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Potsdam Absage an Wassertourismus: Nur eine Aussichtsplattform am Fahrländer See
Lokales Potsdam Absage an Wassertourismus: Nur eine Aussichtsplattform am Fahrländer See
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12:02 03.10.2019
Graugänse und ein Segler auf dem Fahrländer See. Quelle: Ute Brämer
Fahrland

Die Stadt will am Nordufer des Fahrländer Sees einen Wanderrastplatz einrichten. Das hat die Verwaltung auf Anfrage der Fraktion Die Andere mitgeteilt. Von diesem Platz soll ein Fußweg zum nahen Mittelpunkt des Landes Brandenburg führen.

Geplant sei eine Neuordnung der verpachteten Flächen beim Pumpenhaus am Nordufer. Das Gebäude soll zur Aussichtsplattform für Naturbeobachtungen ausgebaut werden. Außerdem soll es dort einen zentralen Informationspunkt geben.

Motorboote bleiben auf dem Fahrländer See verboten

Ein Ausbau der Angebote für den Wassersport hingegen sei „nicht geplant“, schreibt die Verwaltung. Motorisierter Wassersport bleibe auf den Fahrländer See verboten. Eine Bebauung des Sees und seines Umfeldes wird abgesehen von der Aussichtsplattform ausgeschlossen. Der zwischenzeitlich diskutierte Ausbau eines Wasserwanderrastplatzes am Nordufer des Sees ist offenbar kein Thema mehr.

Der Sacrow-Paretzer-Kanal mit dem Fahrländer See (l.). Quelle: Gerd Rehberg

Allerdings hatte die Verwaltung bereits vor einen Jahr auf Anfrage von Grünen-Fraktionschefin Janny Armbruster mitgeteilt, dass dort lediglich ein „Wanderrastplatz“ geplant sei. Für Wasserwanderrastplätze im Potsdamer Norden hingegen sollten „Potenzialflächen“ an der Insel Neu Fahrland, am Schlosspark Marquardt und am Ufer des Großen Zernsees in Golm gefunden werden.

Sorge um ökologisch wertvolle Habitate

Hintergrund der Anfrage der Anderen ist die Sorge, dass die Natur am Fahrländer See unter eine verstärkten touristischen Nutzung leiden könnte: „Das Gebiet um den Fahrländer See und der Fahrländer See selbst stellen ökologisch wertvolle Habitate dar“, so die Fraktion: „Am Nordufer des Fahrländer Sees befindet sich der geografische Mittelpunkt des Landes Brandenburg.

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Diese zufällige Gegebenheit könnte zum Anlass genommen werden, sowohl den See selbst, seine Uferzone als auch seine nähere Umgebung touristisch weiter auszubauen und für unterschiedliche Wassersportarten (auch motorisierte) zu erschließen.“

Heimat von Schilf- und Drosselsänger oder Rohrdommel

Die Verwaltung bestätigt in ihrer Antwort, dass der Fahrländer See und ein Großteil seiner unmittelbaren Uferzonen geschützte Biotope seien. Die Uferzonen seien in weiten Teilen durch Schilfröhricht, Pappel-Weiden-Weichholz-Auenwälder und oftmals angrenzende Feuchtwiesen geprägt. Der See und die Umgebung seien Lebensraum von Vögeln wie dem Schilf- und dem Drosselsänger, der Rohrdommel und einer Vielzahl rastender Wasservogelarten.

Der Mittelpunkt Brandenburgs in der Nähe des Fahrländer Sees. Quelle: Lars Sittig

Schutzmaßnahmen leiteten sich insbesondere aus der Verordnung zum Landschaftsschutzgebiet Potsdamer Havelseen und Seeburger Agrarlandschaft sowie den Regelungen zum besonderen Biotop- und Artenschutz ab. Darüber hinaus sei die Stadt in fachlichem Austausch mit der Fachgruppe Ornithologie des Naturschutzbundes, um weitere Schutzmaßnahmen zu beraten.

Mittelpunkt des Landes wurde 2008 neu berechnet

Im Mai 2008 hatte Werner Maltry, ein Professor im Ruhestand, errechnet, das der Mittelpunkt des Landes sich in einem Robinienwäldchen am Fahrländer See befindet. Im Frühjahr 2009 wurde das Ergebnis durch eine amtliche Feststellung bestätigt. Seither gibt es Bemühungen, den Mittelpunkt des Landes touristisch zu vermarkten.

Von Volker Oelschläger

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