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Potsdam Sportkampf ohne Verlierer
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01:15 22.05.2019
Mit 56 Familienangehörigen gehörte das „Team Joni“ zu den stärksten Mannschaften des 17. Mukoviszidose-Freundschaftslaufes. Quelle: Varvara Smirnova
Innenstadt

Mehr als 400 Läufer starteten am Sonntagvormittag im Potsdamer Lustgarten neben dem Hotel Mercure bei bestem Laufwetter zum 17. Freundschaftslauf des Mukoviszidose-Landesverbandes Berlin-Brandenburg. Potsdams Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) gab als Schirmherr der Veranstaltung den Startschuss für die 400- beziehungsweise 800-Meter-Strecke rund um den Lustgarten und reihte sich anschließend in die bunte Schar der Läufer ein.

Mehr als 400 Läufer starteten am Sonntag im Potsdamer Lustgarten zum 17. Freundschaftslauf des Mukoviszidose-Landesverbandes Berlin-Brandenburg. Schirmherr der Veranstaltung war Potsdams Oberbürgermeister Mike Schubert.

Eigentlich hätte er einen anderen Termin wahrnehmen müssen, sagte Potsdams Stadtchef. Doch da ihn niemand aus seiner Verwaltungsmannschaft vertreten konnte, musste Schubert abwägen – zugunsten der guten Sache. Ehefrau Simone drehte ebenfalls im Sportshirt des Ernst-von-Bergmann-Klinikums ihre Runden. „Im vorigen Jahr haben wir ganz schön gefroren“, erinnert sich Schubert. Da wäre der Sponsorenlauf auch beinahe buchstäblich ins Wasser gefallen. „Genau an diesem Wochenende hat es plötzlich stark geregnet. Dass trotzdem fast 400 Läufer an den Start gingen, rund 1000 Gäste sie anfeuerten und letztendlich knapp 30 000 Euro zusammenkamen, beweist die große Bereitschaft, den erkrankten Menschen helfen zu wollen“, dankt Dirk Seifert, Vorstandsvorsitzender des Landesverbandes, noch einmal nachträglich den damaligen Läufern, Sponsoren und zahllosen Helfern hinter den Kulissen.

Turbine Potsdam kam nicht

Vor dem Lauf hatte Fitnesstrainer Thiemo Hanisch vom Nautilus-Fitnesscenter in Berlin-Tempelhof die Aktiven mit einem Warm-up auf ihren Einsatz vorbereitet. Stärkste Mannschaft bei diesem Lauf dürfte das „Team Joni“ gewesen sein. Die 56 Familienmitglieder aus Potsdam, Treuenbrietzen und Wildenbruch – von den Großeltern bis zu den Enkeln – nahmen erstmals am Lauf teil. Seit der knapp zweijährige Jonas der Familie an Mukoviszidose erkrankt ist, interessiert sich diese natürlich für das Thema, sagte Großmutter Sabine Gutt. Mehrere Sponsoren, darunter ein Unternehmen, das sich mit medizinischen und technischen Hausdienstleistungen befasst, ein Autohaus aus Jüterbog und ein Planungsbüro in Königs Wusterhausen konnten als Sponsoren gewonnen werden.

In bekannter Tradition unterstützte Sportmoderator Dirk Thiele auch in diesem Jahr als Teil-Moderator die Veranstaltung. „Ich bin ein wenig enttäuscht, dass diesmal keine bekannten Sportler am Lauf teilnehmen. Aber die stecken alle in Wettkämpfen“, bedauert Thiele. Er habe auch beim FFC Turbine Potsdam angefragt, aber keine Antwort bekommen. Als Rotarier fühle er sich geradezu verpflichtet zu helfen. „Wir engagieren uns sehr für das Oberlinhaus. Da sieht man mitunter viel Elend. Für mich gibt es eine Querverbindung zu den Mukoviszidosebetroffenen. Ich möchte mit meinen Möglichkeiten etwas für diese Menschen tun.“ 

Teams mit lustigen Namen

Der Erlös des alljährlichen Freundschaftslaufes fließt direkt in die tägliche Projektarbeit des Mukoviszidoseverbandes Berlin-Brandenburg, versichert Vorstandsvorsitzender Seifert. Der Verband unterhält in Berlin-Prenzlauer Berg eine Kontakt- und Beratungsstelle. Mit einer „mobilen Physiotherapie“ sind vier Physiotherapeutinnen in beiden Ländern unterwegs und betreuen etwa 70 Patienten. Auch in Schulen und Kitas müssen Kinder aufgrund ihrer besonderen Lebensweise fachlich betreut werden, sagt Seifert. Auf „Klimafahrten“ an die Ostsee erleben Patienten und ihre Familien eine unbeschwerte Auszeit in gesunder Luft. Außerdem hat der Verband einen Unterstützungsfonds für finanzschwache Patienten und Familien eingerichtet, die sich in Not befinden.

Angeborene Stoffwechselerkrankung

Beim 17. Freundschaftslauf kamen nach ersten Schätzungen rund 30 000 Euro für die Mukoviszidose-Betroffenen zusammen, sagt der Verbandsvorsitzende Dirk Seifert.

Die Läufer hatten sich für den Freundschaftslauf selbst einen Sponsor gesucht und mit ihm einen Beitrag für jede gelaufene Runde vereinbart.

Größere Unternehmen hatten für ihre Teilnehmer einen Pauschal-Betrag angekündigt.

Ein Potsdamer Läufer absolvierte nach Angaben der Veranstalter in zwei Stunden insgesamt 105 Runden.

Mit dem Lauf hat sich der Mukoviszidose-Landesverband Berlin-Brandenburg an der ersten bundesweiten Aktionswoche Selbsthilfe beteiligt. Die Aktionswoche wurde vom Paritätischen Gesamtverband und den jeweiligen Landesverbänden initiiert. In Brandenburg finden vom 18. bis 26. Mai 17 Veranstaltungen statt.

Mukoviszidose ist eine angeborene Stoffwechselerkrankung. Die Gendefekte beeinflussen den Salzhaushalt und so die Leitfähigkeit der Zellmembranen – bei Betroffenen entsteht zäher Schleim, der die Funktion vieler Organe stören kann, etwa Lunge, Bauchspeicheldrüse, Leber und Darm.

Auch beim 17. Potsdamer Mukoviszidose-Freundschaftslauf haben die Läufer, die sich als Gruppe gemeldet hatten, bei der Wahl ihres Team-Namens ihrer Fantasie freien Lauf gelassen. Neben den „Blümchen“ gingen so beispielsweise die „Flinken Wiesel“ an den Start. Die „Freunde von Miss Sophie“ wurden ebenso herzlich auf der Strecke begrüßt wie das vermeintliche Duo „Sumsi und Po“ und auch die „Eberswalder Flitzer“.

Von Heinz Helwig

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