Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam Zaun um alte Fachhochschule erinnert an alte Zeiten
Lokales Potsdam Zaun um alte Fachhochschule erinnert an alte Zeiten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:35 25.05.2018
Bauzaun mit der Info-Wand des Sanierungsträgers, im Hintergrund die in zwei Hälften geteilte Ruine der alten Fachhochschule.
Bauzaun mit der Info-Wand des Sanierungsträgers, im Hintergrund die in zwei Hälften geteilte Ruine der alten Fachhochschule. Quelle: Fotos: Bernd Gartenschläger
Anzeige
Potsdam/Innenstadt

Ein einziges Haus in der historischen Stadtmitte zwischen dem heutigen Platz der Einheit und der Alten Fahrt überstand den Zweiten Weltkrieg unbeschädigt. Es stand in der Kaiserstraße auf der Staudenhof-Seite des Bildungsforums. Erinnert wird daran auf einer der vielen Grafiken einer ziegelrot grundierten, 220 Meter langen Info-Wand zur Entwicklung der Potsdamer Mitte am Bauzaun vor der alten Fachhochschule, die am Donnerstag vom Sanierungsträger vorgestellt wurde.

Sigrun Rabbe vom Sa Quelle: Bernd Gartenschläger

Zentrales Thema ist der sogenannte Block 3 in der Südhälfte der heutigen Fachhochschule, auf dem bis 2021 insgesamt 15 neue Gebäude errichtet werden sollen. In dieser Woche wurde das Baufeld vom Abrissbagger markiert, der das Mittelstück der Fachhochschule komplett herausgerissen und damit die Flucht der einstigen Schwertfegergasse neu geöffnet hat.

Eröffnet wird die Info-Wand an der Ecke Friedrich-Ebert-/Schlossstraße mit einer Skizze des Plögerschen Gasthofs, dessen Fassade originalgetreu rekonstruiert werden soll.

Das Haus an der Ecke Schlossstraße/Kaiserstraße soll mit historischer Fassade wieder aufgebaut werden. Quelle: Lichtbild-Archiv Max Baur

Eine weitere sogenannte Leitfassade gibt es an der Ecke Schlossstraße/Kaiserstraße, die Abbildung dieses Hauses mit dem Stadtschloss dahinter findet sich auf einer Aufnahme in der aktuellen Sonderausstellung „Potsdam, ein Paradies für meine Kamera“ des benachbarten Potsdam-Museums mit Fotografien von Max Baur (1898-1988). Ein Viertel Jahrhundert brauchte die DDR bis zu ihrem Neuentwurf für die Potsdamer Mitte mit der Fachhochschule und dem Staudenhof als zentralen Bestandteilen eines unvollendet gebliebenen Ensembles.

Die Freiluft-Ausstellung des Sanierungsträgers schildert diese Phase ebenso wie die Rückbesinnung im Jahre 1990 mit dem berühmten Stadtverordnetenbeschluss zur „behutsamen Wiederannäherung an das charakteristische, historisch gewachsene Stadtbild“. Danach passierte in der historischen Stadtmitte über eineinhalb Jahrzehnte hinweg zunächst einmal erneut vergleichsweise wenig Sichtbares. Der Knoten platzte erst mit dem 2014 mit dem Landtag im wieder aufgebauten Stadtschloss und mit der Rekonstruktion der Häuserzeile an der Alten Fahrt mit dem Palast Barberini als Flaggschiff.

Blick von der Nikolaikirche durch die mit dem Abriss geöffnete Sichtachse. Quelle: Bernd Gartenschläger

Mit dem Abriss des Mittelstücks der Fachhochschule wurde ein weiterer berühmter Max-Baur-Blick frei: vom Neuen Markt durch die Schwertfegerstraße zur Nikolaikirche. In einem guten Jahr könnte nach Einschätzung von Sanierungsträger-Chefin Sigrun Rabbe mit den Neubauten im Block 3 begonnen werden.

Zeitgleich sollen die Vorbereitungen für den Block 4 zwischen Platz der Einheit und Schwertfegergasse beginnen. Konkrete Vorstellungen gibt es bereits für ein Haus mit Studentenwohnungen an der Ecke von Kaiserstraße und Am Kanal gleich neben dem Bildungsforum, an der Stelle des einzigen Baus, der den Weltkrieg ohne Schäden überstanden hatte.

Block 3 am Freitag im Gestaltungsrat

Das Bieterverfahren für den Block 3 zwischen Schwertfeger- und Schlossstraße ist ein Thema auf der Sitzung des Gestaltungsrates am Freitag in der Fachhochschule Potsdam.

Weitere Themen des Gremiums, das nur noch zwei Mal pro Jahr öffentlich tagt, sind Pläne der Pro Potsdam für die Rote Kaserne und der geplante Hotelneubau auf der Brache Am Kanal zwischen Post und Französischer Straße. Die Sitzung in der Kiepenheuerstraße 5, Haus D, Hörsaal D011, beginnt um 18 Uhr.

Die Architekturentwürfe für die Gebäude im Block 3 sind bereits vor einigen Wochen öffentlich vorgestellt worden.

Von Volker Oelschläger