbeiten bis etwa 10 Uhr voll gesperrt bleiben. Der Verkehr wurde über den Abzweig Rietz umgeleitet.

Die Bundesstraße 102 bei Treuenbrietzen war vier Stunden voll gesperrt. Quelle: Thomas Wachs

Insgesamt 18 Feuerwehrleute aus Treuenbrietzen, Bardenitz und Rietz waren ausgerückt. „Als wir ankamen, war der Kraftfahrer schon von einem Ersthelfer geborgen worden. Wir Übernahmen dann die Reanimation bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes“, sagt Olaf Fetz, der Einsatzleiter der Feuerwehr Treuenbrietzen.

Nicht die ersten Probleme am Zirkus-Lager

Im Rathaus herrscht tiefe Betroffenheit nach dem tragischen Unfall. Bürgermeister Michael Knape (parteilos) hat spontan Zirkusveranstaltungen absagen lassen. Am Monatsende sollte auf dem Anger der Circus Busch gastieren. Diese Akteure sollen Verbindungen zur der Zirkus-Familie haben, die seit Wochen auf dem maroden Industriegelände mit Tieren und Technik kampiert. „Hier hat es einen Todesfall mit Zirkustieren gegeben, da kann nicht demnächst ein Clown auftreten“, sagt der Chef des Rathauses. Dort sei das Gastspiel noch nicht angemeldet worden.

Tiere stoppten auch schon Zugverkehr

Unterdessen nahm das Ordnungsamt den tragischen Unfall aus den Morgenstunden am Dienstag zum Anlass für erneute Kontrollen auf dem Gelände des einstigen Fahrzeugwerkes. Dort hat es nach Angaben des Bürgermeisters bereits häufiger Probleme gegeben. Kürzlich musste auf der direkt angrenzenden Bahnstrecke der Linie RB 33 ein Regionalzug stoppen, weil Tiere auf den Gleisen waren. Auch berichten Anwohner von frei auf der Straße laufenden Ponys.

„Schon mehrfach hatten wir daher die Bauaufsicht der Kreisverwaltung gebeten, das private Gelände zu kontrollieren“, erklärt Knape. Zuletzt fand am 16. August eine gemeinsame Begehung statt. „Dabei gab es Auflagen und Fristen “, so der Bürgermeister. Das örtliche Ordnungsamt hat am Dienstag nun zusätzlich die Auflage erteilt, alle Tiere vorerst nur noch gesichert in Gebäuden oder geeigneten Wagen zu halten. „Bei der Nachkontrolle waren am Dienstag keine Tiere mehr zu sehen“, sagt Michael Knape.

Zirkus bezieht Mittwoch Stellung

Gegenüber der MAZ will das Zirkusunternehmen am Mittwoch eine Stellungnahme zu den tragischen Ereignissen und dem Auftrittsverbot abgeben. Das sagte Tour-Manager Stefan Ballack am Dienstagabend auf Nachfrage der MAZ.

Das Gelände des ehemaligen Fahrzeugwerkes gehört zu einer Firma der im Schwarzwald ansässigen Schweizer Brüder Benedikt und Samuel Hügli. Betreiben lassen sie es von Projektentwickler Volker Lorenzen von der Firma Hof & Land aus Klein Upahl bei Güstrow in Mecklenburg-Vorpommern. Seit mehr als fünf Jahren verfolgen sie Ideen zur Ansiedlung von Firmen und Werkstätten. Jedoch kampieren dort bislang nur wechselnde Zirkusunternehmen.

Von Thomas Wachs

Jedes Jahr am letzten Sonntag im August laden die Besitzer der Teltower Altstadthöfe Besucher in ihre Gärten ein. Kunst, Musik und Kulinarisches – dieser Dreiklang bestimmt den Höfetag. In diesem Jahr kann die Altstadt zudem auf eine bedeutende Zäsur verweisen.

22.08.2017

Kleinmachnow hat große Pläne: Am Stahnsdorfer Damm in Hörweite der A 115 soll statt Gewerbe nun ein Wohngebiet für rund 700 Menschen entstehen. Auch ein Sportplatz ist geplant. Weil dessen Lage sich verändert hat, müssen die Pläne noch einmal ausgelegt werden. Gelegenheit auch für die Kritiker, ihre Bedenken noch einmal zu formulieren.

22.08.2017

Für alle Fans gepflegter Rockmusik aus der Region ist „Rock am Kanal“ jährliches Pflichtprogramm. Sieben Bands werden am 9. September an der Teltower Knesebeckbrücke für Stimmung sorgen. Die Organisatoren hoffen auf reichlich Einnahmen aus Spenden für ein soziales Projekt. Das wird aber noch gesucht.

22.08.2017