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Potsdam Die neuen Seiten einer Spätberufenen
Lokales Potsdam Die neuen Seiten einer Spätberufenen
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07:08 02.08.2018
Edith Masch (82) aus Potsdam legte ihr zweites Büchlein vor. Quelle: Bernd Gartenschläger
Potsdam

Sie hat es wieder getan: Nach „Meine Sicht auf die Dinge“ legt die Potsdamer Seniorin Edith Masch ihr zweites Büchlein vor. „Was ich der Rede wert finde – Aus der Warte von 80+“ ist druckfrisch und widmet sich wie der Vorgänger den kleinen, alltäglichen Dingen, die das Alter trotz mancher Mühsal schön machen.

Edith Masch ist bekennende Optimistin – 82 Jahre musste sie werden, um das von sich behaupten zu können. Sie habe einfach nie darüber nachgedacht, wo sie einzuordnen sei: bei den Frohnaturen oder bei den Schwarzsehern. „Jetzt im Alter erkenne ich anhand von Begegnungen mit anderen Menschen, dass ich wohl lebenslang ein Optimist war und hoffentlich bleibe“, so Edith Masch. „Mir fallen öfter diese andauernd negativen Menschen auf. Sie drehen sich wie ein Kreisel und ziehen sich dabei immer weiter runter.“

Den Alltag lässt sie sich nicht vermiesen

Zum Beispiel dieser eine Bekannte – ein liebenwerter Mensch, wie Edith Masch betont. Aber: Ruft er an, zählt er immer erst auf, was es zu bemängeln gibt. Auch wenn darin meist ein Funken Wahrheit schlummert: Er suche regelrecht das Negative. „Natürlich nehme ich auch nicht alles auf die leichte Schulter“, räumt Edith Masch ein. „Aber meinen Alltag lasse ich mir nicht vermiesen. Es gibt doch auch erfreuliche Dinge. Sie werden im Alter immer weniger – dann muss man eben Initiativen ergreifen, die das Leben erfreulich machen.“

Sie habe sich daher das Schreiben vorgenommen. Und so berichtet Edith Masch von allem, was sie erlebt und beobachtet: von den Irrungen-Wirrungen im riesigen Supermarkt, vom neuen Hörgerät, vom Grillen mit der Familie, vom Besuch in der Biosphäre und im Barberini. Mitunter schaut Edith Masch zurück. Sie erinnert sich an die Kindheit in Nowawes und an ihre Hochzeit mit 18.

Viele schöne Erinnerungen – aber die Zeit will sie nicht zurückdrehen

Ihre Lieblingsgeschichte heißt „Eine DDR-Wohngemeinschaft“. Anfang der Sechziger zog Edith Masch mit Mann und drei Kindern aus der Eineinhalb-Zimmer-Wohnung mit Plumpsklo auf dem Hof aus und in eine Villa am Heiligen See ein – zu einem jungen Mann, einem Ehepaar, einer alten Dame mit Sehschwäche und der Hausbesitzerin. „So eine Gemeinschaft hatte ich noch nicht erlebt“, schwärmt Edith Masch. Sie denke gern an das vertraute, meist vergnügte Miteinander zurück. Nein, sie wolle die Zeit nicht zurückdrehen. „Aber die Menschen waren nicht so verkrampft wie heute und hatten Verständnis für den Nächsten.“

Verkäuferin, dreifache Mutter – jetzt Autorin

Edith Masch ist am 18. August 1935 in Potsdam geboren. Sie wuchs in Nowawes auf und gehörte 1949 zu den ersten HO-Lehrlingen. Die dreifache Mutter kam beruflich herum: Sie arbeitete nach der HO beim Konsum, bei der Defa, bei der Armee, im Blindenheim, bei der Post und bei der Wasserwirtschaft.

Ihr erstes Buch „Meine Sicht auf die Dinge – Erlebnisse aus dem Senioren-Dasein“ hat Edith Masch 2017 im Tauberverlag Schwielowsee veröffentlicht. Es kostet 8 Euro und ist via ISBN 978-3-943462-15-9 zu bestellen. „Was ich der Rede wert finde – Aus der Warte von 80+“ ist druckfrisch, kostet auch 8 Euro und ist über ISBN 978-3-943462-19-7 zu haben – oder im Internationalen Buch, Friedrich-Ebert-/Ecke Brandenburger Straße. nf

Von Nadine Fabian

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