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Potsdam Mehr als 100 Potsdamer gedenken der Opfer von Halle
Lokales Potsdam Mehr als 100 Potsdamer gedenken der Opfer von Halle
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18:09 11.10.2019
Eine Teilnehmerin der Gedenkveranstaltung überreicht dem Landesrabbiner Nachum Presmann Blumen. Quelle: Friedrich Bungert
Potsdam

Die Stille war bedrückend. Mehr als 100 Potsdamer haben am Donnerstagabend nach dem Anschlag auf eine Synagoge im sachsen-anhaltinischen Halle der Opfern gedacht – und sich mit der Jüdischen Gemeinde in Potsdam solidarisiert.

Rund 1oo Menschen kamen am Donnerstagabend vor den Räumen der Jüdischen Gemeinde in Potsdam zusammen. Darunter war auch Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) und Potsdams Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD).

Vor den Räumen der Gemeinde in der Werner-Seelenbinder-Straße hatten viele Menschen Lichter mitgebracht, einige trugen aus Solidarität eine Kippa. Landesrabbiner Nachum Presman trug ein jüdisches Trauergebet vor und wollte es gleichzeitig als „Gebet für Frieden und Optimismus in der Welt“ verstanden wissen. Am Ende sangen alle Teilnehmer zusammen das jüdische Volkslied „Shalom Chaverim“.

Schubert sieht „Antisemitismus als schleichenden Prozess“

Neben Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) sprach auch Potsdams Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) den Opfern und ihren Angehörigen ihr Mitgefühl aus. Schubert sagte, er sei fassungslos im Angesicht der Perversion der Morde. Gleichzeitig warnte er, dass der Anschlag nicht die Tat eines Einzelnen sei. Stattdessen habe „Antisemitismus als schleichender Prozess Einzug in die Gesellschaft“ gehalten. Schröter warnte alle Täter: „Sie sollen wissen, dass Ihnen entschiedener Widerstand entgegenschlägt“.

Nach jeder Rede, nach jedem Wortbeitrag gab es von den Teilnehmern der Gedenkveranstaltung keinen Applaus sondern beklemmende Stille und Anteilnahme. Die treffendsten und zugleich optimistischsten Worte fand dabei im Anschluss der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde in Potsdam, Evgeni Kutikow. Er sagte: „Diese Aktion zeigt, dass wir nicht allein sind. Und sie zeigt, dass die guten Menschen in der Mehrheit sind.“

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Von Ansgar Nehls

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