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Potsdam Potsdam gedenkt Max Dortu – vor 172 Jahren wurde er standrechtlich erschossen
Lokales Potsdam

172. Todestag: Gedenken in Potsdam an den Revolutionär Max Dortu

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20:03 01.08.2021
Am 31.07.2021 Grundschule "Max Dortu" Gedenkveranstaltung. Johanna Heinecke - Friedhof der friedhof der märzgefallenen. Foto: Varvara Smirnova
Am 31.07.2021 Grundschule "Max Dortu" Gedenkveranstaltung. Johanna Heinecke - Friedhof der friedhof der märzgefallenen. Foto: Varvara Smirnova Quelle: varvara Smirnova
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Bei seiner Erschießung sollte ein Trommelwirbel seine letzten Worte übertönen. Die Soldaten hörten dennoch Max Dortus Ruf: „Ich sterbe für die Freiheit. Brüder, zielt gut!“ Am 31. Juli vor 172 Jahren wurde der in Potsdam geborene Revolutionär Maximilian Dortu standrechtlich erschossen. Aus Anlass des 172. Todestages haben am Samstag Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD), Jörg Kwapis vom Verein zur Förderung antimilitaristischer Traditionen in der Stadt Potsdam, und Johanna Heinecke vom „Friedhof der Märzgefallenen“ Berlin gemeinsam mit zahlreichen Gästen an Max Dortu erinnert.

Kämpfer für Rede- und Pressefreiheit

„Er gehörte zu den bürgerlichen Vertretern der 1848er Revolution, die mit großem Einsatz für ihre Ideale gekämpft haben und bürgerliche Grundwerte wie Rede-, Presse- und Versammlungsfreiheit erwirken wollten. Er ging buchstäblich auf die Barrikaden, um das zu erstreiten, was heute die Grundlage unserer demokratischen Ordnung umfasst. Die Erinnerung an Max Dortu ist für uns alle höchst bedeutsam. Auch für unsere städtische Identität“, sagte Schubert.

Eine Straße und eine Schule tragen seinen Namen

In Potsdam erinnert die Dortustraße an die Familie des Freiheitskämpfers und die Grundschule „Max Dortu“ an den Revolutionär, der 1849 als Kämpfer der Badischen Revolution von preußischen Soldaten in Freiburg hingerichtet wurde.

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Bekannt wurde Dortu auch als Urheber der Bezeichnung „Kartätschenprinz“ für den Prinzen von Preußen, den späteren Kaiser Wilhelm I. Max Dortu hatte ihn in der Märzrevolution 1848 so tituliert, weil dieser gedroht hatte, die Aufständischen kartätschen (niederschießen) zu lassen.

Potsdam verleiht Max-Dortu-Preis

„Der Max-Dortu-Preis für Zivilcourage und gelebte Demokratie ist ebenso dem Potsdamer Revolutionär verpflichtet. Die nächste Verleihung des Max-Dortu-Preises ist für den 31. Juli 2022 geplant“, heißt es in einer Mitteilung der Stadt. Bisherige Preisträgerinnen und Preisträger der mit 5000 Euro dotierten Würdigung sind Christian Ströbele (2017) sowie die Besatzung des Seenotrettungsschiffs „Iuventa“ (2019).

„Ein zeithistorisch spannender Ort“

In seiner Rede vor dem Geburtshaus Max Dortus in der Dortustraße sagte Potsdams Oberbürgermeister: „Am heutigen Gedenktag möchte ich dazu ermutigen, dass wir uns gemeinsam der verzahnten, oft widersprüchlichen Geschichte mit ihren Protagonisten zuwenden und uns kritisch mit ihr auseinanderzusetzen. So kann es gelingen, Schlüsse für die Gegenwart und Zukunft zu ziehen, die uns weiter befähigen, als Demokraten die Freiheit zu verteidigen und den permanenten Diskurs zu wagen.“

Erinnerung an Max Dortu am Geburtshaus des Revolutionärs in der Dortustraße. Quelle: Varvara Smirnova

Schubert bezeichnete den Stadtraum der Plantage mit dem Haus der Familie Dortu, der Garnisonkirche, dem Rechenzentrum und dem Glockenspiel als „zeithistorisch spannenden Ort“.

Von maz-online