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Potsdam 14 Millionen Euro für mehr Strom im Norden
Lokales Potsdam 14 Millionen Euro für mehr Strom im Norden
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08:02 03.08.2017
Zwei Umspannwerke will die EWP bis nächstes Jahr verbinden – im Bild das Umspannwerk Nuthe an der Friedrich-List-Straße.
Zwei Umspannwerke will die EWP bis nächstes Jahr verbinden – im Bild das Umspannwerk Nuthe an der Friedrich-List-Straße. Quelle: Christel Köster
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Potsdam

Die Energie- und Wasser Potsdam (EWP), eine Tochter der Stadtwerke, gibt rund 14 Millionen zur Erneuerung, Verbesserung und Komplettierung des Stromnetzes aus. Insbesondere der Potsdamer Norden – das einzige Gebiet, auf dem die quasi in Insellage befindliche Hauptstadt noch wachsen kann – ist in diesem und dem nächsten Jahr vom Ausbau des Netzes betroffen.

Dazu hatte der kommunale Energieversorger schon 2010 die Netze in den eingemeindeten Ortsteilen wie Golm und Grube von der Edis übernommen. Das Teilnetz war bislang nicht mit dem Netz der EWP verbunden und wurde mit einer anderen Spannung betrieben: Statt 10 Kilovolt wie bei der EWP lief das Netz mit 15 Kilovolt. Um ein einheitliches Netz zu schaffen, stellten die Stadtwerke es auf ihre Mittelspannung von 10 Kilovolt um und mussten dazu 31 Kilometer neue Stromkabel verlegen und mehr als 80 Trafostationen auswechseln. Von den Arbeiten, die noch andauern, sind alle neuen Ortsteile betroffen. Sie werden 2015 aber abgeschlossen sein, sagt Stadtwerkesprecher Stefan Klotz. Die Kosten liegen bei vier Millionen Euro.

Die Hochspannungsleitungen sind nicht überall gern gesehen. Quelle: Christel Köster

Das neue Umspnnwerk bildet den dritten Einspeisepunkt von Überland-Hochspannungsleitungen, die mit 110 Kilovolt betrieben werden, in das städtische Mittelspannungsnetz mit seinen 10 Kilovolt. Die anderen beiden Einspeisepunkte liegen im Süden beziehungsweise nahe der Kernstadt. Knapp fünf Millionen Euro kostet der Bau, der im März 2015 begonnen und im November des selben Jahres fertig sein soll. Den genauen Standort verrät die EWP nicht, versichert aber, es werde fernab jeder Wohnbebauung entstehen und alle Richtlinien und Vorschriften in Sachen Lärm und Immission einhalten – gerade für die Golmer und Marquardter ein wichtiger Hinweis, die seit einiger Zeit dafür kämpfen, die Hochspannungsleitungen der Edis aus ihrem Ort zu bekommen.

Kleine Stromnetzkunde

  • Kraftwerke speisen Strom mit Höchstspannung (in Deutschland 220 bis 380 Kilovolt, in anderen Ländern sogar 750 KV) den Strom in Überlandleitungen ein, die ihn zu großen Industriebetrieben oder Städten transportieren.
  • Am Bestimmungsort wird der Strom in Mittelspannung (in Deutschland fast überall 110 Kilovolt) umgewandelt – mit dieser Stärke nutzen ihn etwa die Bahn oder viele Stadtwerke.
  • Für die Weiterverteilung in Stadtnetze reduzieren Umspannwerke die Spannung erneut auf Werte zwischen einem und 50 KV – je nach Größe der Kommune, Kabellängen und -arten.

Um die Sache richtig "rund" zu machen, will die EWP schließlich den Ringschluss bei den Hochspannungsleitungen angehen. Dieses ehrgeizige Projekt wird erneut fünf Millionen Euro verschlingen, denn um das Umspannwerk Nuthe und Zeppelinstraße zu verbinden, müssen nicht nur 4,7 Kilometer Hochspannungskabel in mindestens 1,6 Metern Tiefe verlegt werden: Besonders schwierig ist der Grund, werden doch Feuchtbiotope bei Hermannswerder, der Forst am Brauhausberg sowie die Havel unterquert. Der Fluss wird dazu mit sogenannten Dükern untertunnelt. Im kommenden Jahr ist der Ringschluss vollzogen, sagt Stefan Klotz. Bürger sind kaum betroffen, versichert die EWP.

Auch würden alle Bauarbeiten sich nicht auf den Strompreis niederschlagen.

Von Jan Bosschaart

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