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Potsdam Abfallgebühren sinken 2019
Lokales Potsdam Abfallgebühren sinken 2019
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18:47 25.10.2018
Mülltonnen auf einem privaten Grundstück in Babelsberg. Quelle: Bernd Gartenschläger
Innenstadt

Gute Nachrichten für Potsdamer: Die Abfallgebühren für das kommende Jahr werden günstiger. Das teilte der Ordnungsbeigeordnete und künftiger Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) gemeinsam mit Nicole Prestin, Leiterin des Bereiches Öffentlich-Rechtlicher Entsorgungsträger, am Donnerstag mit.

„Es wird ein wenig preiswerter und das ist gut so!“, sagte Schubert. So sinkt die Grundgebühr für Haushalte pro Person und Jahr um 96 Cent von aktuell 27,99 Euro auf 27,03 Euro. Die Gebühr für Restabfall verringert sich je nach Behältergröße von 4,5 bis 9 Prozent. Die Gebühr für Bioabfälle bleibt weitestgehend konstant. Bei Tonnen mit einem Fassungsvolumen von 660 Litern wird die Gebühr um 14 Prozent fallen.

Grund für die Senkung der Gebühren: Im Jahr 2017 fiel bei der Abfallentsorgung ein Überschuss von 900 000 Euro an. Die Summe resultiert aus nicht getätigten Investitionen der Stadtentsorgung Potsdam (Step) von 224 000 Euro sowie aus höheren Verwertungserlösen bei Altpapier und Schrott von 424 000 Euro. „Da ist mehr Geld reingekommen, als geplant“, so Schubert.

Um 340 000 Euro sind allerdings die Kosten für Drittbeauftragte gestiegen. So ist neben der Step die Firma Remondis für den Sperrmüll sowie die Restverwertung verantwortlich. Bioabfälle fallen in den Zuständigkeitsbereich der Pro Arkades und die Sammlung und Verwertung von Alttextilien verantwortet die Firma FWS aus Bremen.

Potsdamer trennen besser Müll

Während die Kosten für den Restmüll gesunken sind, nahmen sie für die Bioabfälle zu. „Die Potsdamer produzieren jetzt nicht weniger Müll, aber sie trennen besser“, erklärte Nicole Prestin. Immer mehr Bürger nutzen die Biotonne, die vor zwei Jahren eingeführt wurde. Zudem hätten die aktuellen Analysen ergeben, dass die Qualität der Abfälle immer besser wird. „Das heißt: Es ist wirklich das drin, was in die Tonne gehört“, so Prestin.

Einzig kompostierbare Kunststoffbeutel landen häufig noch im Müll. In der Abfallentsorgungssatzung soll das künftig untersagt werden, da sich diese nicht wie gewünscht abbauen lassen. Stattdessen sollen die Potsdamer Bio-Abfälle lose oder eingewickelt in Papier entsorgen.

Neu geregelt ist der Anschlusszwang an die öffentliche Entsorgung bei allen zeitlich befristeten Veranstaltungen. Konkret bedeutet das: Bei Märkten oder Festen dürfen Veranstalter keine privaten Müllentsorgungen nehmen. Damit soll liegengelassenen Müllbergen vorgebeugt werden. Die Sammlung der alten Elektrogeräte wird ebenfalls verständlicher dargestellt – sie gehören nicht in den Hausmüll, sondern auf den Wertstoffhof.

Rechenbeispiel: Das sparen Sie

Für einen Vier-Personen-Haushalt mit einer 80-Liter-Restabfalltonne (Leerung alle zwei Wochen) und einer 60-Liter-Bioabfalltonne mit wöchentlicher Leerung verringert sich der Jahresbeitrag von derzeit 227,50 Euro auf 220,23 Euro im Jahr 2019.

Die Kosten sind sehr individuell. Sie hängen zum Beispiel vom Entleerungsrhythmus sowie von der jeweiligen Größe der Tonne ab.

Auch für Mieter in Wohnanlagen wird es am Ende des Jahres preiswerter.

Ein Beispiel: Bei einem Haus mit 100 Personen, in dem wöchentlich dreimal 1100 Liter Restmüll und einmal 240 Liter Biomüll geleert werden, verringert sich der Gesamtbetrag von 7680,29 auf 7312,84 Euro. Demzufolge werden rund 367 Euro eingespart.

Vor zwei Jahren wurden die Bioabfallbehälter eingeführt. Waren es im ersten Jahr noch 6500 Tonnen, stieg die Zahl im Jahr 2017 schon auf 7100 Tonnen. Der Restmüll ist gesunken von 28 333 Tonnen (2013) auf 24 607 im vergangenen Jahr.

Preise müssen nicht so bleiben

Verschärfte Vorkehrungen gelten bei der Müllabfuhr. Die Autos dürfen beispielsweise nicht mehr rückwärts in Straßen oder Sackgassen einfahren. Grundstückeigentümer müssen dafür sorgen, dass die Tonnen problemlos zugänglich sind.

Auf die Frage, ob die Gebühren auch zukünftig sinken, sagte Schubert: „Wir können nicht davon ausgehen, dass es in den kommenden Jahren so bleibt.“ Strom, Benzin und Personal unterliegen Veränderungen. „Ziel ist es aber, auch in den kommenden Jahren stabile Gebühren anbieten zu können.“ Die neue Abfallgebühren- und Entsorgungssatzung wird den Stadtverordneten bei ihrer nächsten Sitzung am 7. November zum Beschluss vorgelegt.

Von Anne Knappe

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