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Potsdam 115.000 Euro für Marmorboden gespendet
Lokales Potsdam 115.000 Euro für Marmorboden gespendet
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07:15 17.12.2013
Der filigrane  Marmorfußboden im Neuen Palais erhält derzeit eine Schönheitskur. Quelle: SPSG
Potsam

Wenn Restauratoren und Denkmalpfleger Rot sehen, ist das meist kein gutes Zeichen. Anders beim sanierungsbedürftigen Marmorboden in einem der Festsäle des Neuen Palais’. Mehr als die Hälfte der Fläche auf der Internetseite der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten (SPSG) ist rot schraffiert. Das bedeutet: In der Aktion „Ein Quart Geschichte“ zur Rettung des steinernen „Teppichs“ ist bisher für 2930 Quart genannte Teilstücke gespendet worden. Das entspricht einer Summe von mehr als 115.000 Euro. Für die Restaurierung des filigranen Fußbodenmosaiks werden 870.000 Euro benötigt. Diese Gesamtsumme sei „in Verträgen gebunden“, sagt Kathrin Lange, Leiterin der SPSG-Skulpturenwerkstatt.

Neben der Rettung dieses in Europa einmaligen Rokoko-Kunstwerks sind statische Schäden der Deckenkonstruktion zu beheben. Ursache sind zur Bauzeit verwendete, nicht genügend ausgetrocknete Balken. Sie haben eine Spannweite von mehr als 18 Metern. Schon kurz nach dem Einbau des schweren Marmorbodens 1774 hatte sich die Zwischendecke zum darunterliegenden Grottensaal abgesenkt. Derzeit werden laut Expertin Lange die Balkenköpfe auf der Gartenseite des Marmorsaales saniert. Auf der Vestibülseite steht das Prozedere vor dem Abschluss. Bis Februar sollen die Wandsockelplatten wieder angebaut sein. „Weil Vestibül- und Gartenseite eingerüstet sind, ist die Restaurierung am Fußboden räumlich eingeschränkt und stellt alle Beteiligten vor logistische Herausforderungen“, sagt Kathrin Lange. Die Arbeiten am Fußboden machten dennoch „sehr gute“ Fortschritte. Die beiden beauftragten Firmen haben sich gut eingearbeitet, legen in enger Absprache mit den zuständigen SPSG-Fachleuten Hand an. Dabei geht es vor allem um die Materialauswahl und wie letztlich mit der Originalsubstanz, den Ergänzungen in Naturstein und Stuckmarmor umgegangen wird. Deshalb ist die fachliche Betreuung der ausführenden Firmen so wichtig. „Letztendlich sind nicht zwei restaurierte Saalhälften, sondern ein Gesamtfußboden das Ziel“, sagt Lange. Etwa zwei Drittel des insgesamt 600 Quadratmeter großen Fußbodens seien noch zu restaurieren.
 
 

SCHON ZEHN EURO FÜR EIN VIERTEL QUART HELFEN WEITER

  • Das Ende 2009 gestartete Spendenprojekt lebt von vielen privaten Einzelgaben. Schon zehn Euro für ein Viertel Quart helfen weiter. Die virtuelle Einheit geht auf ein Papierformat des preußischen Königshauses zurück. So ein Blatt, auf dem auch Friedrich der Große einst gern schrieb, hatte die Maße 22,5 mal 28,5 Zentimeter.
  • Die handwerkliche Ausführung des Fußbodens 1766/67 leitete der Schweizer Dekorationsbildhauer Melchior Kambly.
  • Nach statischen Untersuchungen und einer 1:1 Dokumentation in Form von Messbildern begann im Frühjahr 2010 die Restaurierung.
  • Unter dem Motto „Mit kleiner Spende Großes retten“ können Kunstfreunde Paten werden.
  • www einquartgeschichte.de

Wegen der Bauarbeiten im Neuen Palais sind Marmor- und Grottensaal (aber auch das Schlosstheater) derzeit nicht zu besichtigen. Und das bleibt voraussichtlich noch eine ganze Weile so. Laut Bauzeitenplan soll der Marmorfußboden nach Abschluss aller Arbeiten Ende September 2015 in altem Glanz erstrahlen. Sicher ist das aber nicht. „Bei einem Denkmal muss man immer mit Verzögerungen durch nicht vorhersehbare Situationen rechnen“, sagt Lange. Spätestens zur Saisoneröffnung 2016 sollen beide Säle jedoch wieder zugänglich sein.
 
 

WEITERE POTSDAMER SPENDENOBJEKTE

  • Historische Weinberge – Der Förderverein Winzerberg und die Mosaikwerkstätten für Behinderte restaurieren die Weinberge am Triumphtor in der Schopenhauerstraße und am Klausberg in der Maulbeerallee. Für beide Projekte werden Paten gesucht: für Scheiben zur Verglasung des Winzerbergs (ab 30 Euro) und für Rebstöcke am Klausberg (ab 10 Euro). www.winzerberg.de und www.mosaik-berlin.de
  •  Garnisonkirche – Prominente wie Altministerpräsident Manfred Stolpe haben schon Ziegelsteine für den Wiederaufbau der Garnisonkir che erworben. Ein handschriftlich signierter, in der Manufaktur in Glindow gebrannter Ziegel ist ab 10 Euro zu haben. www.garnisonkirche-potsdam.org
  •  Stadtkanal – Spenden sammelt auch der Förderverein zur Rekonstruktion des Stadtkanals. Beliebt sind die Geländerpfosten (Foto: Christel Köster), die rund 1000 Euro kosten. www.stadtkanal.potsdam.com
  •  Schwanenbrücke – Der Verein Berliner Vorstadt hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Schwanenbrücke am Eingang zum Neuen Garten wieder in ihrem alten Zustand von 1848 aufbauen zu lassen. Vier gusseiserne Zierschwäne sind bereits rekonstruiert, weitere Spenden willkommen.www.verein-berlinervorstadt-ev.org
  •  Landtagsschloss – Nachdem durch die Spende von Software-Milliardär Hasso Plattner der Wiederaufbau der historischen Fassaden möglich wurde, sammelt der Verein Potsdamer Stadtschloss über „Aktien“ und Zeichnungsscheine weiterhin Spenden für die Restaurierung und Rekonstruktion der Attikafiguren.www.stadtschloss-potsdam.org

Von Carola Hein

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